Dämpfer auf der Zielgeraden

Kein Landtagsmandat: AfD-Abgeordnete in Weißenfels gibt sich dennoch kämpferisch

Die AfD konnte das Direktmandat in Weißenfels nicht verteidigen.

Von Alexander Kempf
Wahlverlierer Marcus Spiegelberg will sich weiter politisch in Weißenfels und im Kreis engagieren.
Wahlverlierer Marcus Spiegelberg will sich weiter politisch in Weißenfels und im Kreis engagieren. Foto: Peter Lisker

Weissenfels - Nach dem Verlust seines Landtagsmandats zeigte sich der AfD-Abgeordnete Marcus Spiegelberg am Montagvormittag enttäuscht. Der 29-Jährige landete am Sonntag nach einem längeren Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU-Bewerberin Elke Simon-Kuch letztlich hinter dieser. Die Erstplatzierte und ihn trennten am Ende 662 Stimmen.

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AfD-Abgeordneter will neue Rolle in der Partei sondieren

„Ich erkenne den Wahlsieg von ihr an“, erklärte Marcus Spiegelberg am Montag. Die CDU habe bei der Landtagswahl aus seiner Sicht aber von einem „Anti-AfD-Bündnis“ profitiert. Dabei hatten im Wahlkreis Weißenfels mehr Wähler der AfD die Stimme gegeben als Spiegelberg persönlich. Hat der bisherige Amtsinhaber also womöglich selbst die seiner Partei wohlgesonnenen Wähler enttäuscht? „Auf keinen Fall“, antwortete Spiegelberg. Er stellte sich selbst ein gutes Zeugnis für die vergangenen fünf Jahre aus. „Ich war präsenter als andere Parteien“, so sein Fazit.

Da es Marcus Spiegelberg im Vorfeld der Landtagswahl nicht gelungen war, parteiintern einen guten Listenplatz zu erstreiten, steht der Weißenfelser, der in wenigen Wochen zum zweiten Mal Vater wird, derzeit vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Denkbar wäre, dass sich in seiner Partei andere Aufgaben als Mitarbeiter für ihn auftun. „Das wird sich zeigen“, so der scheidende Landtagsabgeordnete. Hierzu müssten erst noch Gespräche geführt werden.

Ergebnisse für den Wahlkreis 39 in Weißenfels.
Ergebnisse für den Wahlkreis 39 in Weißenfels.
Grafik: MZ

AfD-Kreistagsfraktion fiel in den vergangenen Monaten durch interne Streitereien auf

Auch dass er nun Zeit findet, sein Studium der Geschichtswissenschaft zu beenden, hält er für möglich. Für seinen Hochschulabschluss müsse er nur noch die aufgeschobene Abschlussarbeit anfertigen, erklärt er. Dafür habe er während der vergangenen fünf Jahre keine Zeit und Kraft gefunden. „Das hatte ich unterschätzt“, gesteht er. Der Kommunalpolitik will der Weißenfelser in jedem Fall treu bleiben und sich weiter im Weißenfelser Stadtrat und im Kreistag des Burgenlandkreises engagieren.

Ergebnisse für Wahlkreis 41 in Zeitz
Ergebnisse für Wahlkreis 41 in Zeitz
Grafik: MZ

Aufgeben wird er nach dem Verlust des Landtagsmandates indes sein Bürgerbüro in Weißenfels. Die Partei soll aber weiter in der Saalestadt mit einem eigenen Büro vertreten bleiben. Demnach plane der AfD-Direktkandidat für den Burgenlandkreis, Martin Reichardt, ein Bürgerbüro in Weißenfels zu eröffnen. Als Vorsitzender des AfD-Landesverbandes räumt Marcus Spiegelberg ihm gute Chancen ein, wieder in den Bundestag einzuziehen.

Die AfD-Kreistagsfraktion fiel in den vergangenen Monaten durch interne Streitereien auf. Mehrere Mitglieder haben diese verlassen. Bei der Landtagswahl trat dann beispielsweise im Wahlkreis Weißenfels neben Marcus Spiegelberg mit Kerstin Worms ein weiteres AfD-Mitglied als Einzelbewerberin an. Könnten auch solche Auseinandersetzungen am Ende Stimmen gekostet haben? Marcus Spiegelberg glaubt das nicht. „Das war eine kleine Gruppe“, sagt er. An seinen Infoständen jedenfalls hätten sich die Leute für dieses Thema nicht interessiert. (mz)