Reichlich Diskussionsstoff

Reichlich Diskussionsstoff in Weißenfels: Schon wieder eine Großbaustelle im Zentrum

Weißenfels - Die Leipziger Straße in Weißenfels wird im nächsten Jahr saniert. Welche Fragen bis dahin noch zu klären sind.

Von Andreas Richter 22.10.2019, 05:00

Die Zeit der Baustellen ist im Weißenfelser Zentrum noch nicht vorbei: Voraussichtlich zwischen März und September kommenden Jahres soll die Leipziger Straße saniert werden. „Wir sanieren die Fahrbahn und stellen ordentliche Gehwege her. Damit schließen wir die letzte Lücke in der Innenstadt zwischen der Ecke Große Burgstraße/Klosterstraße und der Promenade“, erklärt Andreas Bischoff, Leiter des Fachbereichs Technische Dienste und Stadtentwicklung. Eine geflickte Fahrbahn sowie unebene und zu schmale Fußwege sollen dann der Vergangenheit angehören.

Für den Ausbau der Straße in der Altstadt stehen 800.000 Euro aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ zur Verfügung. Um das Geld für die Jahre 2019/20 fristgerecht nutzen zu können, steht die Kommune jetzt allerdings unter Zeitdruck. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits im Herbst dieses Jahres beginnen. Doch die Stadt wollte letztlich vermeiden, dass die Besucher des ersten Weihnachtsmarktes auf dem sanierten Weißenfelser Marktplatz eine große Baustelle vor der Nase haben. Deshalb nun die Verschiebung auf das nächste Jahr.

Im Dezember sollen Arbeiten in Leipziger Straße ausgeschrieben werden

Im Dezember sollen die Arbeiten in der Leipziger Straße ausgeschrieben werden. Bis dahin hat die Verwaltung allerdings noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Denn auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung lieferte das geplante Ausbauprogramm reichlich Diskussionsstoff. Ein Schwerpunkt: Wie viele Parkplätze sollen an der Südseite des Marktes übrig bleiben? Dem Planungsbüro zufolge sollen die Parkflächen dort künftig bis auf einige wenige Plätze unmittelbar vor der Touristinformation wegfallen.

So soll „eine freie Sichtachse über den Markt zu den denkmalgeschützten Häusern südlich des Marktplatzes“ entstehen. Im Ausschuss haben sich nun jedoch mehrere Stadträte dafür stark gemacht, dass an der südöstlichen Ecke des Marktplatzes wenigstens drei Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden.

„Im Zentrum kann man kaum noch irgendwo parken“

„Im Zentrum kann man kaum noch irgendwo parken, um mit Älteren oder Gehbehinderten schnell etwas zu erledigen“, sagt Stadträtin Beate Schlegel aus persönlicher Erfahrung. Damit liegt sie voll auf der Wellenlänge des Behinderten- und des Seniorenbeirates der Stadt, der sich ebenfalls für wenigstens drei Kurzzeitparkplätze an der sanierten Leipziger Straße ausgesprochen hat.

Ein zweites Thema konnte bereits im Ausschuss geklärt werden. Stadtrat Eric Stehr meinte, dass das Ausbauprogramm auch noch einmal in jener Arbeitsgruppe besprochen werden sollte, die sich um die Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt kümmert. Dem nahm allerdings Mike Arning, Verkehrsplaner bei der Stadt, schnell den Wind aus den Segeln: In der Straße werde auch nach der Sanierung ein Tempolimit 30 gelten. Und in einem solchen Fall sei ein gesonderter Radweg nicht zulässig.

Bleibt noch die Anfrage von Stadtrat Danny Schilling. Er bezweifelt, dass nach der geplanten Verringerung der Fahrbahnbreite Rettungsfahrzeuge im Notfall problemlos an einem Bus an der weiterhin vorgesehenen Haltestelle vorbeifahren können. Auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung Anfang November soll nun für Aufklärung gesorgt werden. (mz)