Marienweihnacht

Marienweihnacht: Händler und Besucher fühlen sich im Ausweichquartier wohl

Weißenfels - Der Hof des Fürstenhauses und der Parkplatz davor verwandelten sich am Sonntag in einen heimeligen Adventsmarkt. Es war Marienweihnacht. Normalerweise findet sie ja an der Marienkirche statt. Daher auch der Name der Veranstaltung. In diesem Jahr mussten sich die Initiatoren aber etwas einfallen lassen. Die derzeitigen Bauarbeiten nahe dem Gotteshaus machen dort eine Veranstaltung dieser Art derzeit unmöglich. Das war aber gar nicht schlimm, wie sich schnell ...

Von Andrea Hamann-Richter 11.12.2016, 21:41

Der Hof des Fürstenhauses und der Parkplatz davor verwandelten sich am Sonntag in einen heimeligen Adventsmarkt. Es war Marienweihnacht. Normalerweise findet sie ja an der Marienkirche statt. Daher auch der Name der Veranstaltung. In diesem Jahr mussten sich die Initiatoren aber etwas einfallen lassen. Die derzeitigen Bauarbeiten nahe dem Gotteshaus machen dort eine Veranstaltung dieser Art derzeit unmöglich. Das war aber gar nicht schlimm, wie sich schnell herausstellte.

„Ich finde das schön. Es ist nicht so beengt“, schwärmte Astrid Schmutzler. Sie war gemeinsam mit ihrem Mann Björn unterwegs. Die in Zorbau wohnende Frau fand es gut, dass durch die Baumaßnahme die Idee nötig war, wie die Weihnacht anders gestaltet werden könnte.

"Wunderschöne Alternative"

„Es ist ein wunderschönes Ambiente, aber es ist nicht die Marienkirche“, sagte Geleitshausmitarbeiter Andreas Frank. „Aber der Hof ist eine wunderschöne Alternative“, so der Mann. Er hatte an diesem Tag viel zu tun. Ein spezieller Glühwein wurde immer wieder gern gekauft: Apfelglühwein. Es handelte sich um einen Weißwein. Ihm wurden Apfelstücke, Zimt, Sternanis, Apfelschnaps und auch noch Sirup hinzugefügt. „Wie der schwedische Glögg“, so Andreas Frank.

Antje Schmidt verkaufte viele ihrer Filzkunstwerke. Sie fühlte sich auch wohl im Hof des Fürstenhauses. „Es ist doch schön hier“, sagte sie. Kathrin Reinsperger hingegen gehörte zu den vielen Besuchern der Veranstaltung. „Ich bin das erste Mal hier. Es ist toll, liebevoll gestaltet und jeder Stand hat etwas außergewöhnliches“, sagte sie und fügte noch hinzu, dass es sich lohne, wiederzukommen.

Handwerker präsentierten ihr Können, der Duft von Glühwein zog an den Buden vorbei. Die große Tanne im Hof stand perfekt - das alles zusammen ergab eine wunderbar heimelige Stimmung, die dennoch sehr fröhlich war. Ihren Anteil daran hatte auch die Combo Gurilly aus Thüringen. Ihre Mischung aus Jazz, Volksmusik, Polka und Weihnachtsliedern sorgte für den sehr schönen musikalischen Rahmen. Stephan Knoll von der Band fühlte sich wohl in Weißenfels. „Das ist ein ganz natürlicher Weihnachtsmarkt, wo das Regionale stark im Vordergrund steht“, lobte er die Qualität der Veranstaltung.

"Entspannte und schöne Stimmung"

Der junge Künstler Godfrey Fraction Phiri freute sich, dass er seine Bilder ausstellen durfte. „Ich habe schon zwei verkauft“, sagte er. Da er noch nicht so lange in Weißenfels wohne, empfinde er die Marienweihnacht auch als gute Gelegenheit, mit Menschen der Stadt in Kontakt zu treten.

Bildhauer Michael Patzer hatte auch schon eines seiner Kunstwerke an den Mann gebracht. Er sagte, dass ihm die entspannte und schöne Stimmung sehr gut gefällt. Stefan Lorber von der Osterländischen Einung präsentierte mit weiteren Mitgliedern historische Spiele und das Leben zu früheren Zeiten. Sie sind Stammgäste der Marienweihnacht. „Weil es uns Spaß macht und weil wir der Stadt etwas geben können“ erklärte der Mann kurz und knapp, bevor er sich wieder allein den Besuchern des Standes widmete.

Hüte, Zylinder, Uhren und Bilderrahmen verkaufte Olivier Schlehahn. Er ist Antikhändler und war zum zweiten Mal bei der Marienweihnacht dabei. „Es ist gemütlicher, als auf den konventionellen Weihnachtsmärkten“, sagte er mit Blick auf die vielen Buden, mit ihren Waren, bei denen kaum ein Wunsch offen blieb.

(mz)