Nach Schadstoffbelastung an Herderschule Weißenfels

Nach Schadstoffbelastung an Herderschule Weißenfels : Die Luft ist jetzt rein

Weißenfels - Die Raumluft in der Weißenfelser Herderschule ist frei von Schadstoffen. Darüber hat Maik Trauer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt, auf MZ-Anfrage informiert. Jüngste Messungen in Unterrichtsräumen und Fluren der Grundschule hätten keinerlei bedenkliche Werte ergeben, so ...

Von Andreas Richter 03.03.2016, 07:40

Die Raumluft in der Weißenfelser Herderschule ist frei von Schadstoffen. Darüber hat Maik Trauer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt, auf MZ-Anfrage informiert. Jüngste Messungen in Unterrichtsräumen und Fluren der Grundschule hätten keinerlei bedenkliche Werte ergeben, so Trauer.

Der Hintergrund: Im Jahr 2013 waren in mehreren Räumen der Bildungsstätte Giftstoffe, so unter anderem Naphthalin, in der Raumluft festgestellt worden. Die Schule war zeitweise geschlossen, die Schüler in Tagewerben unterrichtet worden. Seitdem führt die Stadt regelmäßige Nachmessungen durch. Die Schüler werden heute nur in jenen Räumen unterrichtet, in denen der Fußboden ausgetauscht wurde. Neun Räume in der zweiten sowie teilweise in der ersten Etage sind bis heute gesperrt. „Wir haben Platzmangel in der Schule“, sagt Trauer.

In der Stadt Weißenfels wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Kinder geboren als die aktuelle Bevölkerungsprognose des Landes vorhergesagt hat. Während Letztere von 226 Geburten im Jahr 2015 ausging, erblickten im letzten Jahr in Weißenfels tatsächlich 297 Kinder das Licht der Welt. Im ersten Monat dieses Jahres waren es bislang 22 Geburten. Seit 2014 begrüßt die Stadt jeweils vierteljährlich ihre Neugeborenen im Rahmen einer Willkommensfeier für Eltern und weitere Angehörige. (ari)

Für ihn ein wichtiger Grund, nun eine umfassende Sanierung der Schule auf den Weg zu bringen, nach der auch die gesperrten Räume wieder nutzbar wären. Die ersten Weichen in diese Richtung hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mittlerweile gestellt. Allerdings ging dem mehrheitlichen Beschluss zur Einleitung eines langfristigen Planverfahrens eine längere Diskussion zu Für und Wider der Sanierung und zu deren Auswirkungen auf die Schullandschaft in der Stadt voraus.

Die Grundschule in der Neustadt soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung mit Mitteln aus dem Investitionsprogramm Stark III des Landes energetisch saniert werden. Die geschätzten Kosten: rund 4,4 Millionen Euro. 70 Prozent davon könnten vom Land übernommen werden. Den großen Rest, etwa 1,3 Millionen Euro, müsste die Kommune tragen. Für die Vorbereitung der Sanierung sind im Haushaltsentwurf dieses Jahres 50.000 Euro eingeplant.

Gegen Planverfahren

Gegen den Beginn des Planverfahrens zum jetzigen Zeitpunkt sprach sich Sybille Reider (Fraktion Bürger für Weißenfels/Landgemeinden) aus. Die Ortsbürgermeisterin von Wengelsdorf befürchtet, dass über das Stark III-Programm die Schulentwicklungsplanung unterlaufen und damit Landschulen endgültig „plattgemacht“ werden könnten. Der Widerspruch: Die Schulentwicklungsplanung geht von mindestens 60 bis 80 Schülern in einer Grundschule aus, die Förderrichtlinie des Stark III-Programms hingegen davon, dass die Schule bis 15 Jahre nach dem Ende der Sanierung mindestens hundert Schüler hat.

Reider befürchtet nun, dass die Schule, um die Kriterien zu erfüllen, irgendwann mit Kindern aus dem ländlichen Raum „aufgefüllt“ wird. „Wir sollten auf Zeit spielen und abwarten, was noch kommt“, meinte Reider angesichts noch unzureichender Informationen zur aktuellen Stark III-Förderperiode bis ins Jahr 2020.

Keine verlässliche Prognose

Dem widersprach Maik Trauer. Derzeit besuchten rund 200 Mädchen und Jungen die Herderschule. Auch wenn gegenwärtig keine verlässliche Prognose der Schülerzahlen bis 2035 möglich sei, so sei in den nächsten 15 Jahren nicht mit einer Halbierung der Schülerzahl zu rechnen. Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) verwies darauf, dass im Gegensatz zur Herderschule der Bestand der sanierungsbedürftigen Landschule im Ortsteil Uichteritz nicht bis 2035 garantiert werden kann. Diese Schule komme deshalb nicht für eine Förderung über das Stark III-Programm in Betracht.

Risch plädierte dafür, das Planverfahren zur Vergabe der umfangreichen Bauleistungen nun so schnell wie möglich in Gang zu bringen. Ziel sollte sein, den Förderantrag spätestens bis zum Herbst dieses Jahres einzureichen. Man dürfe sich nicht von der freundlichen Fassade täuschen lassen. Im Inneren der Grundschule bestehe ein dringender Sanierungsbedarf. (mz)