Planungen am Schlossberg

Planungen am Schlossberg: Stadt will den Klingenplatz aufpeppen

Weißenfels - Welche Ideen es für das Areal unterhalb des Schlossberges gibt.

Von Andreas Richter 01.03.2019, 09:36

Wie eine offene Wunde klafft er mitten in der Weißenfelser Altstadt: der Klingenplatz. Nun will die Stadt  das Areal an der Kreuzung Leipziger Straße/Promenade, das in vergangenen Jahrhunderten schon weit bessere Zeiten gesehen hat, ordentlich aufpeppen.

„Wir wollen die Aufenthaltsqualität in dem historischen Quartier deutlich erhöhen“, sagte Landschaftsarchitekt Jens-Christian Wittig bei der Vorstellung der Planungen für das historische Quartier im Ausschuss für Stadtentwicklung. Die Stadt hatte das Ingenieurbüro  Peuker & Nebel aus Weimar mit dem Entwurf verschiedener Varianten für eine Revitalisierung des Klingenplatzes beauftragt. Die nun auf dem Tisch liegenden Ideen sehen vor, den östlichen Teil des derzeit unbefestigten Parkplatzes für den „neuen Klingenplatz“ zu nutzen.

Klingenplatz Weißenfels: Treppen, Rampen, Pflanzblöcke

Mit Treppen, Rampen, Pflanzblöcken, kleinen Sitzmauern und Baumreihen soll jener Wohlfühlcharakter entstehen, der dem eher wilden Areal derzeit gänzlich fehlt. Als Beispiel für die Neugestaltung eines solchen Quartiers nannte Wittig den Bahnhofsvorplatz in Weimar. Ein wichtiges Element ist den Landschaftsgestaltern der harmonische Übergang zum  verwilderten Schlossberg. „Derzeit  haben wir am hinteren Ende des Platzes einen dunklen Rand“, sagte Wittig. Mit der Auslichtung des Grüns, mit dem Anlegen von Terrassen und Treppen soll sich dieser Zustand ändern.

Mit der Verwirklichung dieser Ideen würde einer der prägendsten Plätze der Weißenfelser Stadtgeschichte ein völlig neues Aussehen erhalten. „Das war ein ganz kleiner Platz, alles war bebaut“, weiß Gerhard Bach, der im „Weißenfelser Heimatboten“ Beiträge über die Geschichte des Platzes veröffentlicht hat. Noch bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts standen die Häuser am Klingenplatz.

Klingenplatz Weißenfels: Der erste Bauabschnitt soll rund 300.000 Euro kosten

Benannt ist er nach einem kleinen Bach namens Klinge, der einst hier floss. Im Zuge der damaligen Neugestaltung des Platzes wurde das Gewässer eingehaust und verschwand unter der Erdoberfläche. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Stimmen, die meinten, das Gewässer müsse wieder zum Vorschein gebracht werden. Mittlerweile weiß jedoch keiner mehr so genau, ob die Klinge überhaupt noch existiert. Möglicherweise wird der ehemalige Verlauf des Gewässers im Zuge der Neugestaltung des Platzes an der Oberfläche sichtbar gemacht.

In den nächsten beiden Jahren sollen die Pläne zur Revitalisierung des Platzes schrittweise verwirklicht werden. Der erste Bauabschnitt soll rund 300.000 Euro kosten. Der westliche Teil des unbefestigten Parkplatzes bleibt als Vorhaltefläche für eine mögliche spätere Bebauung von der Neugestaltung unberührt. (mz)