„Raum gibt viele Chancen“

„Raum gibt viele Chancen“: Wie der Anbau des Schütz-Hauses Kultur in Weißenfels fördert

Weissenfels - Unter dem kritischen Blick eines gemalten Heinrich Schütz haben der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) und Landrat Götz Ulrich (CDU) am Montag eine wegweisende Vereinbarung beschlossen. Der Burgenlandkreis erklärt sich bereit, der Saalestadt einen notwendigen Eigenanteil von 200.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Der erlaubt es Weißenfels, einen Erweiterungsbau für das Heinrich-Schütz-Haus in der Nikolaistraße in Angriff zu nehmen und einen entsprechenden Förderantrag bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zu ...

Von Alexander Kempf 07.08.2019, 07:00

Unter dem kritischen Blick eines gemalten Heinrich Schütz haben der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) und Landrat Götz Ulrich (CDU) am Montag eine wegweisende Vereinbarung beschlossen. Der Burgenlandkreis erklärt sich bereit, der Saalestadt einen notwendigen Eigenanteil von 200.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Der erlaubt es Weißenfels, einen Erweiterungsbau für das Heinrich-Schütz-Haus in der Nikolaistraße in Angriff zu nehmen und einen entsprechenden Förderantrag bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zu stellen.

Anbau neben dem ehemaligen Wohnhaus von Heinrich Schütz

Besonders groß war die Freude während der Vereinbarung beim wissenschaftlichen Mitarbeiter des Heinrich-Schütz-Hauses, der an diesem Tage nämlich seinen eigenen Geburtstag feierte. „Ich weiß jetzt, dass dem Anbau nichts mehr gefährlich werden kann“, sagte Maik Richter erfreut über das wertvollste Geschenk, das ihm an diesem Tag gemacht worden ist. Er setzt viele Hoffnungen in den Erweiterungsbau.

Entstehen soll dieser auf einer Fläche neben dem ehemaligen Wohnhaus von Heinrich Schütz, auf dem sich derzeit noch ein bereits leergezogener Plattenbau aus DDR-Tagen befindet. Der gehört einem kommunalen Weißenfelser Wohnungsbauunternehmen, welches dem Rückbau laut des Weißenfelser Oberbürgermeisters bereits zugestimmt hat. „Wir hoffen das Grundstück beräumt übernehmen zu können“, so Robby Risch.

Anbau des Schütz-Hauses gibt Chancen für Kulturraum in Weißenfels

Der Platz im geplanten Erweiterungsbau soll laut Museumsmitarbeiter Maik Richter insbesondere für Sonderausstellungen genutzt werden. Auch Schülergruppen aus dem Landkreis kann in Weißenfels dann künftig mehr geboten werden. „Ein solcher Raum gibt uns viele Chancen“, so Maik Richter. Das dürften der Landrat und mehrere anwesende Kreisräte am Montag gerne gehört haben. Schon jetzt fördere der Landkreis sogenannte Kulturfahrten von Schulklassen. „Es wäre wünschenswert, wenn das noch ausgebaut werden könnte“, sagte Götz Ulrich. Der Landkreis, so der Landrat wörtlich, könne mit den 200.000 Euro einen kleinen Beitrag leisten, dass etwas Größeres passiert.

Alle Beteiligten hoffen, dass dies bis zum Jahr 2022 gelingt. Dann nämlich jährt sich der Todestag des berühmten Kirchenmusikers zum 350 mal. „Wir müssen zu diesem Zeitpunkt etwas bieten“, zeigt sich Maik Richter motiviert. Immerhin verfüge Weißenfels über eine Hochkultur, die seinesgleichen sucht - und zwar europaweit.

Doch noch gelingt es Weißenfels aufgrund fehlender Barrierefreiheit im Heinrich-Schütz oft nicht mal kulturinteressierte Touristen, die Leipzig besuchen, auch an die Saale zu locken, bedauert der Oberbürgermeister. „Das Thema Barrierefreiheit macht uns zu schaffen“, so Robby Risch wörtlich. Er verdeutlichte das an einem Beispiel - im Obergeschoss des Schütz-Hauses dürfen sich derzeit aufgrund von Auflagen immer nur zehn Personen gleichzeitig befinden. (mz)