Musical im Goethegymansium

Musical im Goethegymansium: Schüler bringen Robin Hood auf die Bühne

Weißenfels - Im Weißenfelser Goethegymnasium laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Erste Vorstellung ist schon ausverkauft.

Von Holger Zimmer 16.12.2018, 11:01

Robin Hood als Rächer der Armen? Claudius Hentzschel, einer der Mitwirkenden beim neuen Musical des Goethegymnasiums, sagt, dass das nicht ganz so traditionell daherkommt. Liebe spielt eine Rolle und der Kampf für den rechtmäßigen König. Anton Schmidt, der den Robin Hood gibt, betont, dass es letztlich um Gerechtigkeit gehe und man versuche, sich in die Denkweise der einfachen Leute zu versetzen.

Langsam läuft bereits der Countdown und die ausverkaufte Premiere findet am 1. Februar statt. Ein Tag, dem Musiklehrerin Edwina Teichert ebenso entgegenfiebert wie die Darsteller. Geschaut habe sie, was umsetzbar ist. „Mir persönlich hat das Stück mit seinen eingängigen Melodien und regelrechten Ohrwürmern gefallen, aber es muss ja die Schüler ansprechen.“ Sie fanden es gut und ebenso Deutschlehrerin Felicitas Jordan, die für Regie und Inszenierung verantwortlich ist, hielt das Ganze sprachlich für umsetzbar.

Musiklehrerin: Musical „passt auch zu Schulen“

Uraufgeführt wurde das Stück Ende 2005 in Bremen. Erstklassig besetzt waren seinerzeit die Rollen und Hollywood-Komponist Hummie Mann sorgte für die Arrangements. Laut Frau Teichert spielte bei der Uraufführung ein Sinfonieorchester. „Aber es passt auch zu Schulen“. Allerdings war der Erwerb der Rechte nicht billig. „So etwas können wir nur durch Rücklagen aus Einnahmen des vergangenen Musicals finanzieren.“ Für die Rechte müssten Schulen übrigens genauso viel bezahlen wie Theater. Sie rechnet jedenfalls mit einem genauso guten Zuspruch wie beim letzten Musical „Elixier“.

Die Besetzung steht. Bereits zum Ende des vorigen Schuljahres war die Entscheidung gefallen und auch ein Casting hatte es gegeben. 60 Gymnasiasten wollten wieder mitmachen. 27 schafften es am Ende. Die Hauptrollen wurden alle doppelt besetzt, falls mal jemand ausfallen sollte. Aber bei zwölf Aufführungen werden laut Frau Teichert alle zu ihrem Auftritt kommen. Nur den Sheriff von Nottingham gibt es einmal. Denn lediglich einer beherrscht die schwierige Stimmlage A2 und deshalb war Claudius Hentzschel gesetzt.

Schauspieler: „Man ist raus auf die Bühne gegangen und über sich hinausgewachsen.“

Klar sei es ein Risiko, sagt die Musiklehrerin, doch wenn wirklich etwas passieren sollte, müsse eben gesprochen werden. Aber daran mag der 17-Jährige nicht denken. Er sagt: „Ich weiß, was auf mich zukommt und sehe das gelassen.“ Auch beim „Elixier“ war er schon dabei, hat Erfahrungen gesammelt und weiß, was auf ihn zukommt. Trotz seiner größeren Verantwortung sagt er: „Ich lasse mich deswegen aber nicht mit Samthandschuhen anfassen.“

Neben Claudius Hentzschel haben auch schon Anton Schmidt und Moritz Reichert beim Musical im Vorjahr mitgespielt, als man Komponist Tobias Künzel von den „Prinzen“ begrüßen durfte. Hentzschel sagt: „Man ist raus auf die Bühne gegangen und über sich hinausgewachsen.“ Anton Schmidt hatte zwar nur eine kleine Rolle, aber es war dennoch nicht leicht. Doch als er auf der Bühne stand, sei die Spannung von einem abgefallen. Moritz Reichert hingegen fand es besonders interessant, einen Arbeitslosen zu spielen, eine Rolle in die er reinwachsen musste.

Musical am Gymnasium Weißenfels: Die Herausforderungen sind groß

Von diesen Erfahrungen werden die Laiendarsteller nun profitieren können. Und die Herausforderungen sind groß. So muss Claudius Hentzschel in die Rolle des Sheriffs als Bösewicht schlüpfen und Dinge tun, die er sonst nicht macht. Anton Schmidt als Robin Hood und Moritz Reichert als Little John stehen hingegen auf der anderen Seite. Da sind sie als Sänger ebenso gefragt wie als Schauspieler. Und bei Reichert sind vor allem die Gespräche mit Robin Hood wichtig.

Die Lehrerinnen wissen, dass noch viel Arbeit ansteht, weshalb noch kurz vor Weihnachten ebenfalls geprobt wird. Vor allem Texte müssen in dieser Phase schon halbwegs sitzen. Aber es kommt auch auf sprachliche Nuancen an. Denn das Ganze ist ja nicht bierernst, lebt von Ironie, Witz, kleinen Spitzen, flotten Sprüchen und schnellen Wortwechseln, bei denen Robin Hood im England des 12. Jahrhunderts im Mittelpunkt steht. Und in den Ferien werden mit Kunstlehrer Ulrich Zander auch die Kulissen für die Bühne hergestellt. Daneben übt Schulkoordinatorin Carolin Kunze mit den Schülern Tänze ein. Was für sie das bisher schönste Musical war? Felicitas Jordan kann das nicht so eindeutig beantworten: „Jedes Musical und jede Truppe, die gespielt hat, hatte etwas für sich.“

››Vorstellungen sind am 2./3. und 22./23./24. Februar sowie 1./2./3. März. Karten gibt es in Weißenfels im Goethe-Gymnasium (Telefon: 03443/303278 oder in der Touristinformation (Telefon: 03443/303070). (mz)