Mehr Frauen im Frauenhaus

Mehr Frauen im Frauenhaus: Häusliche Gewalt im Kreis nimmt zu

Weißenfels - Es werden zunehmend mehr Frauen im Frauenhaus Weißenfels aufgenommen. Waren es 2013 „nur“ 52 Personen, stieg diese Zahl im Vorjahr auf 77 an. Darunter sind auch vier Flüchtlingsfrauen mit Kindern aus Syrien, Somalia und Afghanistan. In diesem Jahr sind bereits fünf Frauen aufgenommen worden, darunter zwei aus Syrien sowie drei mit Migrationshintergrund. Rückläufig sei hingegen die Aufenthaltsdauer, die von 45 auf 27 Tage sank. „Wir sind personell an unsere Grenze ...

20.04.2016, 14:00

Es werden zunehmend mehr Frauen im Frauenhaus Weißenfels aufgenommen. Waren es 2013 „nur“ 52 Personen, stieg diese Zahl im Vorjahr auf 77 an. Darunter sind auch vier Flüchtlingsfrauen mit Kindern aus Syrien, Somalia und Afghanistan. In diesem Jahr sind bereits fünf Frauen aufgenommen worden, darunter zwei aus Syrien sowie drei mit Migrationshintergrund. Rückläufig sei hingegen die Aufenthaltsdauer, die von 45 auf 27 Tage sank. „Wir sind personell an unsere Grenze gekommen.

Mit drei Mitarbeiterinnen, die Teilzeit arbeiten, müssen wir die Arbeit rund um die Uhr 365 Tage im Jahr leisten“, erklärte Birgit Peterz, sie ist Leiterin des Frauenhauses in Weißenfels, anlässlich der Zusammenkunft der SOS-Gruppe „Häusliche Gewalt und Stalking“. Am Montag fand im Polizeirevier Burgenlandkreis eine Auswertung der Statistik des zweiten Halbjahres 2015 statt.

Vermehrt Einsätze

Diese Angaben bestätigte Ulrike Reichert, Integrationskoordinatorin in der Kreisverwaltung Naumburg. Sie wies darauf hin, dass in letzter Zeit Helfer „vermehrt zu Einsätzen mit häuslicher Gewalt“ in die Unterbringungen gerufen worden seien. „Wir klären die Frauen über ihre Rechte auf“, ergänzte sie. Sowohl der Sozialdienst, als auch der Wachschutz sei vor Ort, um schnell eingreifen zu können. Sollte es sich notwendig machen, könne eine Frau auch in eine andere Unterkunft gebracht werden. „Sind die Frauen bei uns, wissen sie gar nicht, in was für einer Einrichtung sie sind, sie kennen das nicht“, so Birgt Peterz.

Obwohl man ihnen das lange erklärt habe, hätten die Frauen das dennoch nicht verstanden. Um noch besser und vor allem schneller an die Frauen heranzukommen, seien Plakate in verschiedenen Sprachen ausgeteilt worden, auf denen Notrufnummern stehen, die ihnen weiterhelfen. Es sei aber schwierig, an die Frauen heranzukommen, wies Ulrike Reichert darauf hin.

Derzeit rund 700 Flüchtlinge

In Weißenfels leben derzeit rund 700 Flüchtlinge, informierte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Katja Henze. Man führe zwar keine Statistik, aber es sei „gefühlt ruhig“ in der Stadt, obwohl viele Alltagsprobleme auftreten. Mit der Schaffung einer Koordinierungsstelle habe man schneller und effizienter reagieren können, fügte sie hinzu.

Die SOS-Gruppe „Häusliche Gewalt und Stalking“ in Weißenfels, die sich zweimal jährlich trifft, besteht seit mehr als 17 Jahren. Ziel des Netzwerkes ist unter anderem die Vernetzung von Verwaltung, Ämtern, Behörden, Beratungsstellen und Rechtsanwälten. (mz/kdk)