Hörspaziergang durch die Innenstadt

Hörspaziergang durch die Innenstadt: Sport auf dem Markt hält fit

Weißenfels - Beim Hörspaziergang durch die Innenstadt erfahren Teilnehmer allerhand über die Sportgeschichte von Weißenfels. Auch, wie sie selbst fit bleiben.

Von Tobias Schlegel 24.09.2019, 10:00

Kann ein Schachspieler dopen? Bewiesen ist es nicht. Eine Zeit lang wurde aber vermutet, dass etwa acht Tassen Kaffee dafür sorgen können, dass sich ein Spieler besser konzentrieren kann. Immerhin kann so eine Partie schon mal gute fünf Stunden dauern.

Diese war eine von vielen - teils kuriosen - Fragen, die die Teilnehmer des Hörspaziergangs am Sonnabend beim Gang durch die Weißenfelser Innenstadt gestellt bekommen haben. In Zusammenarbeit mit der Leipziger Künstlerin Diana Wesser haben Mitglieder des Gästeführervereins zweimal für jeweils zwei Stunden insgesamt rund 30 Interessenten durch die Stadt geführt und dabei Wissenswertes über die Sportgeschichte der Stadt verraten. Dies geschah im Rahmen des Projekts „Sportsfreunde“ des Schlossmuseums.

Geschichte mit Geschichten verbinden

„Unser Ziel bei diesem Hörspaziergangs ist es, Geschichte mit Geschichten zu verbinden“, sagt Diana Wesser. Außerdem wollen die Verantwortlichen bei dem Hörspaziergang Sportarten und Vereine vorstellen, die sonst nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen und eher im Hintergrund agieren.

Deshalb hat sich die 48-Jährige im Frühjahr auf die Suche nach Protagonisten gemacht, diese interviewt und dabei auf ihre Beziehung zum Sport befragt. „Manche Gesprächspartner wurden mir vermittelt, andere habe ich selbst recherchiert, indem ich einfach mal durch die Stadt gelaufen bin“, erzählt die Leipzigerin. So lief sie eines Tages durch die Saalstraße und entdeckte dabei in einem Schaufenster Bilder und Informationen über den Weißenfelser Schützenverein.

Geschichte der Schützen in Weißenfels

Die Geschichte der Schützen in Weißenfels reicht bis ins Jahr 1223, als es noch keinen Staatsschutz gab und die Bevölkerung sich selbst verteidigen musste. Unter den Nazis und auch in der DDR war der Sport verboten, in Weißenfels gibt es einen Verein erst seit 1990 wieder.

Mit dessen Vorsitzenden hat sich Diana Wesser genauso unterhalten, wie mit dem Chef des Schachklubs Roland, der Leiterin einer Stuhlgymnastikgruppe für Senioren und dem Mitglied einer Gymnastikgruppe für Blinde und Sehbehinderte. Auch ein junger Flüchtling aus Afghanistan erzählt, wie der Sport ihm bei der Integration hilft. Die Interviews bekommen die Teilnehmer während des Rundgangs per Audio vorgespielt.

Bänke auf dem Markt und dem Busbahnhof eigenen sich für Übungen wie Rumpfbeugen

Bei dem Spaziergang erfahren die Leute aber nicht nur etwas über die Sportgeschichte ihrer Stadt, sondern auch, wie man ganz einfach selbst ein paar Fitnessübungen machen kann, zum Beispiel mit einem Staubwedel. Auch die Bänke auf dem Markt und dem Busbahnhof eigenen sich für Übungen wie Rumpfbeugen - auf Neudeutsch: Sit-up.

Diana Wesser ist mit der Resonanz des Hörspaziergangs zufrieden. Sie kündigt auch gleichzeitig an, dass es weitere solcher Stadtführungen geben wird. Diese können auch in der Touristinformation gebucht werden. Die Spaziergänge seien dabei individuell planbar. Für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, könne man die Führung etwas verkürzen. Aber auch für durchtrainierte Sportler oder Menschen mit Sehbehinderungen ist eine spezielle Führung möglich.

››Wer einen Hörspaziergang buchen möchte, kann in der Touristinformation unter: 03443/303070 anrufen. (mz)