Neue Gebäude

Neue Gebäude: Warum die Feuerwehr Weißenfels jetzt schneller ausrücken kann

Weißenfels - Die Weißenfelser Einsatzkräfte feiern ihre neue Feuerwache mit einem Tag der offenen Tür. Warum die Helfer jetzt sogar schneller ausrücken können.

Von Jan Iven 22.09.2017, 05:00

Es ist vollbracht! Nach mehr als 85 Jahren Übergangslösung im alten Gaswerk und zähem Ringen um die Finanzierung nimmt die Feuerwehr Weißenfels nun endlich offiziell ihre neue Feuerwache an der Leopold-Kell-Straße in Besitz.

Zwar fehlen noch einige Bilder an den Wänden, doch die Einsatzkräfte könnten kaum stolzer sein. Was nun alles besser in dem neuen Gebäude geworden ist? „Alles ist nun besser“, sagte der stellvertretende Stadtwehrleiter Steve Homberg zufrieden. Vor allem ist die neue Feuerwache größer, moderner und freundlicher.

Tag der offenen Tür in der Feuerwehr Weißenfels

Davon können sich interessierte Besucher am Sonntag ab 10 Uhr bei einem Tag der offenen Tür in dem neuen Gebäude überzeugen. „Wir nutzen die Feuerwache schon seit dem Frühjahr, möchten sie nun aber offiziell der Öffentlichkeit vorstellen“, sagte Feuerwehrsprecher Sebastian Busch. Bei der Veranstaltung werden neben dem neuen Gebäude auch die Fahrzeuge präsentiert.

Die Feuerwehrtechnik wird erläutert und kann teilweise von den Besuchern ausprobiert werden. Auch zahlreiche Angebote für die Kinder, eine Gulaschkanone und ein Grill dürfen nicht fehlen. Gerade auch bei schlechtem Wetter wird es zahlreiche Aktivitäten in der Wache geben.

Neue Feuerwehr Weißenfels: Mehr Platz für die Einsatzkräfte

Das neue Gebäude bietet nicht zuletzt mehr Platz für die Einsatzkräfte. So haben nun etwa alle elf Fahrzeuge einen Standplatz vor einem eigenen Tor. In der alten Feuerwache standen sie zum Teil hintereinander. „Vor dem Ausrücken mussten wir daher manchmal etwas rangieren“, sagte Sebastian Busch. Neu ist auch die inzwischen vorgeschriebene Absauganlage für Abgase der Fahrzeuge im Gebäude.

Direkt an der Fahrzeughalle befinden sich nun die Umkleiden und Spinde. Das bedeutet vor allem kürzere Wege. Denn in der alten Wache mussten die Einsatzkräfte nach dem Umziehen erst über den Hof zur den Fahrzeughalle laufen, was bei Nacht oder Glatteis nicht ganz ungefährlich war. „Durch den kürzeren Weg haben sich unsere Ausrückzeiten um zwei Minuten verbessert“, sagte Benjamin Köhn von der Feuerwehr Weißenfels.

Seminarraum mit einer modernen elektronischen Tafel

Im ersten Stock der neuen Feuerwache ist neben einer großen Küche und Aufenthaltsräumen ein Seminarraum mit einer modernen elektronischen Tafel untergebracht. Dort findet unter anderem die Kreisausbildung statt. Bei einer Großlage kann in einem zusätzlichen Raum ein Krisenstab eingerichtet werden.

Der Neubau hatte Ende 2015 begonnen und kostete rund drei Millionen Euro. Jahrelang war über das Projekt diskutiert worden. Möglich wurde die Umsetzung schließlich dank Fördergelder das Landes über 750.000 Euro. Das Geld war vor dem 150. Jubiläum der Feuerwehr bewilligt worden. „Bei einem Besuch ist Innenminister Holger Stahlknecht deutlich geworden, dass dringend etwas passieren muss“, sagte Steve Homberg.

Feuerwehrtechnische Zentrum sowie die Jugendwehr

Nach Beginn der Bauarbeiten war festgestellt worden, dass der Boden von Schadstoffen des ehemaligen Gaswerkes belastet war. Die Rückstande wurden schließlich abgetragen und entsorgt. Von der alten Wache bleiben die denkmalgeschützten Backsteingebäude erhalten. Dort sind das Feuerwehrtechnische Zentrum sowie die Jugendwehr untergebracht.

Der Tag der offenen Tür wurde erst für den September geplant, um auf die Fertigstellung des neuen Parkplatzes zu warten. Bis heute ist auf dem vorgesehenen Bauplatz allerdings noch nicht einmal das Technische Rathaus abgerissen worden, da die Finanzierung unklar ist. Die Weißenfelser Einsatzkräfte wünschen sich daher einen zeitnahen Abriss. Bis dahin nutzen die Feuerwehrleute das Gebäude für ihre Übungen.

››Tag der offenen Tür der Feuerwache Weißenfels. Sonntag, 10 bis 16 Uhr, 10 Uhr Auftritt der Kinderfeuerwehr, 11 Uhr Technische Hilfeleistung, 13 Uhr Fahrzeugschau, 15 Uhr Vorführung ABC-Einheit. Autofahrer können ihre Fahrzeuge hinter der Wache auf dem Parkplatz an der Beuditzstraße abstellen. (mz)