Mehr medizinisches Personal in Quarantäne

Krankenhaus- Personal in Quarantäne : Spüren das die Praxen im Kreis?

Weissenfels - Innerhalb von zwei Wochen stieg die Zahl der aktuell mit dem Corona-Virus infizierten Menschen im Burgenlandkreis von 586 auf 1.183 Personen an. Damit haben sich die aktuell Infizierten bis zum vergangenen Freitag in relativ kurzer Zeit ...

Von Alexander Kempf
Immer mehr Menschen sind in Quarantäne, darunter auch viel medizinisches Personal. www.imago-images.de

Innerhalb von zwei Wochen stieg die Zahl der aktuell mit dem Corona-Virus infizierten Menschen im Burgenlandkreis von 586 auf 1.183 Personen an. Damit haben sich die aktuell Infizierten bis zum vergangenen Freitag in relativ kurzer Zeit verdoppelt.

Noch deutlich höher liegt die Zahl jener Menschen, die sich gegenwärtig in häuslicher Quarantäne befinden. Erst Mitte vergangener Woche war ihre Zahl im Burgenlandkreis beinahe doppelt so hoch wie die der aktuell Infizierten. Betroffen waren demnach fast 2.000 Personen.

14 Tage-Quarantäne für medizinisches Personal soll gelockert werden

Darunter sind auch zahlreiche Menschen, die dann nicht mehr auf Arbeit gehen können. Wobei sie dort möglicherweise dringend gebraucht werden. Etwa wenn sie im medizinischen Bereich arbeiten. In der vergangenen Woche hatte sich deshalb der Weißenfelser Mediziner und Stadtrat Lars Homagk an das Gesundheitsamt des Landkreises gewandt. 

Er warb dafür, dass die 14 Tage währende häusliche Quarantäne für medizinisches Personal gelockert wird, wenn die entsprechenden Mitarbeiter zweimal negativ auf das Corona-Virus getestet worden sind und anschließend unter Vollschutz mit FFP2-Maske und Handschuhen wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Mitarbeiter in Quarantäne nicht unbedingt mit Corona infiziert

Aus Sicht von Lars Homagk seien solche Ausnahmen wichtig, um einer „personellen Eskalation“ entgegen zu wirken. Denn schon mehrere Arztpraxen im Landkreis müssten auf Personal verzichten, weil sich Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne befinden. Dabei ist nicht gesagt, dass die Mitarbeiter in Quarantäne auch tatsächlich mit Corona infiziert sind. Denn es reiche schon aus, dass diese Kontakt zu einem Infizierten hatten und sich deshalb vorsorglich in Quarantäne begeben müssen.

Ist das angesichts der zuletzt stetig gestiegenen Infektionszahlen noch verhältnismäßig oder sind entsprechende Ausnahmen angebracht? Immerhin empfehle auch das Robert-Koch-Institut Ausnahmeregeln für Personalmangelsituationen, argumentierte Lars Homagk, in einem Schreiben an das Gesundheitsamt.

Einzelfallentscheidung sei bedeutend für die ambulante Versorgung

Doch dass medizinischem Personal - wie von dem Weißenfelser Mediziner gefordert - generell gewährt wird, trotz Quarantäne zu arbeiten, dem erteilte der Landkreis eine klare Absage. Ausnahmen könnten für medizinische Mitarbeiter nämlich nur bei nachgewiesenem Personalmangel seitens der Praxen gewährt werden. 

„Die Einzelfallentscheidung ist wichtig, da die Funktionsfähigkeit der ambulanten Versorgung immer mit dem erhöhten Risiko für die Patienten und Belegschaft im Einzelfall abgewogen werden muss, bevor eine eingeschränkte Quarantäne genehmigt wird“, erklärte Kreissprecher Steven Müller-Uhrig auf Nachfrage.

In einzelnen Altersheimen arbeiten im Kreis bereits positiv getestete Mitarbeiter

Die ambulante medizinische Versorgung sei im Burgenlandkreis gegenwärtig weder gefährdet, noch angespannter als in anderen Landkreisen von Sachsen-Anhalt, informierte der Landkreis nach telefonischer Rücksprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung.

Zuletzt hatten lediglich zwei Arztpraxen aus dem Burgenlandkreis dem Gesundheitsamt gemeldet, dass ihr Personal stark durch die Pandemie eingeschränkt worden ist. In einzelnen Altersheimen indes arbeiten im Kreis bereits positiv getestete Mitarbeiter. Diese würden aber ausschließlich auch positive getestete Heimbewohner betreuen, stellte der Kreissprecher klar, um so den Heimbetrieb aufrecht erhalten zu können. (mz)