Mutter des toten Babys aus Weißenfels

Mutter des toten Babys aus Weißenfels: MDR-Sendung verdächtigte die falsche Frau

Weißenfels - In einer Sendung des MDR-Formats „Die Spur der Täter“ wurde eine in Weißenfels wohnende Frau verdächtigt, die Mutter des im vergangenen Jahres tot abgelegten Babys zu sein. Nun steht fest, dass die Beschuldigte definitiv nicht die Mutter des Kindes ist.

Von Alexander Kempf 09.04.2018, 08:45

In einer Sendung des MDR-Formats „Die Spur der Täter“ wurde eine in Weißenfels wohnende Frau verdächtigt, die Mutter des im vergangenen Jahres tot abgelegten Babys zu sein. Nun steht fest, dass die Beschuldigte definitiv nicht die Mutter des Kindes ist. Die Spur habe sich als falsch herausgestellt, so Staatsanwalt Jürgen Neufang. „Ein Gentest hat ergeben, dass diese Frau definitiv nicht die Mutter des Babys ist.“

Bei einem ersten Gentest mit 200 jungen Frauen im vergangenen Jahr war die Beschuldigte durch das Raster der Ermittler gefallen. Sie war nicht in Weißenfels wohnhaft gemeldet, klärt Jürgen Neufang auf. Nachdem auch diese vermeintliche Spur nun nicht zur Mutter geführt hat, plant die Staatsanwaltschaft Naumburg einen zweiten Reihengentest. Dafür würden gerade noch einmal die rechtlichen Grundlagen geprüft, so Staatsanwalt Jürgen Neufang. Für eine solche Untersuchung ist ein richterlicher Beschluss erforderlich.

Ende April 2017 wurde der Säugling in der Nähe eines Gartenzaunes in Weißenfels tot gefunden

Der Fall des toten Babys wühlt die Saalestadt schon seit gut einem Jahr auf. Ende April 2017 ist der Säugling in der Nähe eines Gartenzaunes gefunden worden. Jemand muss ihn darüber geworfen haben. Ein Schock nicht nur für die Anwohner. Bisher gibt es viele Fragezeichen. Handelte die Mutter wirklich allein? Die Todesursache des Kindes könnte ein Indiz für einen weiteren Beteiligten sein, mutmaßt etwa die Kriminologin Bettina Götze im besagten MDR-Beitrag. Der kleine Körper wies massive Gewaltspuren auf.

Ist das getötete Baby tatsächlich in Weißenfels geboren worden? Die Ermittler gehen offenbar weiter davon aus. Sonst würden sie sich nicht um einen zweiten Reihengentest bemühen. Schon im Vorfeld hatte Staatsanwalt Jürgen Neufang angedeutet, dass bei einem zweiten Massengentest das Raster erweitert werden würde. In welchem Maße das steht aber noch nicht fest.

Im Juni 2017 wurde der tote Säugling in Weißenfels beerdigt. (mz)