Insekten im Schokomantel

Insekten im Schokomantel: Neues beim diesjährigen Streetfood- und Kleinkunstfestival

Weißenfels - Leicht abgewandelt, aber noch mit dem gleichen Charakter.

Von Andrea Hamann-Richter 27.04.2019, 13:00

700 Postkarten liegen frisch gedruckt auf einem Tisch der „Jugend City Pastoral“ in Weißenfels. Sie gehören zu den Neuigkeiten, die es während des Streetfood- und Kleinkunstfestivals am 4. und am 5. Mai auf der Jüdenstraße in Weißenfels gibt. Darüber informieren Martin Papke, katholischer Gemeindejugendreferent, und Christian Endt von der Weißenfelser Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter der beiden Einrichtungen initiieren das Fest, welches schon im vergangenen Jahr während seiner Premiere einen vollen Erfolg feierte.

„Wir wollen einen Ideenprozess anstoßen“

500 von den Karten sind mit dem Motiv des Mopses, der am Schlosshang steht, bedruckt worden. Für die anderen 200 Exemplare wurde die Ansicht des ehemaligen Filmtheaters „Gloria“ gewählt. Auf den Rückseiten der Postkarten sind Informationen über die beiden Wahrzeichen enthalten. Für die Karten gibt es keinen festen Preis. Sie können mit einer Spende gekauft werden. Papke sagt, es gehe bei dem Festival auch um die Verbundenheit mit der Stadt.

Der Mops gehöre zu den Wahrzeichen der Stadt und beim „Gloria“ hingegen gehe es um Zukunftsvisionen, was mit dem Gebäude geschehen könnte. „Wir wollen einen Ideenprozess anstoßen“, sagt Papke. So sollen die Menschen aufschreiben, was sie sich für das seit Jahren ungenutzte „Gloria“ vorstellen könnten. Diese Impressionen wollen die Initiatoren später der Stadt zur Verfügung stellen.

Neues beim Streetfood- und Kleinkunstfestival

Es wurde außerdem ein mobiles Wandbild gestaltet, auf dem ebenfalls das „Gloria“ zu sehen ist. Es soll an den beiden Tagen an unterschiedlichen Stellen der Jüdenstraße aufgestellt werden, damit das leerstehende Haus an der Merseburger Straße immer wieder in den Blickpunkt gerückt wird.

Es gibt nicht nur Neues, sondern das Konzept wurde auch leicht verändert. In diesem Jahr wird keine Bühne aufgestellt. Es gibt mehrere Künstler, die zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Stellen der Jüdenstraße auftreten werden. So kommt unter anderem ein Feuerkünstler, mehrere Menschen werden außerdem Musik machen. Insgesamt sind es elf Künstler, die zu erleben sind. „Lautes und leises wird dabei sein“, kündigt Martin Papke an.

Teilnehmer sind Händler, Vereine oder Schulen

Die 23 Teilnehmer des Festivals sind Händler, Vereine, Schulen und Einzelpersonen. Sie bekochen die Besucher und haben sich auch wieder interessante Gerichte einfallen lassen, sagt er. So gebe es raffiniert zubereitete Insekten, ummantelt mit Schokolade, Fischbrötchen mit Pflaumenmus oder Leberwurst würden verkauft, genauso wie vegetarische Gerichte, das russische Teiggericht Pelmeni und das Spanferkel - von der deutschen Küche bis hin zum amerikanischen Barbecue sei alles dabei.

Serviert werden die Speisen auf Tellern, die aus Palmblättern hergestellt wurden und gegessen wird mit Holzbesteck, kündigt Martin Papke an. „Es soll nicht nur schön, sondern auch ökologisch sein. Es geht um Nachhaltigkeit und darum, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, weg von Plastik zu gelangen“, sagt er weiter.

Gewinn aus dem Verkauf der Getränke fließt in Kinder- und Jugendarbeit

Die Gerichte kosten von einem Euro bis fünf Euro. Den Erlös behalten die Teilnehmer ein, um die Unkosten zu decken. Der Gewinn aus dem Verkauf der Getränke fließt zum einen in die Kinder- und Jugendarbeit in der „Jugend City Pastoral“ in der Jüdenstraße. Zum anderen wird das Geld für die Organisation des nächsten Streetfood- und Kleinkunstfestivals verwendet.

Christian Endt erzählt, was die Stadt macht. „Wir sind für den langweiligen Part zuständig“, sagt er und lacht. So seien die Mitarbeiter damit beschäftigt, hinter den Kulissen zu organisieren. Derzeit werde der Aufbauplan erstellt und geschaut, wer wie viel Strom und andere Technik benötigt. Es gehe unter anderem auch darum, mit Händlern zu sprechen, ob Teilnehmer eventuell vor ihren Schaufenstern platziert werden können, ohne dass die Händler benachteiligt werden. Sie werden nämlich am Sonnabend auch ihre Türen öffnen. (mz)

Streetfood- und Kleinkunstfestival: 4. Mai von 10 bis 21 Uhr und am 5. Mai von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.