Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels

Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels: Stadt sucht geeignete Mitarbeiter

Weißenfels - Die Stadt Weißenfels sucht geeigneten Mitarbeiter für das Haus in der Nikolaistraße. Derweil steht ein Kommunikationskonzept vor der Vollendung.

Von Andreas Richter 27.11.2017, 10:03

Mehr als 30 Interessenten haben sich bei der Stadt um eine Stelle als musikwissenschaftlicher Mitarbeiter im Weißenfelser Heinrich-Schütz-Haus beworben. Im Dezember sollen Gespräche mit einem Teil der Bewerber geführt werden. Darüber hat Robert Brückner, Leiter des städtischen Kulturamtes, informiert.

Der Hintergrund: Die bisherige Leiterin der Musikergedenkstätte in der Nikolaistraße, Henrike Rucker, hatte die Stadt Ende Oktober in Richtung Leipzig verlassen. Seitdem ist die Leitung des Hauses vakant. Die Lösung der Stadt sieht nun vor, dass Aiko Wulff, seit knapp einem Jahr Chef des städtischen Museums auf dem Schloss, die Leitung des Schütz-Hauses mit übernimmt.

Kulturamt Weißenfels: Wir setzen auf große Selbstständigkeit und Kompetenz

Was für Robert Brückner jedoch nur wenig am Stellenwert des neuen Mitarbeiters im Schütz-Haus ändert. „Wir setzen auf große Selbstständigkeit und Kompetenz“, sagte er, räumte allerdings auch Abstriche bei der Bezahlung ein. Wenngleich es sich nicht um eine Leiterstelle im engeren Sinne handelt, werde der neue Mitarbeiter eine ähnliche Verantwortung zu tragen haben wie seine Vorgängerin.

Mehr noch: Lasten der Administration und Verwaltung sollen ihm genommen werden, damit er sich voll auf die inhaltliche Profilierung des Hauses konzentrieren kann, so Brückner.

Mitarbeiter mit hoher Sachkenntnis für das Heinrich-Schütz-Haus gesucht

Eine Aussicht, mit der sich auch Manfred Hoyer, Vorsitzender des Musikvereins „Heinrich Schütz“, anfreunden kann. „Ein Leiter für zwei Museen, das muss erst mal in die Köpfe rein“, räumte er ein. Es komme nun darauf an, dass es der Stadt gelingt, einen Mitarbeiter mit hoher Sachkenntnis für das Haus zu finden. Dass sich vergleichsweise viele beworben haben, kommt für Hoyer nicht ganz überraschend. „Es gibt wenige Arbeitsstellen im Kulturbereich, aber viele Interessenten“, weiß er.

Eines dürfte dabei unbestritten sein: Rund um das historische Gebäude wartet jede Menge Arbeit. Suchen die Akteure doch gerade geeignete Wege, um das Haus, das nach Ansicht Hoyers zu den schönsten Musikergedenkstätten im Lande zählt, deutschlandweit bekannter zu machen. Ein Kommunikationskonzept, zu dem vor wenigen Tagen ein letzter Workshop stattgefunden hatte, steht kurz vor der Fertigstellung.

Schütz-Haus Weißenfels: Künftig will man verstärkt bestimmte Zielgruppen

Allzu viel will Robert Brückner allerdings noch nicht verraten. Nur so viel: Künftig will man verstärkt bestimmte Zielgruppen, so zum Beispiel Chöre in Deutschland gezielt ansprechen und auf das Weißenfelser Museum aufmerksam machen. Manfred Hoyer ergänzt: Internet-Auftritt und soziale Medien seien ein wichtiger Aspekt in der Diskussion um das Schütz-Haus der Zukunft gewesen.

Vorgestellt wurde auf der jüngsten Jahrestagung des Kuratoriums für das Schütz-Haus eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Gedenkstätte. Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Jahr 2022, dem 350. Todestag von Heinrich Schütz, soll ein Erweiterungsbau Wirklichkeit geworden sein. Auf der nächsten Sitzung des Kulturausschusses am 7. Dezember soll die Studie laut Brückner erstmals öffentlich vorgestellt werden.

Erfreuliche Besucherzahlen im Schütz-Haus

Mut für den steinigen Weg zur besseren Vermarktung der Weißenfelser Gedenkstätte macht indes die Entwicklung der Besucherzahlen. Immerhin zeigt die Statistik einen leichten Trend nach oben. Wurden im vergangenen Jahr zwischen Januar und Oktober 2.568 Besucher registriert, so waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 3.192 Gäste - die Besucher von Veranstaltungen im Haus nicht mitgezählt.

Eine erfreuliche Entwicklung auch für Manfred Hoyer, wenngleich er einschränkt: „Die Bedeutung des Hauses lässt sich nicht allein an den Besucherzahlen festmachen.“ (mz)