Museumsnacht Weißenfels

Museumsnacht Weißenfels: Ein Rundgang mit Fenstersturz

Weißenfels - Am Sonnabend gibt es eine neue Auflage des beliebten Weißenfelser Spektakels. Was sich die Organisatoren in diesem Jahr haben einfallen lassen.

Von Andreas Richter 09.06.2018, 10:00

„Wir haben die Geschichte ein bisschen umgeschrieben“, sagt Robert Brückner, Chef des Weißenfelser Kulturamtes, mit einem Augenzwinkern. Und so laden die Organisatoren der diesjährigen Weißenfelser Museumsnacht am Samstag, 9. Juni - sozusagen als „Geheimtipp“ der diesjährigen Auflage - am Geleitshaus zum „Weißenfelser Fenstersturz“ ein.

Vorbild des Spektakels ist der Prager Fenstersturz, der sich vor 400 Jahren tatsächlich ereignet hat und den Beginn des Dreißigjährigen Krieges in Europas markierte. Besucher dürfen gespannt sein, wen die Organisatoren als „Opfer“ für ihre Version jener historischen Ereignisse auserkoren haben.

Weißenfels: In wenigen Wochen soll Sanierung der Ladegastorgel beginnen

Der Renaissancebau an der Großen Burgstraße, in dem 1632 der tödlich verwundete Schwedenkönig Gustav II. Adolf aufgebahrt wurde, ist die sechste Station des Museumspfades. Startpunkt des Rundgangs ist die Laurentiuskirche in der Neustadt. Und das aus gutem Grund: Immerhin wird in diesem Jahr der 200. Geburtstag von Orgelbaumeister Friedrich Ladegast (1818-1905) gefeiert, der auch das Instrument in dem Weißenfelser Gotteshaus erschaffen hat.

In wenigen Wochen soll die Sanierung der fast 140 Jahre alten Orgel beginnen. „Der Fördermittelbescheid vom Land ist endlich da. Ende Juni soll es losgehen“, sagt Gisela Bevier, die Vorsitzende des Weißenfelser Ladegastvereins. Das Land fördert das Vorhaben mit 54.000 Euro. Wer sich genauer für die Ladegastorgeln in der Umgebung interessiert, dem sei eine Rundfahrt am Sonntag (Treffpunkt 13 Uhr, Merseburger Straße 19) zu den Instrumenten in Borau, Storkau, Kriechau und Burgwerben empfohlen.

Museumsnacht Weißenfels: Von der Laurentiuskirche bis zum Geleithaus

Wenn der Museumspfad um 18 Uhr beginnt, dann wird an dessen Spitze Elisabeth Ladegast, die Tochter des berühmten Orgelbaumeisters, stehen - verkörpert von einer Weißenfelser Gästeführerin. Von der Laurentiuskirche aus wird sie die Besucher über den Bahnhof, die Marienkirche, das Novalishaus und das Heinrich-Schütz-Haus zum Geleitshaus führen. Nach dem Rundgang, der am Schloss endet, wird am Abend in den Gedenkstätten und Museen ein buntes Programm geboten.

„Die Besucher können sich auf eine abwechslungsreiche Mischung aus Neuem und Bewährtem freuen“, kündigt Robert Brückner an. Neu ist unter anderem ab 23 Uhr eine nächtliche Aufführung unter dem Titel „Herzogliche Zeiten“ auf dem Schloss. Mit Schattenspielen und einer Illumination an der Fassade soll der Barockbau zu neuem Leben erwachen. Vielversprechend ist eine Sonderführung, zu der das Team „Kultur in Weißenfels“ um 21.30 Uhr unter dem Motto „Begrüßungsgeld und Diskozelt“ ins Museum einlädt. Schauplatz ist die derzeit laufende Sonderausstellung „Helden im Osten“.

Programm zur Museumsnacht in Weißenfels

Der bevorstehende Samstagabend ist der zweite Teil der diesjährigen Weißenfelser Veranstaltungen zum Internationalen Museumstag. Das Programm wurde zweigeteilt, weil am Vorabend des Museumstages am 13. Mai in der Stadthalle das Finale der deutschen Meisterschaft im Floorball stattfand. (mz)

Heinrich-Schütz-Haus: 20.15 Uhr Sonderführung „Heinrich Schütz und Harry Potter“; 21.30 Uhr: Nachtkonzert mit Thomas Fritzsch;

Novalishaus: 20.30 Uhr Lesung mit Wolfgang Rüb;

Geleitshaus: 20.30 Uhr Konzert mit der Band Steinmeister, 22 Uhr Sonderführung „Tiefe Einblicke“;

Schloss: 20 Uhr Schwarzlichttheater, 21.30 Uhr Führung durch die Schau „Helden im wilden Osten“, 22.30 Uhr Führung durch Schlosskirche und Fürstengruft.