Heinrich-Schütz-Haus

Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels: Namhafte Personen gründen Kuratorium zur Unterstützung

Weißenfels - Um das Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels zu Unterstützen, gründete sich ein Kuratorium, wie Henrike Rucker, Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses, informierte.

Von Andreas Richter 29.10.2016, 19:01

Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2012 haben jedes Jahr einschließlich aller Veranstaltungen knapp 5.500 Gäste das Weißenfelser Heinrich-Schütz-Haus besucht. Zu wenig für eine Gedenkstätte, die mit großem Aufwand saniert und deren Ausstellung vollständig neu konzipiert wurde. Das jedenfalls finden 21 namhafte Persönlichkeiten aus der ganzen Bundesrepublik, die sich jetzt zu einem Kuratorium zur Unterstützung des Hauses zusammengefunden haben.

Im Umfeld des am 16. Oktober zu Ende gegangenen Heinrich-Schütz-Musikfestes hatten sich die neuen Zugpferde für den Alterssitz des Komponisten in Weißenfels getroffen. Erst am vergangenen Freitag allerdings lüftete Henrike Rucker, Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses, in einer offiziellen Pressemitteilung das bis dahin gut gehütete Geheimnis. Das Kuratorium wolle das Haus „einem breiten nationalen und internationalen Besucherkreis bekannt machen“ sowie mit „Projekten und Initiativen für das Museum werben“, heißt es darin. Eine wichtige Zielmarke bilde dabei der 350. Todestag des Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672) im Jahr 2022.

Ein erster Schritt

Unter den Mitgliedern des Kuratoriums sind Christoph Palmer, Unternehmensberater und ehemaliger Minister der Landesregierung in Baden-Württemberg, ebenso zu finden wie Sachsen-Anhalts Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger (CDU) oder der renommierte Opernsänger Matthias Rexroth. Hinzu kommen regionale Schwergewichte wie Götz Ulrich (CDU), Landrat des Burgenlandkreises, und der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos).

Ab dem Jahr 2017 sollen sich die Eintrittspreise im Heinrich-Schütz-Haus leicht erhöhen. Das hat der Kulturausschuss dem Stadtrat bei acht Ja- und zwei Gegenstimmen empfohlen. Ein Erwachsener soll demnach künftig fünf statt bisher vier Euro Eintritt zahlen. Die ermäßigte Karte kostet dann drei statt bisher zwei Euro. Die Schülerkarte wird jedoch von zwei auf einen Euro reduziert Als Schritt mit „negativer Symbolwirkung“ hat Stadtrat Gunter Walther (Fraktion Bündnis für Gerechtigkeit/Grüne) die Preiserhöhung bezeichnet. 

Robert Brückner, Leiter des städtischen Kulturamtes, informierte in der vergangenen Woche den einigermaßen überraschten Kulturausschuss über den illustren Kreis, der da künftig Lobbyarbeit für das Schütz-Haus leisten will. Der erste Schritt auf dem vermutlich längeren Weg: Ein Kommunikations- und Marketingkonzept für das Haus soll entstehen. Bis Anfang kommenden Jahres soll ein Büro gefunden werden, das das Konzept auf die Beine stellt. Die Kosten dafür sind derzeit freilich noch unklar. In jedem Fall sollen diese geteilt werden.

Die bisherigen Vorstellungen: Ein Viertel will das Kuratorium beisteuern, mit einem Viertel soll die Kommune dabei sein, für die andere Hälfte soll eine finanzielle Unterstützung bei Land und Landkreis beantragt werden. Derweil schätzt Brückner, dass auf die Kommune etwa Kosten in einer Größenordnung von 5.000 Euro zukommen könnten. Unabhängig vom Marketingkonzept plant die Stadt im Haushalt des nächsten Jahres 10.000 Euro für Werbemaßnahmen rund um das Heinrich-Schütz-Haus ein.

„Das Kuratorium ist keine juristische Person“, so Brückner auf Nachfragen, wie denn das neue Gremium arbeiten soll. Soll heißen: Die Alltagsarbeit vor Ort rund um das Haus in der Nikolaistraße werden auch künftig die Kommune und der Förderverein des Heinrich-Schütz-Hauses zu leisten haben. Der Verein soll auch Auftraggeber für das Marketingkonzept werden. Die Mitglieder des Kuratoriums werden voraussichtlich erst beim Schütz-Musikfest im Herbst nächsten Jahres in Weißenfels das nächste Mal zusammentreffen.

Bis Ende 2015 war der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ fast 13 Jahre lang Träger des einzigen original erhaltenen Wohnhauses des Komponisten. Zu Beginn dieses Jahres hatte der Verein die Trägerschaft an die Stadt übergeben. Der wesentliche Grund: Die Finanzierung des Hauses war aus Sicht des Vereins nicht mehr dauerhaft gesichert. In diesem Jahr musste erstmals seit dem Jahr 2002 die alljährlich im Mai stattfindende Musikwoche ausfallen, weil der organisatorische Aufwand für wenige Akteure zu groß geworden war. (mz)