Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag : Anna von Dänemark kommt nach Weißenfels

Weißenfels - Zur Festveranstaltung am 8. März ist im Kulturhaus ein buntes Programm vorgesehen. Was eine Frau aus Schweden damit zu tun hat.

Von Klaus-Dieter Kunick 01.03.2017, 10:00

An Martin Luther kommt in diesem Jahr wohl kaum einer vorbei. Schließlich jährt sich der berühmte Thesenanschlag Luthers zum 500. Mal. Aus Weißenfels gibt es dennoch andere Töne zu hören. Denn: Nicht Martin steht im Blickpunkt, sondern die Frauen der Reformation. Zumindest wenn es um die Veranstaltungen in Bezug auf den Internationalen Frauentag geht.

Und davon gibt es allerhand. Fakt ist, die Weißenfelser Organisatorinnen, dazu gehören der Frauenarbeitskreis, die Gleichstellungsbeauftragte gemeinsam mit den „Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland“, der Evangelischen Kirchengemeinde Weißenfels, der Gästeführerverein sowie die Stadtbibliothek, haben sich eine Menge einfallen lassen.

Leiterin des Frauenhauses: „Frauen mussten schon immer mehr kämpfen“

„Wir sind neue Wege gegangen, um die Reformation den Frauen näher zu bringen“, erklärte Katja Henze. „Wir wollen ihnen ein Stück weit aufzeigen, was die Reformation heute für eine Bedeutung hat“, fügte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung hinzu. „Frauen mussten schon immer mehr kämpfen“, ergänzte Birgit Peterz, die Leiterin des Frauenhauses in der Saalestadt. Und das nicht erst seit Rosa Luxemburg, die sich für den Internationalen Frauentag bereits um 1910 herum stark machten.

Besonders zur Festveranstaltung am 8. März unter dem Thema „Heute erst Recht! - Frauen Gestalten“ lernen die Besucher das Leben der Frauen um das Jahr 1500 herum kennen. Die Organisatorinnen konzentrieren sich zugleich auf die Frauen der Gegenwart. Gewürdigt werden die Leistungen der inzwischen verstorbenen Pfarrerin Gudrun Lemm, ebenso der ehemaligen Weißenfelser Oberbürgermeisterin Gisela Bevier.

In historischen Kostümen werden zahlreiche Frauen der Geschichte auftreten

„Wir schließen damit den Bogen zur Gegenwart mit den Frauen, die für Veränderungen in Weißenfels standen und noch stehen“, so Katja Henze. Es wird aber nicht nur geredet, sondern auch gegessen. Dass die Festveranstaltung musikalisch begleitet wird, versteht sich. Passend zum Thema Reformation ist Mittelaltermusik zu hören, unter anderem gregorianische Gesänge aus dem Kloster. In historischen Kostümen werden zudem Anna von Dänemark auftreten, Kurfürstin von Sachsen (1532 bis 1585), sowie Margarethe von Watzdorf, die erste Evangelische Äbtissin des Klosters St. Claren.

Doch nicht nur die Historie wird beleuchtet, spannend dürfte es zugehen, wenn Lisbeth Malmström auftritt. Sie kommt aus Schweden, der Region, zu der die Evangelische Kirchgemeinde Weißenfels seit vielen Jahren partnerschaftliche Beziehungen pflegt. Lisbeth Malmström wird auch darüber reden, wo die schwedischen Frauen in Sachen Gleichberechtigung stehen.

Während der Festveranstaltung wird eine Patchworkdecke zu einem guten Zweck versteigert

Dass diese Ausführungen des schwedischen Gastes interessieren, davon ist Katja Henze überzeugt. Doch in den letzten Jahren zeigte sich noch etwas Bemerkenswertes: „Es ist erstaunlich, dass viele Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren zur Festveranstaltung vorbeischauten“, fügte Birgit Peterz hinzu.

Und auch das sei verraten: Während der Festveranstaltung wird eine Patchworkdecke zu einem guten Zweck versteigert. Angefertigt haben die die Schulsozialarbeiterin Anja Spengler sowie Kinder und Jugendliche aus der Freizeiteinrichtung „Das Boot“.

Musikalisch hoch her dürfte es auch zum Schluss der Frauentagsveranstaltung zugehen: Wenn alle Besucher in den Text „Brot und Rosen“ einstimmen, einem Lied aus den USA der 1920er Jahre, dann geht es ganz sicher ans Gefühl.

Zahlreiche Veranstaltungen anlässlich des Frauentages

Donnerstag, 2. März: Lesung „Die Mutter des Satans“, 19 Uhr im Fürstenhaus, Leipziger Straße 9. Claudia und Nadja Beinert lesen aus ihrem erschienenen Roman über die Mutter Martin Luthers. Die Karten kosten im Vorverkauf zehn Euro, an der Abendkasse 13 Euro.

Mittwoch, 8. März: Festveranstaltung zum Frauentag, 14 Uhr, Kulturhaus Weißenfels. Ende gegen 17 Uhr (Eintritt drei Euro). Eröffnet wird die Wanderausstellung „Frauen der Reformation in der Region“. Die musikalische Umrahmung erfolgt durch das „montalbane Ensemble“ Goseck. Der Nachmittag klingt mit Kaffee, Kuchen und Unterhaltungsmusik aus.

Um Anmeldung wird gebeten unter der Nummer: 03443/37 04 64

Donnerstag, 9. März: Mittagsgebet in der Marienkirche zur Ausstellungseröffnung „Frauen der Reformation in der Region“. Am 14. März ist darüber hinaus um 12 Uhr Orgelmusik zur Marktzeit zu hören.

Sonntag, 12. März: „Euphemia und Margarethe - zwei starke Klosterfrauen“, eine Führung mit dem Gästeführerverein, 14 Uhr, Treffpunkt am Markt. Zwei Nonnen des hiesigen Sankt Clarenklosters erzählen über die Frauen im 16. Jahrhundert. Es geht unter anderem um die interessante Frage: Wie lebten die Frauen in Wiczenvels zur Zeit der Reformation? (mz)