Plastiktüten-Abgabe seit 1. Juli

Plastiktüten-Abgabe seit 1. Juli: Comeback des Stoffbeutels auch in Weißenfels?

Weißenfels - Ein Einkauf ohne Plastiktüten - das ist wohl undenkbar. Ganz selbstverständlich haben Kunden die bunt bedruckte Tüte, in die ihr Einkauf verstaut wurde, in Empfang genommen - kostenlos. Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 76 Plastiktüten im Jahr Bundesweit führt das zu einer Nutzung von 6,1 Milliarden Tüten im Jahr. Da diese Verpackung meist schnell entsorgt wird, entstehen jährlich 2,3 Kilo Verpackungsmüll pro ...

Von Petra Wozny 08.07.2016, 05:00

Ein Einkauf ohne Plastiktüten - das ist wohl undenkbar. Ganz selbstverständlich haben Kunden die bunt bedruckte Tüte, in die ihr Einkauf verstaut wurde, in Empfang genommen - kostenlos. Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 76 Plastiktüten im Jahr Bundesweit führt das zu einer Nutzung von 6,1 Milliarden Tüten im Jahr. Da diese Verpackung meist schnell entsorgt wird, entstehen jährlich 2,3 Kilo Verpackungsmüll pro Einwohner.

Für Händler gilt Selbstverpflichtung seit dem 1. Juli

Aus diesem Grund hat das Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem deutschen Handelsverband eine Initiative auf den Weg gebracht, der den Plastiktütenverbrauch senken soll, indem diese kostenpflichtig werden. Sie gilt seit Anfang Juli. Dabei handelt es sich jedoch um eine Selbstverpflichtung, was bedeutet, dass es den Unternehmen selbst überlassen bleibt, Geld für die Tragetaschen zu verlangen. MZ hörte sich in der Weißenfelser Innenstadt um.

„Bei uns kosten die Plastetüten schon seit über einem Jahr Geld. Der Verbrauch ist ungefähr um die Hälfte zurückgegangen“, sagt Verkaufsberaterin Nadin Michelmann im Müller-Kaufhaus.

Wurst kommt direkt in die Handtasche

„Ich nehme keine Plastiktüten, sondern schon seit langem nur Papiertüten ganz bewusst der Umwelt wegen“, ist von Erika Arland, die beim Fleischer Osterland einkauft, zu hören. „Ja, so ist das auch bei uns“, schließt sich die Fleischverkäuferin Barbara Puschner an. Viele Kunden würden auf die zwei verschiedenen Plastiktüten verzichten und die Wurstpakete, die ja ohnehin in Papier eingepackt sind, so mitnehmen. Es gebe auch zunehmend mehr Kunden, die einen Stoffbeutel bereithalten. Im Schuh-Boulevard reicht Karin Beier die neuen Treter noch in Plaste rüber. „Ich denke, wir stellen das bald um, denn unsere Ware kommt ja ohnehin schon verpackt im Karton. Zweimal monatlich geben wir die ins Recycling. Das müsste doch nicht sein.“

Umstieg auf stabile Papiertaschen

Zarte Dessous in derben Papiertüten? „Ja, das geht“, behauptet Ellen Schmidt, Chefin eines Miederwarenladens. Seit anderthalb Jahren ordert sie schmucke grüne Papiertüten, für die allerdings 30 Cent berappt werden müssen. Von manchen Herstellern bekäme sie auch hübsche Tragetaschen. Auch in der Weinhandlung Ambiente ist man schon lange auf stabile Papiertaschen umgestiegen. Bis zu drei Flaschen passen in die ansprechende Verpackung demonstriert Udo Peschke.

Im Trikotagengeschäft „Ernstings family“ reagieren die Kunden positiv auf eine Plastiktüten-Abgabe. Das hat seine Gründe: „Die Tüten kosten zwischen fünf und 20 Cent. Das Geld wird dem Verein Herzenswünsche, der sich um krebskranke Kinder kümmert, gespendet. Dafür haben die meisten Verständnis “ sagt Verkäuferin Isa Forgo. (mz)