Langendorf wächst

Langendorf wächst: Immer mehr Menschen wollen in die attraktive Ortschaft ziehen

Weißenfels - Im Wohngebiet im Sportplatz sollen 17 Einfamilienhäuser entstehen. Denn immer mehr Menschen wollen in die attraktive Ortschaft ziehen.

Von Jan Iven 01.04.2018, 06:00

Wenn Horst Ziegler durch Langendorf spaziert, sieht er in letzter Zeit immer wieder schwangere Frauen. „Ich bin sehr froh darüber, dass es in Langendorf Nachwuchs gibt“, sagt der Ortsbürgermeister. In den letzten Jahren konnte die Einwohnerzahl in dem größten Ortsteil von Weißenfels stabil bei ungefähr 2.400 gehalten werden. Das ist im ländlichen Raum alles andere als selbstverständlich.

Gegenüber vom Sportplatz an der Hegelstraße soll daher der zweite Teil eines Wohngebietes mit einer Größe von knapp 20.000 Quadratmetern erschlossen werden. Der erste Abschnitt ist bereits fast zugebaut. Zuletzt hatte der Stadtrat entschieden, die Voraussetzung für den Bau von weiteren 17 Einfamilienhäusern zu schaffen und einen Bebauungsplan in Auftrag gegeben.

500 bis 1.000 Meter große Grundstücke in Weißenfels-Langendorf

„Wir haben für die Grundstücke jetzt schon viele Interessenten sowohl aus Langendorf als auch von außerhalb“, sagt Ortsbürgermeister Horst Ziegler. Sogar aus Leipzig würden sich schon Leute melden und nach den 500 bis 1.000 Meter großen Grundstücken fragen.

Doch warum eigentlich gibt es den Zuzug nach Langendorf? „Unsere Lage ist einfach ideal“, sagt der Ortsbürgermeister, doch daran allein kann es eigentlich nicht liegen. Auch andere Ortschaften liegen in der Nähe von Weißenfels und der Autobahn. Horst Ziegler denkt nach. „Wir haben uns in den Jahren nach der Wiedervereinigung sehr gut um unsere Infrastruktur gekümmert“, sagt er schließlich.

In Langendorf sind noch ausreichend Platz für zusätzliche Kinder vorhanden

Wer nach Langendorf zieht, würde zuerst nach der Kita und der Grundschule fragen. Und dort sei immer noch ausreichend Platz für zusätzliche Kinder vorhanden, selbst wenn die Grundschule langsam wieder saniert werden müsste. Wobei die Langendorfer ein bisschen das Gefühl haben, dass sie sich vor der Eingemeindung so gut um ihre Einrichtungen gekümmert haben, dass sie nun auf der Prioritätenliste der Stadt nicht besonders weit oben stehen.

„Es ist aber wichtig, dass wir die vorhandene Infrastruktur erhalten“, sagt der Ortsbürgermeister. Seit Jahren schon liegt etwa die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses auf Eis. Und mit der Zeit sind die Schäden eher schlimmer geworden.

Vereine sind die Seele der Ortschaft Langendorf

Wichtig sind für Ziegler auch die Vereine in Langendorf. „Sie sind die Seele der Ortschaft“, sagt er. Immerhin ein Dutzend Vereine und Gruppen gibt, darunter der Spritzenverein der Feuerwehr, der Klosterverein, der Carnevalsclub oder Grün-Weiß Langendorf. Allerdings macht sich Ziegler Sorgen um das Langendorfer Vereinsleben. Denn aufgrund des absehbaren Konsolidierungskurses der Stadt Weißenfels könnten die Mittel für die Heimatpflegen in Höhe von 18.200 Euro für die Ortschaft um die Hälfte gekürzt werden.

Die Folge: Das Ortsfest soll in diesem Jahr wohl nur in abgespeckter Version gefeiert werden. Für Ziegler eine dramatische Entwicklung. „Wenn die Vereine kaputt gehen, dann geht alles kaputt“, befürchtet er. Der Ortsbürgermeister möchte, dass Langendorf weiter für Familien attraktiv bleibt. „Wir müssen uns anstrengen, damit nicht alles vergammelt, was wir geschaffen haben“.

Erster Entwurf für Bebauungsplan des neuen Wohngebietes in Langendorf

Für das neue Wohngebiet erarbeitet die Stadtverwaltung nun den ersten Entwurf für einen Bebauungsplan. Danach kann der Plan öffentlich diskutiert werden. Baubeginn könnte nach Angaben der Stadtverwaltung frühestens in einem Jahr sein.

Auch in anderen Ortschaften soll weiter gebaut werden. „Wir haben Interessensbekundungen für alle Ortsteile und auch für die Kernstadt“, teilte Stadtsprecherin Katharina Vokoun mit. Bebauungspläne gäbe es nun unter anderem für die Seumesiedlung, für das Wohngebiet Roter Berg und für den Lassalleweg. (mz)