Interview mit Tobias Künzel

Interview mit Tobias Künzel: Prinz komponierte Musical für Weißenfels

Weißenfels - Am 23. Februar wird das Musical „Elixier“ im Goethegymnasium in Weißenfels aufgeführt. Komponist Tobias Künzel wird bei einer Vorstellung erwartet.

19.02.2017, 07:00

Die erste Aufführung fürs Musical „Elixier“ gibt es am 23. Februar, dem kommenden Donnerstag. MZ-Redakteur Holger Zimmer sprach mit Tobias Künzel von den „Prinzen“, der die Musik komponiert hat. Seine Frau Kati Naumann ist die Textautorin.

Sie sollen bei der Vorstellung am kommenden Freitag dabei sein?
Künzel: Wenn es die Zeit erlaubt, sehr gern. Immerhin konnte ich schon mal mit Schülern sprechen, als ich mit den „Prinzen“ beim Schlossfest aufgetreten bin. Da hatte ich einen guten Eindruck, dass sie das hinkriegen. Immerhin proben sie ja auch schon lange.

Sie haben das Musical komponiert, Ihre Frau, Kati Naumann, den Text geschrieben. Wie muss man sich das vorstellen?
Künzel: Wir machen viel zusammen und das „Elixier“ geht ja auf unsere Jugendzeit zurück. Anfang der 1990er Jahre gab es einen ersten Entwurf und mit einer Demo-CD konnten wir einen Hamburger Film- und Fernsehregisseur für das Musical begeistern. 1998 kam das Stück dann als Auftragswerk auf die Bühne und es gab über 40 ausverkaufte Vorstellungen in der Musikalischen Komödie in Leipzig.

Ist eine Inszenierung in einer Schule die Ausnahme?
Künzel: Nein, es gab schon einige Schulen. Da freut man sich natürlich, wenn sich junge Leute für Musik interessieren, aber auch für die schöne Handlung, die ja eine kleine Geschichtsstunde ist. Dem stellt man sich nicht in den Weg. Ich habe außerdem mit Frau Teichert, der Musiklehrerin, gesprochen, und bin mir sicher, dass sich alle engagieren. Mitunter sind ja auch Darsteller dabei, die eine große Begabung mitbringen.

Sie haben gerade in London gearbeitet. Um was ging es da?
Künzel: Dort ist unser zweiter Wohnsitz. Dort haben wir auch ein Tonstudio und gerade an der englischen Version des Karl-Marx-Musicals „Comeback“ gearbeitet. Die Komödie, in der Karl Marx gar nicht vorkommt, ist bereits in Hamburg, Berlin und London gelaufen. Nun wollen wir es näher an die großen Theater des West End heranbringen. 2018 wird es außerdem zum Karl-Marx-Jahr in seiner Geburtsstadt Trier aufgeführt.

Sie frönen in London noch einer anderen Leidenschaft…
Künzel: Ich mache in der Band „Ruff As Stone“ mit, deren Sänger Austin Howard ist. Ich spiele Schlagzeug und im Vorjahr haben wir sogar einige Konzerte in Deutschland gegeben.

Mit den Prinzen sind Sie berühmt geworden. Was ist die Gruppe heute für Sie?
Künzel: Sie ist das Mutterschiff. Es ist die Basis für all das andere Schöne, das ich machen kann. In diesem Jahr sind wir wieder bei 60 oder 70 Konzerten zu erleben. Viele finden wegen des Reformationsjubiläums auch in Kirchen statt. Und dann gibt es im Herbst so etwas wie den Ritterschlag, wenn wir mit dem Gewandhausorchester in der Leipziger Oper auftreten.

Darüber hinaus sind Sie auch sozial engagiert, war zu lesen. Zum Beispiel für krebskranke Kinder und eine bolivianische Bürgerrechtsbewegung...
Künzel: Was ersteres angeht, ging es um die Geschwister von krebskranken Kindern, die in der Familie oft etwas kurz kommen. Das ist aber schon einige Jahre her. Und was Bolivien anbelangt, liegt eine Verwechslung vor. Man kann nicht alles glauben, was bei Wikipedia steht. Ansonsten engagiere ich mich natürlich weiter sozial, habe aber ein ungutes Gefühl, darüber zu reden. Ich will damit keine Werbung für meine Person machen.

Karten für das Musical in der Aula des Goethegymnasiums Weißenfels

Das Musical ist zwischen 23. Februar und 11. März elfmal in der Aula des Goethegymnasiums zu erleben. Die 19-Uhr-Vorstellungen sind ausverkauft und auch die vom 23. Februar. Karten gibt es noch für den 25.2.,14.30 Uhr, den 26.2., 15 Uhr, den 4.3., 14.30 Uhr, den 5.3., 15 Uhr und den 11.3., 14.30 Uhr. Tickets gibt in der Tourist-Information, Bestellungen im Gymnasium unter der Telefonnummer 03443/303278.

(mz)