Museumstag in Weißenfels

Museumstag in Weißenfels: Alte Eimer und coole Jacken

Weissenfels - Feuerwehr Weißenfels und Gästeführerverein laden Kinder in das neue Gebäude ein und berichten über eine lange Tradition der Brandbekämpfung.

Von Petra Wozny 22.05.2017, 06:12

Was haben barocke Perücken, Puder und Parfüm, Musik von Händel und die Weißenfelser Feuerwehr gemeinsam? Sie spielten gestern in der Saalestadt eine Hauptrolle. Zum Internationalen Museumstag gaben nämlich das Museum Schloss Neu-Augustusburg, die Schlosskirche, das Heinrich-Schütz-Haus, das Geleitshaus, aber auch die Novalis-Gedenkstätte und das neue Feuerwehrhaus Einblicke hinter die Kulissen.

Doch was hat das neue Gebäude der Feuerwehr mit Geschichte zu tun und wie erklärt man die Kindern? Die Vorsitzende des Weißenfelser Gästeführervereins, Silke Ziegs, und der Abteilungsleiter Brandschutz Roland Zimmer übernahmen diesen Part mit viel Witz und Kurzweil. So erfuhren die Mädchen und Jungen, dass es die Feuerwehr in der Saalestadt bereits seit 1883 gibt. Viele verheerende Brände habe es damals in der Stadt gegeben. Ganze Häuserzeilen seien Opfer der Flammen geworden. Auch im Schloss habe einmal das Feuer gewütet. Ja, selbst das Gerätehaus der Wehr habe gebrannt.

16 hauptamtliche und 64 freiwillige Feuerwehrleute

„Ganz altes Zeugs“, wie Zimmer formulierte, konnten sich bis vor Kurzem Interessenten der Wehr im eigenen Feuerwehrmuseum ansehen. Untergebracht im roten Ziegelbau musste es jedoch in den letzten drei Jahren weichen. Die Brandbekämpfer - heute sind es 16 hauptamtliche und 64 freiwillige - benötigten während des Neubaus einen Aufenthaltsraum. Die musealen Stücke wurden - leider - auf den Boden gebracht. Ein bisschen Geschichte durften die Kinder auf dem Museumspfad doch schnuppern.

Zimmer hatte total alte Eimer, die etwa vor 100 Jahren zum Löschen dienten, auf den Hof gestellt. Silke Ziegs spornte die kleinen Besucher an, eine Löschkette zu bilden. Da hieß es ganz fix die alten Eimer weiterzureichen.

So waren Feuerwehrleute vor etwa 50 Jahren gekleidet

Große Augen machten dann die Besucher natürlich im neuen Gebäude der Wehr. Zwischen den modernen Fahrzeugen konnte Zimmer, der am vergangenen Freitag für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Wehr geehrt worden war, anhand einer Puppe erklären, wie Feuerwehrleute vor etwa 50 Jahren gekleidet waren. „Und wer schlüpft mal in eine neue Uniform?“ Kaum hatte das Roland Zimmer ausgesprochen, stürmte auch schon der fünfjährige Hannes Wolling nach vorn. Der kleine Steppke aus Weißenfels war stolz wie Bolle und verschwand schier in der großen Jacke.

„Echt cool, aber ganz schön warm und schwer“, war sein Eindruck. Begeisterte Kinder verließen mit ihren Eltern eine Stunde später den Hof, der sich als Kindermuseumspfad gut machte. Unter ihnen auch der zehnjährige Magnus List aus Wengelsdorf. Er kennt sich gut aus, war doch sein Opa selbst bei der Wehr. „Jetzt weiß ich noch mehr“, sagte er. (mz)