Unter drei Stunden

Kapitän der Weißenfelser Unihockeyclubs Sparkasse läuft Marathon für den guten Zweck

Tim Böttcher ist am Samstag 42 Kilometer in 3:19 Stunden gelaufen. Dabei hat er ein besonderes Ziel verfolgt.

Von Andreas Richter und Laura Nobel
 Mit dem  „Kinderträume“-Trikot ist Tim Böttcher am Samstag bei seinem ersten Marathon an den Start gegangen.
Mit dem „Kinderträume“-Trikot ist Tim Böttcher am Samstag bei seinem ersten Marathon an den Start gegangen. (Foto: A. Richter )

Großkayna/MZ - Am Sonntag musste Tim Böttcher zeitig aufstehen. Denn seine Mission begann früh um acht. Der 30-Jährige aus Großkayna ging in Treffurt im thüringischen Werratal auf eine 42,195 Kilometer lange Laufstrecke - der erste Marathon für den Kapitän der Unihockey-Nationalmannschaft und des Bundesliga-Teams des Weißenfelser Unihockeyclubs Sparkasse (UHC).

Sein Ziel war es, unter 3:30 Stunden ins Ziel zu kommen. Das hat er geschafft: Böttcher legte die Strecke in 3:19 Stunden zurück. „Es war ein tolles Erlebnis. Das letzte Drittel war körperlich und mental aber schon eine Qual“, erzählt er. Doch es ging bei dem Lauf nicht nur um die sportliche Herausforderung.

Besuch im Disneyland in Paris dank Verein „Kinderträume“

Gestartet ist der Sportler in einem himmelblauen Trikot mit der Aufschrift „Kinderträume“. „Ich wollte mit dem Lauf helfen, kranken Kindern Wünsche zu erfüllen und neue Energie zu geben“, sagt Böttcher, der als Lehrer für Ethik und Sport am Merseburger Domgymnasium arbeitet. Der Verein „Kinderträume“ mit Sitz in Berlin setzt sich seit 1997 für lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche ein.

Als Kind hat Böttcher, der in Langendorf aufgewachsen ist, selbst gespürt, wie wertvoll die Arbeit des Vereins ist. „Ich war als Kleinkind an Nierenkrebs erkrankt“, erzählt er. In jener für seine Familie schweren Zeit sei der Kontakt zum Verein „Kinderträume“ entstanden. Dank dessen Unterstützung konnte der Junge damals nach überstandener Krankheit das Disneyland in Paris besuchen.

„Irgendwann reifte in mir der Gedanke, einen Marathon für den guten Zweck zu laufen“

Viele Jahre später reifte in dem jungen Mann der Gedanke, etwas an den Verein zurückzugeben. Gemeinsam mit seinem Bruder Florian hat er in den vergangenen Jahren bereits Geld für die „Kinderträume“ gesammelt. Als während der Corona-Pandemie auch der Floorball eine Zwangspause einlegen musste, hielt sich Tim Böttcher mit Ausdauerläufen fit.

„Irgendwann reifte in mir der Gedanke, einen Marathon für den guten Zweck zu laufen.“ Und so trainierte der Sportler seit Dezember fast an jedem Tag für die große Herausforderung. Für ihn ist der Rundweg am Großkaynaer See so etwas wie die Heimstrecke. Gern läuft er aber auch am Geiseltalsee oder an der Saale in Weißenfels.

Großkaynaer glücklich über Marathon-Erfolg und Spenden für den guten Zweck

Nach und nach hat Tim Böttcher Kontakte zu lokalen Unternehmen geknüpft. Logos von Sponsoren sind auf dem Trikot zu sehen, das er beim Lauf am Sonntag getragen hat. Bekannte, Freunde, Vereins- und Familienmitglieder haben Geld gespendet. Mehr als 2.500 Euro waren bereits vor dem Lauf zusammengekommen.

„Da ist noch mal ein ganzer Batzen dazu gekommen“, freut sich Böttcher. Über 4.600 Euro seien es nun insgesamt. „Das ist eine tolle Sache, das hätte ich wirklich nicht gedacht.“ Am Freitag will er das Geld gemeinsam mit seinem Bruder dem Verein in Berlin symbolisch überreichen. Ob Böttcher noch mal einen Marathon laufen wird? „Währenddessen habe ich mir geschworen, so etwas nie wieder zu tun. Aber man weiß ja nie, was noch kommt.“