Hochwasserschäden in Weißenfels

Hochwasserschäden in Weißenfels: 15 Millionen Euro für neue Kanäle

Weißenfels - Die Weißenfelser Abwasseranstalt plant in den nächsten vier Jahren umfangreiche Bauarbeiten zur Sanierung der Abwasserkanäle im Zentrum der Stadt. Darüber hat Claudia Girnus, technische Leiterin bei der Abwasseranstalt, auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Montagabend ...

Von Andreas Richter 03.05.2016, 12:03

Die Weißenfelser Abwasseranstalt plant in den nächsten vier Jahren umfangreiche Bauarbeiten zur Sanierung der Abwasserkanäle im Zentrum der Stadt. Darüber hat Claudia Girnus, technische Leiterin bei der Abwasseranstalt, auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Montagabend informiert.

Das Geld für die Sanierung fließt aus den Landesmitteln zur Beseitigung der Schäden des Saale-Hochwassers im Jahr 2013. Insgesamt, so Girnus, habe das Land 15 Millionen Euro für die Sanierung der Abwasserkanäle Weißenfels bewilligt. Damit könnten die geplanten Baumaßnahmen zu hundert Prozent über Fördergeld finanziert werden. Kosten für anliegende Grundstückseigentümer seien daher nicht zu erwarten.

Im Vorfeld war der Zustand der Abwasserkanäle in der Innenstadt sowie in mehreren Ortsteilen umfangreich untersucht worden. Die Inspektionen hatten ergeben, dass erhebliche Teile des Mischwassersystems im Zentrum sanierungsbedürftig sind. Ein Teil der Kanäle sei fast hundert Jahre alt, so die technische Leiterin. Welche konkreten Auswirkungen die Bauarbeiten in den nächsten vier Jahren auf den Straßenverkehr im Stadtzentrum haben werden, ist derzeit noch nicht absehbar.

Künftige Sanierungsarbeiten

Ein Schwerpunkt der künftigen Sanierungsarbeiten ist das Gebiet an der in unmittelbarer Nähe zur Saale gelegenen Stadthalle. Allein dort sollen knapp 1.000 Meter Kanäle erneuert sowie 18 Abwasserschächte erneuert beziehungsweise saniert werden. Weitere Schwerpunkte sind die Beuditzstraße sowie ihre Nebenstraßen sowie das Gebiet rund um die Marienkirche und die Saalstraße. Außerhalb der Kernstadt sollen Regenwasserkanäle unter anderem in Markwerben, Uichteritz, Schkortleben und Wengelsdorf saniert werden.

Während im Zentrum das Abwasser über Mischkanäle entsorgt wird, bestehen in den Ortschaften zumeist getrennte Regenwasser- und Schmutzwasserkanäle. Auf Anfrage aus dem Ausschuss verwies Claudia Girnus darauf, dass die Schmutzwasserkanäle in den Ortschaften, die nicht in die Untersuchung auf Hochwasserschäden einbezogen waren, zumeist nur 15 bis 20 Jahre alt sind. Dies lasse zumindest die Vermutung zu, dass diese Kanäle in den ländlichen Gebieten das Hochwasser weitgehend schadlos überstanden haben. (mz)