Nahverkehrsplan Burgenlandkreis

Nahverkehrsplan Burgenlandkreis: Weißenfels will mehr Busse auf dem Land

Weißenfels - Der Burgenlandkreis arbeitet an einem Plan für die nächsten zehn Jahre. Was die Stadt Weißenfels darüber denkt.

Von Andreas Richter 27.09.2018, 09:15

Die Weißenfelser Ortsteile sollten künftig besser an das regionale Busnetz im Burgenlandkreis angebunden werden. Das geht aus einer Stellungnahme der Stadt zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Landkreises hervor, die auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung diskutiert wurde.

Der Landkreis arbeitet zurzeit an einem neuen Nahverkehrsplan für die Jahre 2019 bis 2029. Dabei werden die Kommunen zur Stellungnahme zum Entwurf aufgefordert. Weißenfels stand allerdings unter enormem Zeitdruck. Wie Fachbereichsleiter Andreas Bischoff im Ausschuss sagte, hat die Stadt den Entwurf erst Mitte August erhalten und sollte danach innerhalb von zwei Wochen ihre Stellungnahme abgeben. Erst auf Drängen der Kommune sei die Frist bis 5. Oktober verlängert worden.

Weißenfels regt eine Reduzierung der Fahrpreise im Stadtverkehr an

Dennoch nicht genug Zeit, um alle Ortschaftsräte in die Diskussion um den Personennahverkehr der Zukunft einzubeziehen. Genau das allerdings hat Gunter Walther (Fraktion Bündnis für Gerechtigkeit/Grüne) im Ausschuss kritisiert. „Ich kann dem Papier nicht zustimmen, wenn gerade die, die das Thema am meisten betrifft, nicht mit einbezogen wurden“, sagte Walther. Beate Schlegel, Bürgermeisterin in der Ortschaft Schkortleben, unterstützte die Forderung, die Orte mindestens im Zwei-Stunden-Takt an das Nahverkehrsnetz im Landkreis anzuschließen.

In ihrer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan regt die Stadt Weißenfels eine Reduzierung der Fahrpreise im Stadtverkehr an. Der Hintergrund: Das Fahrgastaufkommen in den Stadtbussen hat sich zwischen den Fahrplanjahren 2006/07 und 2016/17 deutlich verringert. Standen vor mehr als zehn Jahren noch rund 1,26 Millionen Fahrten zu Buche, so waren es 2016/17 noch rund 542.000. Für diesen Rückgang können nach Ansicht der Kommune nicht allein die umfangreichen Bauarbeiten verantwortlich gemacht werden.

Linie 205 über Weißenfels-Süd, Langendorf, Einkaufszentrum, Weißenfels-West und den Busbahnhof?

In einigen Fällen, so die Stadt, sollten die Busrouten optimiert werden. Das betrifft unter anderem die Verbindung zur „Schönen Aussicht“, dem größten Einkaufszentrum in der Region. Die Stadt schlägt vor, eine feste Verbindung der Linie 205 über Weißenfels-Süd, Langendorf, Einkaufszentrum, Weißenfels-West und den Busbahnhof zu schaffen.

Breiten Raum nimmt in der Stellungnahme der geplante barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen ein. Wie Andreas Bischoff im Ausschuss sagte, wird der geforderte Ausbau bis zum Jahr 2022 ohne finanzielle Unterstützung des Landes nicht zu schaffen sein. In Weißenfels gibt es einschließlich der Ortsteile etwa 140 Bushaltestellen, 90 Prozent davon sind nicht barrierefrei. Mit dem Ausbau war Ende 2017 begonnen worden. Als vordringlich sieht die Stadt eine barrierefreie Bushaltestelle am Krankenhaus an. Nach ersten Schätzungen soll der Ausbau rund 84.000 Euro kosten. Eine Realisierung sei an der Bundesstraße jedoch nur in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbaubehörde möglich.

Der Ausschuss hat der Stellungnahme der Stadt mit sieben Ja- und vier Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen zugestimmt. Das letzte Wort hat jetzt der Stadtrat.

››Stadtrat: Donnerstag, 27. September, 17 Uhr, Ratssaal am Kloster (mz)