Neuer Ärger in Borau

Neuer Ärger in Borau: „Das Gejammere ist unerträglich“

Borau - Die aufgehobene Straßensperrung in Borau auf der Selauer Straße schlägt hohe Wellen.

Von Andrea Hamann-Richter 20.09.2017, 12:10

Die aufgehobene Straßensperrung in Borau auf der Selauer Straße schlägt hohe Wellen. Leser sagen ihre Meinung.

„Wahnsinn. . . Diese Sperrung war schon das Letzte und ne absolute Frechheit. Das Gejammere ist unerträglich und genau so wie die, die in Flughafennähe ziehen und sich dann wundern, warum dort Flugzeuge sind (...)“, sagt Micha Kliese. Er kann den Ärger vieler Borauer nicht verstehen. So geht es auch Stephanie Werner. „Es ist und bleibt lachhaft. Niemand außer die dortigen Anwohner heult rum“, schreibt sie auf Facebook.

Wieder freie Fahrt in Borau: Viele Anwohner sind genervt

Es geht um die Baustelle in dem Ort bei Weißenfels. Sie sperrte etwa zehn Monate lang auf 50 Metern die Straße einseitig - und bremste den Verkehr aus. Vorige Woche wurde die Absperrung abmontiert, ein Tempo-30-Schild für Lkw ab 3,5 Tonnen aufgestellt und in Borau herrscht wieder freie Fahrt. Das nervt viele Anwohner.

Axel Markmann ist davon genervt. Er begründet, dass es sich schon immer um eine Hauptstraße gehandelt habe und dass Lkw auch durch andere Dörfer fahren. Darüber hinaus meint er, dass Gewerbegebiete, zu denen die Laster fahren, gewünscht waren.

Nicht jeder versteht den Ärger um die Selauer Straße in Borau

Julia Gehrke versteht den Ärger der Borauer auch nicht. Sie fragt sich ebenfalls, was denn an dieser Straße so anders ist, als an sämtlichen anderen Hauptstraßen. Sie wohne ebenfalls an einer stark befahrenen Hauptstraße und dort mache niemand so ein Theater wie in Borau.

Ein Leser, der im sozialen Netzwerk Aa Steph AN heißt, stellt sich hingegen die Frage, was schlimmer war. Der Krach durch durchfahrende Fahrzeuge oder durch das Bremsen und Anfahren an der Baustelle. „(...) Ich kann jedenfalls von meinem Auto sagen, dass der Prozess des Anfahrens lauter ist als ein Rollen mit einer fast beliebigen Geschwindigkeit“, sagt er.

Selauer Straße in Borau: Manche Anwohner sind auch erleichtert, dass die Sperrung fort ist

Dieser Meinung teilt auch Eva Kühling. Die 53-Jährige wohnt direkt an der bis vor kurzem eingerichteten Baustelle in Borau. Sie ärgert sich darüber, dass es hieß, alle Anwohner sind verärgert, dass die Absperrung verschwunden ist. Im Gegensatz, sie ist erleichtert, dass dieser fast einjährige Baustellen-Zustand nun endlich vorbei ist.

„Ich lasse mich nicht in diesen Topf stecken“, macht die Frau klar. „Der Verkehr war durch die Baustelle noch gravierender geworden“, sagt sie. Die Anwohnerin erzählt, dass es dadurch sogar noch öfter zur Raserei im Ort kam. „Immer dann, wenn die Fahrer noch versucht haben schnell an der Absperrung vorbeizukommen“, so die Frau. Teilweise fuhren die Lkw sogar auf den Fußwegen, so die Borauerin.

Sie selbst habe darüber hinaus Beleidigungen über sich ergehen lassen müssen. „Es wurde mir ein Vogel gezeigt oder blöde Kuh nachgerufen, wenn ich vom Grundstück weg- oder auf das Grundstück herauffahren wollte“, erzählt sie.

Ihrer Meinung nach helfen nur Verkehrskontrollen, um die Lage in Borau in den Griff zu bekommen. Denn sie ist der Meinung, dass sich die Lkw-Fahrer mit Lastern ab 3,5 Tonnen nicht an die seit wenigen Tagen geltenden 30 Kilometer pro Stunde halten. „Ich bin aber erst mal froh und glücklich, dass die Baustelle weg ist“, so die Frau. (mz)