Neue Fachkräfte aus dem Ausland

Neue Fachkräfte aus dem Ausland: Zuzug ist Jungbrunnen für die Stadt Weißenfels

Weissenfels - Und sie senken den Altersschnitt der Saalestadt.

Von Alexander Kempf 16.04.2019, 05:00
Pflegekräfte mit einer OP-Fachweiterbildung sucht gemäß der ausgeschriebenen Stellenangebote auch das Asklepios-Krankenhaus Weißenfels.
Pflegekräfte mit einer OP-Fachweiterbildung sucht gemäß der ausgeschriebenen Stellenangebote auch das Asklepios-Krankenhaus Weißenfels. dpa

Jeder fünfte Arzt in Sachsen-Anhalt hat derzeit keinen deutschen Pass. Ohne den massiven Einsatz ausländischer Mediziner wären wohl schon heute viele Krankenhäuser im Land nicht mehr arbeitsfähig. Doch gilt das auch für die Klinik in Weißenfels?

Landesweit ist der Balkan die wichtigste Herkunftsregion

„In unserer Klinik arbeiten neben den überwiegend deutschen Kolleginnen und Kollegen auch solche mit ausländischen Wurzeln“, sagen dazu Sprecherin Madlen Redanz und Personalleiter Andreas Büger. Diese Kolleginnen und Kollegen würden zum Teil aus dem EU-Ausland wie auch aus verschiedenen weiteren Ländern innerhalb und außerhalb Europas stammen.

Landesweit ist der Balkan die wichtigste Herkunftsregion, aus der die Krankenhäuser dringend benötigte Fachkräfte anwerben. In Weißenfels möchte Asklepios aber die Herkunft seiner ausländischen Mitarbeiter nicht aufschlüsseln. „Aus Gründen des Mitarbeiterdatenschutzes veröffentlichen wir keine detaillierten Herkunftsangaben unserer Beschäftigten“, äußern Redanz und Personalleiter Büger.

Nicht Herkunft sei nicht wichtig, sondern Qualifikation der Bewerber

Maßgeblich für eine Anstellung am Weißenfelser Krankenhaus sei nicht die Herkunft, sondern die fachliche wie sprachliche Qualifikation der Bewerber. Sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal müssen über die jeweils erforderlichen Abschlüsse und Berufserlaubnisse verfügen. Der Anteil ausländischer Mitarbeiter liegt in der Saalestadt über alle Abteilungen und Dienstarten hinweg bei rund zwei Prozent.

Tendenz steigend? Im Juli 2018 hat der Asklepios-Konzern zumindest bundesweit angekündigt, dringend benötigte Fachkräfte auch im Ausland gewinnen zu wollen. Damals sind die ersten sechs von geplanten 260 Intensiv- und OP-Pflegekräften aus den Philippinen in Frankfurt gelandet. Die berufserfahrenen Fachkräfte hatten zuvor die deutsche Sprache in einem neunmonatigen Sprachkurs erlernt und schon zu Beginn des Kurses einen Arbeitsvertrag mit den Asklepios Kliniken in der Tasche.

Zuzug aus dem Ausland Jungbrunnen für die Stadt

Pflegekräfte mit einer OP-Fachweiterbildung sucht gemäß der ausgeschriebenen Stellenangebote auch das Asklepios-Krankenhaus Weißenfels. Die Klinik ist in der Saalestadt nicht das einzige große Unternehmen, das auf ausländische Fachkräfte setzt. Die Ernährungswirtschaft in Weißenfels wie zum Beispiel das Fleischwerk beschäftigt seit Jahren Personal aus dem Ausland. Das wird auch in der Bevölkerungsstatistik sichtbar. „In Weißenfels leben etwa 41.500 Einwohner. Davon sind etwa 5.400 Ausländer“, sagt Stadtsprecherin Katharina Vokoun. Das entspreche einem Ausländeranteil von etwa 13 Prozent.

Der Zuzug aus dem Ausland entpuppt sich für die Stadt als Jungbrunnen. „Durch die Ausländer wird der Altersdurchschnitt gedrückt, da der Großteil zwischen 19 und 40 Jahren alt ist. Bei den deutschen Einwohnern sind hingegen die Über-60-Jährigen die größte Altersgruppe“, erläutert die Stadtsprecherin. (mz)