Masterplan Tourismus

Masterplan Tourismus: So soll Weißenfels für Besucher attraktiver werden

Weißenfels - Zwei Jahre lang hat man sich an der Saale den Kopf zerbrochen, wie die Stadt für Besucher attraktiver werden kann. Welches Ergebnis nun auf dem Tisch liegt.

Von Andreas Richter 25.10.2019, 05:00

Mit dem Slogan „Tor nach Saale-Unstrut“ will die Stadt Weißenfels in Sachen Tourismus durchstarten. Das geht aus einem Masterplan hervor, der jetzt zum ersten Mal öffentlich vorgestellt wurde.

Zwei Jahre lang hatte die Stadt an der Saale in einer eigens einberufenen Arbeitsgruppe um ein Strategiepapier zur Förderung des Tourismus gerungen. Eine der zentralen Fragen: Mit welchem Slogan kann sich die Stadt am wirkungsvollsten vermarkten? In den vergangenen Jahren waren immer wieder Beinamen wie Barockstadt, Novalis- oder Schütz-Stadt im Gespräch. Nun aber hat man sich auf das „Tor an Saale und Unstrut“ geeinigt.

Mit welchen Pfunden will die Stadt vor allem wuchern?

Nach Ansicht von Manfred Rauner, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, eine gute Lösung. „Das ist ein griffiger Slogan, der die Vielfalt der touristischen Angebote in der Stadt zusammenfasst“, sagte der ehemalige Weißenfelser Oberbürgermeister.

Doch mit welchen Pfunden will die Stadt vor allem wuchern? Der Masterplan enthält darauf einige Antworten. Weißenfels sei „die größte und zugleich vielseitigste Stadt in einer der schönsten deutschen Kulturlandschaften, dem Saale-Unstrut-Gebiet“, heißt es dort selbstbewusst. Die gewaltige Anlage von Schloss Neu-Augustusburg, das Wirken historischer Persönlichkeiten von europäischem Rang und die verkehrstechnisch hervorragende Lage in geringer Entfernung zu den Ballungszentren Halle und Leipzig sieht das Strategiepapier als touristische Potenziale der Stadt.

2018 etwa 43.700 Übernachtungen

Und weil das so ist, setzen sich die Touristiker ehrgeizige und messbare Ziele für die nächsten Jahre. So soll die Zahl der Übernachtungen in gewerblichen Betrieben mit mehr als zehn Betten deutlich gesteigert werden. Stehen für das Jahr 2018 etwa 43.700 Übernachtungen in der Statistik, so sollen es im Jahr 2025 knapp 55.000 sein. Der Durchschnitt der Übernachtungen lag in den Jahren 2011 bis 2018 bei 36.000. Dabei versteht sich Weißenfels auch künftig in erster Linie als Adresse für Kurzzeitaufenthalte. Im Jahr 2018 hielten sich die Besucher statistisch gesehen 1,6 Tage in Weißenfels auf.

Die deutliche Erhöhung der Übernachtungszahlen sieht Bernd Steudtner, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Weißenfelser Land, als „ambitioniertes Ziel“ für die Tourismuswirtschaft in der Stadt. „Man sollte sich ja immer Ziele setzen. Doch um die Zahlen für die Übernachtungen zu erreichen, werden die vorhandenen Kapazitäten kaum ausreichen“, glaubt Steudtner, der mit dem Slogan für die künftige Tourismuswerbung ebenso gut leben kann.

Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Stadteingänge

Um Weißenfels als Ziel für Touristen attraktiver zu machen, enthält der Masterplan, der von den Ausschüssen für Kultur und Stadtentwicklung auf einer gemeinsamen Sitzung einstimmig empfohlen wurde, eine Reihe konkreter Maßnahmen für die nächsten Jahre.

Das reicht von einem Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Stadteingänge über die Entwicklung eines Campingplatzes und die Einrichtung einer Bootsanlegestelle für Fahrgastschiffe bis hin zur bereits in Arbeit befindlichen Neukonzeption der Schuhausstellung im Schloss. Das eine oder andere mutet dabei allerdings eher wie ein Wunschkonzert an. Wenn in dem Papier etwa von einem Erlebnisbad oder einem Kino in der Saalestadt die Rede ist. (mz)