Kloster St. Claren

Kloster St. Claren : Martinsmarkt in Weißenfels lockt Bastler und Handwerker

Weißenfels - Im Weißenfelser Kloster St. Claren haben sich am Wochenende 1.100 Besucher den ersten Martinsmarkt angeschaut - und schöne Sachen entdeckt.

Von Julia Reinard 13.11.2016, 18:51

Der erste Martinsmarkt im Weißenfelser Kloster St. Claren hatte Erfolg. Sonnabend und Sonntag zog er 1.100 Besucher an. Sie wollten schauen, was sich die Organisatoren um Ideengeberin Bärbel Schmuck hatten einfallen lassen.

„Wir haben erwartet, dass es schön wird“, sagt Hella Schachtner aus Merseburg, „und die Erwartung wurde voll erfüllt.“ Sie war mit ihrer in Weißenfels lebenden Tochter Andrea Wagner in den Räumen des ehemaligen Clarissenklosters unterwegs.

Sie schauten nicht nur, sondern kauften, wenn ihnen etwas gefiel. So überzeugte die Mutter eine Kette mit einer Eule aus Holz, die ihr die Tochter gleich kaufte und zu Weihnachten schenken wird.

Verkäufer- und Designerin Petra Frank aus Annaberg-Buchholz freute sich über die Begeisterung für ihren Schmuck. Sie möge das Material Holz und hatte ursprünglich sich selbst schönen Schmuck gestalten wollen.

Das perfekte Weihnachtsgeschenk

Dann verschenkte sie ihn auch an Freunde und machte sich schließlich, 2004, damit selbstständig. Sie verkauft oft auf Märkten und hatte für den Martinsmarkt vor allem die Erwartung: „Nette Leute kennen zu lernen, die Ausgaben für den Aufwand wieder reinzubekommen.“ Außerdem solle es nett sein, wo sie verkauft - „hier ist es so“, sagt die Diplomdesignerin.

Auch Annett Kocour zeigt sich begeistert: „Das Ambiente ist knuffig“, findet die Leipzigerin, die in mittelalterlich wirkender Kleidung ihren Stand betreut. Schon nach wenigen Stunden hat sie den Eindruck: „Ich erlebe hier ein interessiertes Publikum, das nachfragt. Das hat mich positiv überrascht.“

In der Tat verleitet der Stand ihrer Firma „HolzWolleSpiel“ zum Nachfragen. Denn sie bietet sowohl Wolle zum Spinnen, als auch handgearbeitete Mützen und Schals. Man meint, sie seien gestrickt. Aber das sind sie nicht. Annett Kocour macht Nadelbinden.

„Dabei wird der Faden mit sich selbst vernäht“, erklärt sie. Das sei eine Jahrtausende alte Technik, die ihr vor einigen Jahren eine Archäologin erklärte. Sie probierte sie für sich aus und entdeckte darin ihre Berufung.

Vor sieben Jahren fing sie damit an. Heute verkauft sie Produkte und Vorstufen, bietet aber auch Kurse in alten Handarbeitstechniken an und sagt: „Ja, ich merke den Aufschwung beim Thema Handarbeiten.“

Im Kloster hat sie selbst gefertigte kleine Webrahmen dabei, an denen man die Technik selbst ausprobieren kann. Emely Franke versuchte sich darin und fertigte ein selbst gewebtes Armband an. „Es war nicht kompliziert“, sagt die Zehnjährige.

Veranstalter des Martinsmarkt regen zum Selbermachen an

Die Macher des Martinsmarkts legen aufs Selbstmachen und kleine Details wert. So findet man an einem Stand mit Blüten gestaltete Bilder, an einem anderen selbst gemachte Decken, hier individuell gemischtes Kräutersalz und dort Kränze.

Aus dem thüringischen Ohrdruf ist Dietrich Hanf mit seinen Masken angereist. Er vertreibt sie über das Internetportal Dawanda - oder eben auf Märkten. In dritter Generation führt er das Familienunternehmen und ist häufig auf Handwerkermärkten unterwegs.

Nach Weißenfels brachte er auch das Angebot mit, sich Masken selbst zu bemalen. Das nahmen beispielsweise die Brüder Leo und Tom gleich an.

Ihre braunen Wolfsmasken gestalteten sie zu Werwolfsmasken um. Wann sie getragen werden sollen, weiß der neunjährige Tom Homagkschon: „Wenn ich Harry Potter gucke.“

Mit Schnitzeisen ist Kunsthandwerker Albert Berghold zugange, um die Stücke, die er in Weißenfels zeigt, herzustellen. Der 78-Jährige schnitzt Figuren und Waldszenen, Idyllen zur Weihnachtszeit und rund um die Martinsgans, wie es zu diesem Markt gehört.

Die Gänse schnattern stilecht und pumperlebendig auch im Innenhof des Klosters, wo man es sich kulinarisch gut gehen lassen kann. Im angrenzenden Hof werden „Nonnenwölkchen“, ein Blätterteiggebäck, angeboten.

Lehrlinge des E-Centers haben sie gebacken. Der Erlös geht an das Kloster. Genau wie bei Verkäufen von Laternen, die Kinder verschiedener Kitas gebastelt haben.

Sogar der Eintritt hilft der Finanzierung der Klostersanierung. Und die Besucher haben auch etwas davon, sie bekommen nämlich „Claras Geheimnis“ mit einem süßen - nun - Geheimnis und lieben Grüßen von Argenta.

Martinsmarkt in Weißenfels sammelt für einen guten Zweck

Im Kapitelsaal des Klosters sind am ersten Tag auch Laternen angeboten worden. Dekoriert mit Herbstmotiven, Gänsen, Eichhörnchen oder Martinsgänsen sind sie - bestückt mit Lichtern - die perfekte Dekoration wider den grauen Monat November.

Gebastelt wurden sie von Kindern der Integra-Kindergärten in Weißenfels, der katholischen Elisabeth-Kita, dem städtischen „Haus unserer Kinder“ und von den „Südstadt-Knirpsen“ vom Deutschen Roten Kreuz. Der Erlös kommt dem Kloster zugute.

(mz)