Marketing in Weißenfels

Marketing in Weißenfels: Mit der Stadt-App ins Geschäft!

Weißenfels - Die Händler und Gewerbetreibenden der Weißenfelser Innenstadt sollen die Möglichkeit erhalten, sich wirkungsvoller als bisher im Internet zu präsentieren. Darüber hat Bernd Hayen, Leiter des Biwaq-Teams, während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Weißenfelser Stadtrates informiert. Biwaq steht für das Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“, über das Aktivitäten zur Belebung der Innenstadt gefördert werden. Die Stadt Weißenfels ist im vergangenen Jahr in das Förderprogramm aufgenommen worden. Insgesamt soll Weißenfels, verteilt auf die Haushaltsjahre 2015 bis 2018, knapp eine Million Euro, vorwiegend für Personalkosten, ...

Von Andreas Richter 23.03.2016, 11:09

Die Händler und Gewerbetreibenden der Weißenfelser Innenstadt sollen die Möglichkeit erhalten, sich wirkungsvoller als bisher im Internet zu präsentieren. Darüber hat Bernd Hayen, Leiter des Biwaq-Teams, während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Weißenfelser Stadtrates informiert. Biwaq steht für das Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“, über das Aktivitäten zur Belebung der Innenstadt gefördert werden. Die Stadt Weißenfels ist im vergangenen Jahr in das Förderprogramm aufgenommen worden. Insgesamt soll Weißenfels, verteilt auf die Haushaltsjahre 2015 bis 2018, knapp eine Million Euro, vorwiegend für Personalkosten, erhalten.

Wie Hayen berichtete, soll ein sogenanntes Stadt-Portal als Applikation („App“) für Handys und Tablet-Computer entstehen, auf der sich Geschäfte und Restaurants präsentieren sowie Informationen über Veranstaltungen und Freizeitbeschäftigungen angeboten werden. Die App sei dabei nicht als neue Internetseite der Stadt zu verstehen, sagte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). Der im vergangenen Jahr neu gestaltete Internet-Auftritt habe mittlerweile eine hohe Anerkennung gefunden, schätzte der Verwaltungschef ein. Bei der Stadt-App handele es sich um eine völlig neue Qualität der Präsentation im Netz.

Interesse und Kritik

Während die Idee der Stadt-App bei den Mitgliedern des Hauptausschusses durchaus auf Interesse stieß, war darüber hinaus die erneute Kritik am nur schleppenden Fortschritt des gesamten Projekts nicht zu überhören. Nachdem bereits zum Projektstart im Herbst erhebliche Zweifel laut geworden waren, konnte nun Bernd Hayen mit seinem ersten Zwischenbericht die Skeptiker kaum überzeugen. „Das war nicht mehr als eine theoretische Ausarbeitung“, sagte Hans Klitzschmüller (Fraktion Die Linke). So wie er hatten auch andere Stadträte mehr Konkretes erwartet.

Nachdem Hayen unter anderem von Belebung des Tourismus, Integration und Wegweisern durch die Behörden gesprochen hatte, meinte Dieter Böckler (CDU/FDP-Fraktion): „Das meiste waren Aussagen, die jeder Stadtrat schon hundert Mal gehört hat. Dem Projekt fehlt ein lebensnahes, konkretes Ziel.“ In der Tat konnte oder wollte der Biwaq-Teamleiter auf konkrete Fragen zumindest in der Öffentlichkeit nur wenig Erhellendes beitragen. So zum Beispiel zum Stichwort Kloster. Manfred Rauner, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion, wollte wissen, ob das Konzept des Klostervereins, dort eine Musikherberge einzurichten, mittlerweile auf seine Machbarkeit überprüft worden sei. Worauf Oberbürgermeister Risch einschritt und unmissverständlich klarmachte: „Es gibt zurzeit keine Fördermöglichkeit im Land für das Kloster.“ Zudem verwies er auf ein jüngstes Gespräch beim Landrat, über dessen Inhalt er jedoch nur im nichtöffentlichen Teil der Sitzung informieren wollte.

„Wir arbeiten daran“

Schließlich sollte auch Siegfried Hanke (SPD-Fraktion) auf eine konkrete Frage zu einem drängenden Innenstadt-Thema nur eine wenig befriedigende Antwort erhalten: „Wie weit sind die Bemühungen um die Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters gediehen?“ Worauf erneut Risch lediglich antwortete: „Wir arbeiten daran“.

Weiter arbeiten wollen auch Bernd Hayen und seine drei Mitarbeiter. „Ich kann die Kritik der Stadträte durchaus verstehen“, meinte der Teamleiter gegenüber der MZ. Doch ein auf drei Jahre angelegtes Projekt brauche eben Zeit. Zumal es darauf ankomme, bereits vorhandene Aktivitäten, wie etwa des Stadtmarketingvereins, einzubeziehen und den Akteuren nichts Neues einfach überzustülpen. (mz)