Herderschule

Herderschule: Für den Unterricht geeigneten Räume reichen nicht aus

Weißenfels - Die Weißenfelser Herderschule wird ab Herbst saniert. Derweil stellt der Umzug in ein Ausweichquartier die Kommune vor große Herausforderungen.

Von Andreas Richter 04.07.2019, 12:39

Während am Mittwoch auch die rund 220 Mädchen und Jungen der Weißenfelser Herder-Grundschule in die Ferien gestürmt sind, steht die Stadt vor einer Herkulesaufgabe: Bis Ende Oktober soll der zum Teil viele Jahre ungenutzte Nordflügel des Gebäudes für die Unterbringung von rund hundert Schülern hergerichtet werden.

Der Hintergrund: Das Hauptgebäude der Grundschule in der Neustadt wird in den nächsten zweieinhalb Jahren gründlich saniert. Schüler und Lehrer müssen während dieser Zeit in andere Gebäude ausweichen. Zunächst war die ehemalige Altstadtschule an der Promenade als Interimsquartier für alle vorgesehen. Immerhin waren dort vor Jahren auch die Mädchen und Jungen der Berg-Grundschule untergekommen, als deren Schulgebäude saniert wurde.

Die für den Unterricht geeigneten Räume an der Promenade reichen nicht aus

Mittlerweile aber hat sich herausgestellt: Die für den Unterricht geeigneten Räume an der Promenade reichen nicht aus, um die größere Anzahl von Kindern aus der Herderschule aufzunehmen.

Deshalb nun eine neue Lösung. Während die rund 120 Schüler der 1. und 2. Klassen nach den Sommerferien wie geplant in die ehemalige Altstadtschule umziehen, sollen die 3. und 4. Klassen ab kommendem Schuljahr im nördlichen Seitenflügel des Gebäudes der Herderschule unterrichtet werden. Damit muss die Stadt allerdings eine Herkulesaufgabe schultern. Denn die dafür vorgesehenen Räume im Nordflügel, in denen einst der Hort der Bergschule untergebracht war, stehen mittlerweile seit vielen Jahren leer.

„Wir haben vor gut vier Wochen angefangen die Räume zu entkernen“

„Wir haben vor gut vier Wochen angefangen die Räume zu entkernen“, berichtet Carmen Rex, Abteilungsleiterin Hochbau bei der Stadt. Bis Oktober, so der sportliche Zeitplan, sollen die Räume für vier Klassen mit insgesamt rund hundert Schülern vorbereitet sein. Rund 500.000 Euro will die Stadt dafür in die Hand nehmen. Carmen Rex umreißt wichtige Vorhaben: „Wir müssen die Sanitäranlagen erneuern, Türen verkleinern und Mauern durchbrechen. Heizungsanlage und Elektrik sind marode. Ein zweiter Rettungsweg muss her.“

Dabei verstärkt die angespannte Auftragslage bei den Baufirmen den Druck. „Wir haben bisher noch immer keine Firma für die Elektroarbeiten“, beschreibt Rex während eines Rundgangs unmittelbar vor Beginn der Ferien die Situation. Nun hoffe man, im zweiten oder dritten Anlauf einen Auftragnehmer zu finden.

Gesamtkosten für das Vorhaben werden auf rund 5,5 Millionen Euro geschätzt

Sonst könnte eine ganze Terminkette in Gefahr geraten. Denn nach dem aktuellen Plan sollen die Dritt- und Viertklässler sowie der Hort mit Beginn des neuen Schuljahres noch bis Oktober im Hauptgebäude der Herderschule untergebracht werden. Dann sollen sie in den mittlerweile hergerichteten Flachbau an der Nordseite umziehen und somit den Weg frei machen für die Sanierung des Hauptgebäudes.

Während die Stadt das Nebengebäude komplett aus eigenen Mitteln auf Vordermann bringen muss, erhält sie für das Hauptgebäude rund 2,2 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm Stark III des Landes. Die Gesamtkosten für das Vorhaben, dessen Kernstück die energetische Sanierung ist, werden auf rund 5,5 Millionen Euro geschätzt. Mit dem Geld soll auch der Fußboden im zweiten Obergeschoss saniert werden. Im Jahr 2013 musste die Schule zeitweise geschlossen werden, nachdem in Fußböden eine Belastung mit der gesundheitsgefährdenden Substanz Naphtalin festgestellt worden war. Danach waren die Fußböden im Erdgeschoss und in der ersten Etage saniert worden. (mz)