Rekruten vereidigt

Rekruten vereidigt: „Kein Job wie jeder andere“

Weißenfels - Ein bisschen aufgeregt war Rekrut Philipp G. vor seiner Vereidigung im Weißenfelser Stadion am Montagnachmittag schon. „Das ist schließlich ein einschneidendes Erlebnis“, sagt der 29-Jährige Soldat, der gerade seine Grundausbildung bei der 11. Kompanie des Sanitätsregiments in Weißenfels absolviert hat, im Gespräch mit der ...

Von Jan Iven 23.08.2016, 09:33

Ein bisschen aufgeregt war Rekrut Philipp G. vor seiner Vereidigung im Weißenfelser Stadion am Montagnachmittag schon. „Das ist schließlich ein einschneidendes Erlebnis“, sagt der 29-Jährige Soldat, der gerade seine Grundausbildung bei der 11. Kompanie des Sanitätsregiments in Weißenfels absolviert hat, im Gespräch mit der MZ.

Hälfte der Rekruten ist weiblich

Den vollen Namen von Soldaten möchten die Bundeswehr aus Sicherheitserwägungen grundsätzlich nicht veröffentlichen. Bei dem Gelöbnis im Stadion haben sich 246 Rekruten zur Treue gegenüber Deutschland und dem deutschen Volk verpflichtet. Wobei an diesem Tag exakt die Hälfte der Rekruten weiblich ist.

Die Zeit in Weißenfels beim Sanitätsregiment wird von mehreren Teilnehmern als intensiv beschrieben. Dabei erhalten Soldaten aus dem Sanitätsbereich von der Zahnarzthelferin bis zum Arzt ihre militärischen Grundausbildung. Gerade die Märsche bringen den einen oder anderen Soldaten an seine Grenzen.

„Ohne den Rückhalt meiner Familie und der Kameraden hätte ich das nie geschafft“, sagt Philipp G., der aus Siegburg in Nordrhein-Westfalen stammt. Das sei für ihn auch der Grund gewesen, sich bei der Bundeswehr zu bewerben. „Nach meiner zivilen Ausbildung zum Rettungsassistenten wollte ich mich als Teil einer größeren Gemeinschaft einbringen“, sagt Philipp G. Und so eine Kameradschaft gebe es eben nur bei der Bundeswehr. Nur so hätte er auch die Trennung von seiner Frau und seiner beiden Kindern gemeistert, die in Siegburg leben.

Weiterbildung zum Feldwebel im Anschluss

Philipp G. hat sich für 13 Jahre als Zeitsoldat verpflichtet. Später nach der Grundausbildung kommt die Weiterbildung zum Feldwebel. Auch Auslandseinsätze können folgen. „Darüber ist man sich im Klaren, wenn man sich als Zeitsoldat verpflichtet“, sagt Philipp G. Das werde in der Berufsberatung der Bundeswehr gleich angesprochen.

Bei der Vereidigung im Stadion sprach der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) zu den Rekruten und den rund 900 Gästen, darunter viele Angehörige der Soldaten. „Wir sind stolz darauf, dass der Sanitätsdienst der Bundeswehr von Weißenfels aus koordiniert wird“, so der Oberbürgermeister und sprach den Soldaten seinen Dank und Hochachtung für ihr Engagement aus. Und der Kommandeur des Santätsregimentes, Oberstarzt Michael Claus, betonte , dass die Bundeswehr den Soldaten alles abverlange und eben kein Arbeitgeber wie jeder anderer sei, auch wenn das in der Öffentlichkeit gern so propagiert werde. Selbst die Vereidigung in der prallen Sonne ist eine Herausforderung. Drei Soldaten müssen von Sanitätern wegen Kreislaufproblemen behandelt werden

Und wie hat Philipp G. eigentlich Weißenfels gefallen? „Ehrlich gesagt hatte ich in den zwei Monaten kaum Zeit, mir die Stadt anzuschauen“, sagt er. Zur Vereidigung sind neben Frau und Kindern auch Eltern und Großmutter angereist. Mit denen will er noch durch Weißenfels spazieren. Das ist für ihn auch vorerst die letzte Gelegenheit, die Stadt etwas kennenzulernen. Denn nach der Grundausbildung wird er nun in eine Kaserne bei Koblenz umziehen. (mz)