Gefahr nach Herbststürmen

Nach Herbststürmen: Wann müssen Bäume gefällt werden?

Weißenfels - Nach Stürmen in Weißenfels rückt regelmäßig die Feuerwehr aus, um herabgefallene Äste wegzuräumen. Doch wann wird ein Baum ganz gefällt?

Von Alexander Kempf 09.11.2017, 07:50

Im Herbst geht es stürmisch zu. Das weiß wohl niemand besser als die Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr in Weißenfels. Die werden in dieser Jahreszeit regelmäßig angefordert, um herabgefallene Äste oder umgestürzte Bäume zu beseitigen. Insbesondere wenn sich dem Wind eine Luftschneise bietet, droht Gefahr am Wegesrand. Ein Schwerpunkt ist in diesem Jahr der Weißenfelser Klemmberg gewesen. „Hier landeten etliche Äste auf der Straße“, berichtet Stadtsprecherin Katharina Vokoun.

Potenzielle Gefahr für Fußfänger: 220 Bäume im Burgenlandkreis müssen gefällt werden

Doch wie groß ist angesichts solcher Luftschneisen die Gefahr für Fußgänger? Am Klemmberg musste in diesem Jahr noch kein Baum gefällt werden, erklärt Katharina Vokoun. Nur wenn die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei, müssen Bäume weichen. „Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Wurzelteller angehoben ist – zu erkennen an einem aufgeworfenem Boden“, erläutert die Stadtsprecherin.

Der beste Schutz vor Unfällen ist aus Sicht der Experten eine regelmäßige Baumschau, also Vorsorge statt Nachsorge. Das führt dann regelmäßig zu Fällungen. So teilt beispielsweise der Burgenlandkreis mit, dass nach der Baumschau während der Laubphase in diesem Jahr 220 Bäume entfernt werden müssen. Das klingt viel, relativiert sich aber angesichts des 373 Kilometer langen Straßennetzes, für dessen Pflege der Landkreis verantwortlich ist. An den Straßenrändern wird regelmäßig ausgeästet und auch Gestrüpp entfernt.

Unwetter im Herbst brachten keine größeren Sturmschäden im Burgenlandkreis

Größere Sturmschäden hatte der Burgenlandkreis laut eigener Aussage bei den vergangenen Unwettern nicht zu verzeichnen. „Da die Wetterunbilden am Wochenende waren, haben auch die Feuerwehren abgebrochene Äste oder mal einen Baum von der Straße geräumt“, erklärt Ursula Weise von der Pressestelle des Landkreises. Das durch den Sturm angefallene Geäst werde anschließend von Mitarbeitern der Kreisstraßenmeisterei geschreddert.

Aufwendige Sicherungsmaßnahmen an Bäumen sind sehr seltener Natur, berichtet die Weißenfelser Stadtsprecherin Katharina Vokoun. „Zum einen gibt es die Möglichkeit der Baumseilverankerung. Hier wird ein Zwiesel, der aufgrund seines Gewichtes droht abzubrechen, mit Seilen in der Krone verankert“, erklärt sie.

Mit Baumpflege und Baumschnitt versucht die Stadt aber Problemen schon frühzeitig entgegen zu wirken. Das Budget für diese Maßnahmen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr auch leicht angehoben worden auf nun 82.000 Euro für das gesamte Jahr.

150 Bäume sollen neu gepflanzt werden

Eine überschaubare Summe angesichts von Tausenden Bäumen. Wie hoch der Bestand genau ist, lässt sich aber gar nicht so einfach feststellen. Im Baumkataster sind gegenwärtig bereits 11.925 Bäume gelistet. „Das sind aber bei Weitem nicht alle“, so Katharina Vokoun. Es würden nach und nach noch viele weitere Bäume in das Programm eingepflegt. Auch der Landkreis tut sich schwer damit den eigenen Baumbestand zu beziffern. Genau weiß man dort vor allen Dingen wie viele Bäume in diesem Jahr noch neu gepflanzt werden sollen. Nämlich 150 Winterlinden und Wildobstbäume. Damit reagiert der Burgenlandkreis auf die 220 Bäume, die aus Sicherheitsgründen weichen müssen.

Zwei Mitarbeiter schauen in Weißenfelsfels regelmäßig nach dem Wohl der Bäume

In Weißenfels widmen sich bei der Stadtwirtschaft im Sachgebiet Baumschutz zwei Mitarbeiter dem Wohl der Bäume. Sie sind auch erster Ansprechpartner bei Bürgerfragen, erklärt Katharina Vokoun: „Beide sind dafür zuständig gemeldete Schäden zu beurteilen, über mögliche Maßnahmen zu entscheiden und dementsprechend Aufträge zu erteilen.“ Weiterhin leistet sich die Stadt zwei Baumpfleger.

Kontrolliert werden die Bäume im Stadtgebiet mindestens einmal pro Jahr. Schwerpunkte wie der Klemmberg rücken aber auch stärker in den Fokus der Experten. „Sind Schäden an einem Baum bekannt, findet häufiger eine Kontrolle statt“, erklärt die Stadtsprecherin. Im Fokus der Baumschauen liegen naturgemäß vor allen Dingen jene Bäume an den öffentlichen Plätzen. (mz)