Heimatnaturgarten Weißenfels

Heimatnaturgarten Weißenfels: Besucherschwund, aber positive Veränderungen

Weißenfels - Die heiße Zeit hat dem Weißenfelser Tierpark einen Besucherschwund beschert. Über welche positiven Veränderungen man sich dort freut.

Von Andreas Richter 21.10.2018, 06:00

Der heiße Sommer war für den Weißenfelser Heimatnaturgarten eher flau. Wie Leiterin Ute Radestock jetzt berichtete, wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 14.763 Besucher im Tierpark nahe der Langendorfer Straße gezählt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 17.460 Gäste.

„Uns fehlt fast die komplette Zeit der Sommerferien“, blickt Ute Radestock zurück. Gerade in diesen Wochen seien aufgrund der Hitze deutlich weniger Besucher gekommen als in vergangenen Jahren. Die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache: Kamen im August 2017 rund 2.200 Besucher, so waren es im gleichen Monat dieses Jahres knapp 1.000 weniger. Im August des bisherigen Rekordjahrs 2014 fanden sogar rund 3.200 Tierfreunde den Weg in das Weißenfelser Kleinod.

Heimatnaturgarten Weißenfels: Öffnungszeiten von 8 bis 15 Uhr vorverlegt

Im zurückliegenden Sommer hatte der Heimatnaturgarten mehrere Wochen lang seine Öffnungszeiten von 8 bis 15 Uhr vorverlegt, weil an den Nachmittagsstunden keine Gäste zu erwarten waren und die Tierpfleger ebenso unter der sengenden Hitze gelitten haben. Unterm Strich fehlen dem Weißenfelser Heimatnaturgarten aufgrund der Besucherflaute in diesem Sommer bisher Einnahmen in Höhe von rund 5.500 Euro.

Ungeachtet dessen gab es im Tierpark in diesem Jahr viel Positives zu vermelden. „Wir haben einiges investiert“, sagt Ute Radestock. Ganz vorn auf der Liste steht dabei die neue behindertengerechte Toilettenanlage in einem ebenso neu gestalteten Eingangsbereich. Rund 27.000 Euro stecken in der neuen WC-Anlage. 11.000 Euro davon steuerte die Stadt aus ihrem Haushalt bei. Der große Rest wurde seit 2012 auf einem Spendenkonto zusammengetragen. Dankbar ist Ute Radestock über Eigenleistungen von Mitgliedern des Freundeskreises Heimatnaturgarten.

Immer wieder müssen im Heimatnaturgarten auch Tiergehege repariert und erneuert werden

Immer wieder müssen im Heimatnaturgarten auch Tiergehege repariert und erneuert werden. So wie jetzt das Entengehege. „Wir mussten hier etwas tun. Das alte Gehege war schon morsch“, sagt die Chefin. Saniert wurden ebenso zwei Teiche bei den europäischen und amerikanischen Nerzen. Das Bemerkenswerte: Finanziert werden konnten diese Arbeiten dank der mehr als hundert Tierpatenschaften, die einzelne Bürger, Vereine oder Institutionen mittlerweile übernommen haben.

Ein anderes Projekt liegt allerdings auf Eis: der Neubau eines Luchsgeheges. Im Sommer 2015 waren die beiden Luchse im alten Gehege kurz hintereinander gestorben. Seitdem steht der Tierpark vor der Aufgabe, das bis dahin unter Bestandsschutz fallende Gehege zu vergrößern und zu modernisieren, um wieder neue Luchse ansiedeln zu können. Eine langfristig angelegte Spendenaktion hat laut Radestock bislang rund 40.000 Euro eingebracht. Die Gesamtkosten für ein erneuertes Gehege werden auf 60.000 Euro geschätzt.

Das Problem: Die Akteure wissen nicht, ob sich ein neues Gehege am aktuellen Standort überhaupt noch lohnt, denn langfristig steht ein Umzug des Tierparks zur Diskussion . „Das ist auf Dauer eine unbefriedigende Situation“, meint die langjährige Leiterin des Naturgartens. Deshalb auch hat sie den Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) um ein Gespräch gebeten, das nun in den nächsten Tagen stattfinden soll. „Mir geht es vor allem um einen Zeithorizont. Dauert es noch zwei oder zehn Jahre? Nur dann können wir entscheiden, wie es mit dem Luchsgehege weitergeht“, sagt sie. (mz)