Kunstrasenplatz ramponiert

Kunstrasenplatz ramponiert: Kickern droht unverhoffte Platz-Sperre

Weißenfels - Die Kunstrasenanlage am Weißenfelser Röntgenweg ist ramponiert und muss geschont werden. Bei Extremwetter ist sie künftig für die Fußballer tabu.

Von Tobias Schlegel 25.01.2019, 13:00

Dem Kunstrasenplatz am Weißenfelser Röntgenweg geht es schlecht. So sehr, dass es einer umfassenden Reparatur bedarf. Das sagt Viola Schikorr, Leiterin des Sport- und Freizeitbetriebs der Stadt. „Der Platz ist in den vergangenen Jahren stark beansprucht worden“, erklärt sie.

Die Kunstrasenfläche ist an manchen Stellen so gut wie abgegrast. Dazu weist der Platz Unebenheiten auf, da sich Baumwurzeln im Untergrund befinden. Der stellvertretende Amtsleiter Robert Hoyer erklärt bei einer Besichtigung, dass der 2007 gebaute Platz maximal noch zwei bis drei Jahre nutzbar sein wird.

Kunstrasenplatz in Weißenfels muss geschont werden

Eine Sanierung ist jedoch mit reichlich Geld verbunden. Wie viel das sein wird, kann Viola Schikorr zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Dafür müssen die Schäden noch mal genau untersucht werden. Auch wann die Sanierungsarbeiten beginnen sollen, ist noch vollkommen unklar. Die Amtsleiterin erklärt, das Thema bei der Wirtschaftsplanung für 2020 mit auf die Agenda zu bringen. Da es sich dabei um einen Fünfjahresplan handelt, ist das Zeitfenster recht groß. „Es gibt gerade Projekte wie die Fertigstellung des Hallenbades, die eine höhere Priorität haben“, sagt Viola Schikorr. Man werde aber auch versuchen, mögliche Fördergelder zu beschaffen.

Bis dahin werden „erhaltende Maßnahmen“ durchgeführt, wie regelmäßige Pflegegänge. Des Weiteren soll der Platz mehr geschont werden. Bei starken Regen oder Hitze hat die Amtsleiterin angekündigt, den Platz künftig zu sperren. Auch die Vereine müssen zurückstecken. Bis auf wenige Ausnahmen darf laut Viola Schikorr nur Rot-Weiß Weißenfels den Platz nutzen.

Kunstrasenplatz in Weißenfels: „Sicher sieht man die Abnutzung, aber es gibt auch schlechtere Plätze“

Der Verein ist auf der Sportanlage am Röntgenweg ansässig und hat neben dem Kunstrasenplatz nur noch einen weiteren Platz mit Naturrasen für den Spiel- und Trainingsbetrieb zur Verfügung. „Für uns gibt es keine Einschränkungen bei der Nutzung des Platzes“, bestätigt der Vereinsvorsitzende Thomas Gilow. Rot-Weiß besitzt drei Herren- und 13 Jugendmannschaft. Der Kunstrasenplatz wird vor allem in den Wintermonaten genutzt. „Sicher sieht man die Abnutzung, aber es gibt auch schlechtere Plätze“, meint der Vereinschef.

Andere Klubs haben dagegen das Nachsehen. Bis vor zwei Jahren war es nicht unüblich, dass Mannschaften wie der SSC Weißenfels im Winter in die Neustadt ausgewichen sind, wenn das Stadtstadion aufgrund der Wetterlage gesperrt war. „Wir dürfen den Kunstrasenplatz nun schon den zweiten Winter nicht benutzen. Das hat zur Folge, dass wir in Zeitz spielen müssen. Auf dem Kunstrasenplatz dort werden wir die ersten beiden Ligaspiele der Rückrunde austragen“, erklärt der sportliche Leiter des Landesliga-Spitzenreiters, René Mil-brath. Er ist der Meinung, dass Weißenfels gerade auch aufgrund der Vielzahl an Jugendmannschaften einen zweiten Kunstrasenplatz benötigt.

Kunstrasenplatz in Weißenfels: Sanierungsbedarf absehbar

Dabei gibt es in unmittelbarer Nähe noch einen solchen Fußballplatz - in Zorbau. Wie Dietmar Neuhaus, Vereinschef des dortigen SV Blau-Weiß erklärt, nagt aber auch an dieser Anlage langsam der Zahn der Zeit. „Der Platz ist etwa zehn Jahre alt und so langsam machen sich die ersten Verschleißerscheinungen bemerkbar. Wir mussten schon einen kleinen Teil Kunstrasen auswechseln“, sagt Neuhaus.

In etwa fünf Jahren müsse man wohl eine umfassende Sanierung der Anlage in Betracht ziehen, zumal der Platz von den Mannschaften des Vereins jeden Tag in der Woche zum trainieren genutzt wird. Dazu kommen Spiele am Wochenende. Auch andere Klubs wie Eintracht Lützen spielen hin und wieder darauf. Eine zusätzliche Belastung sieht Neuhaus darin aber nicht: „Die Nutzung anderer Vereine hält sich in Grenzen“, so der Zorbauer Vereinschef. (mz)