Herber Rückschlag

Herber Rückschlag: Warum die Ladegastorgel 2019 stumm bleibt

Weißenfels - Es ist ein herber Rückschlag für die Mitglieder des Fördervereins, die sich für die Sanierung der Ladegastorgel in der Weißenfelser Laurentiuskirche einsetzen. Ihre Hoffnungen, dass ein Unternehmen aus Bad Liebenwerda das bereits zerlegte Instrument noch in diesem Jahr zusammenbaut, haben sich nicht erfüllt. Die Firma ist nach dem Tod des Orgelbauers Stefan Pilz angefragt worden, dessen Arbeit zu Ende zu führen, musste dem Förderverein aber ...

Von Andrea Hamann-Richter 03.04.2019, 07:18

Es ist ein herber Rückschlag für die Mitglieder des Fördervereins, die sich für die Sanierung der Ladegastorgel in der Weißenfelser Laurentiuskirche einsetzen. Ihre Hoffnungen, dass ein Unternehmen aus Bad Liebenwerda das bereits zerlegte Instrument noch in diesem Jahr zusammenbaut, haben sich nicht erfüllt. Die Firma ist nach dem Tod des Orgelbauers Stefan Pilz angefragt worden, dessen Arbeit zu Ende zu führen, musste dem Förderverein aber absagen.

Stefan Pilz hatte den Auftrag, die Ladegastorgel grundlegend zu sanieren und das Instrument dafür bereits auseinander gebaut. Im November vergangenen Jahres war der Orgelbauer dann aber überraschend bei einem Verkehrsunfall tragisch ums Leben gekommen.

Ladegastorgel in Weißenfels: Abgebrochene Sanierung muss neu ausgeschrieben werden

Seither hat niemand mehr das Instrument angefasst und die Fördervereinsmitglieder fragen sich, wie die Orgel wieder aufgebaut werden kann. „Mit diesem Plan ist es also vorbei“, sagt Vereinsmitglied Gisela Bevier. Nun muss die nicht zu Ende gebrachte Sanierung neu ausgeschrieben werden.

Gleich mehrere Orgelbauunternehmen hat der Förderverein bereits kontaktiert. Die Firmen werden nun kalkulieren, wie teuer es wird, das mehr als 150 Jahre alte Instrument wieder zum Leben zu erwecken. Und wie lange eine entsprechende Sanierung dauern würde. Dafür werden die Orgelbauer das Instrument auch vor Ort begutachten. Letztlich muss das Landesamt für Denkmalschutz entscheiden, wer den Auftrag nun erhält. Für die ursprüngliche Sanierung hatte es im vergangenen Jahr 54.000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Ladegastorgel Weißenfels: 10.000 Euro hatte der Förderverein über Jahre mühsam selbst gesammelt

Die darüber hinaus benötigten 10.000 Euro hatte der Förderverein über Jahre mühsam selbst gesammelt. Nun sorgt sich Gisela Bevier, dass die zweite Ausschreibung den Kostenrahmen sprengt. Wenn dann das Land nicht finanziell nachlegt, stünde der Förderverein wohl vor einem Problem. Das will sie sich gar nicht erst ausmalen.

Fest steht, dass die Orgel nicht wie erhofft im Juni erklingen wird. „In diesem Jahr werden die Arbeiten an der Orgel wohl nicht abgeschlossen“, so Gisela Bevier. Denn die erneute Ausschreibung kostet Zeit. Immerhin muss der nächste Orgelbauer nicht bei Null anfangen. Stefan Pilz hatte alle seine Arbeitsschritte sorgfältig dokumentiert. (mz)