Heimatnaturgarten

Heimatnaturgarten: Trubel zum Kindertag im Tierpark

Weißenfels - Jubel, Trubel, Heiterkeit: Rund 400 Kinder machen am Mittwochmorgen den Weißenfelser Heimatnaturgarten unsicher. „Natürlich, heute ist doch Kindertag“, sagt Ines Kunz, Lehrerin an der Ökowegschule, die die Veranstaltung mitorganisiert hat. Und bei so vielen jungen tobenden Besuchern kann es schon mal ein bisschen lauter ...

Von Jan Iven 02.06.2016, 14:00

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Rund 400 Kinder machen am Mittwochmorgen den Weißenfelser Heimatnaturgarten unsicher. „Natürlich, heute ist doch Kindertag“, sagt Ines Kunz, Lehrerin an der Ökowegschule, die die Veranstaltung mitorganisiert hat. Und bei so vielen jungen tobenden Besuchern kann es schon mal ein bisschen lauter werden.

So manches Tier versteckt sich da in seinem Gehege. Die Eule Hedwig wurde vorsichtshalber in ihren Verschlag gebracht, damit sie Ruhe vor dem ganzen Trubel hat. Andere hingegen, wie Ziegen, Rehe, Meerschweinchen und Esel, freuen sich über die große Aufmerksamkeit der Kleinen, die Streicheleinheiten und vor allem über das Futter, dass sie ihnen mitgebracht haben.

Die Kinder von vier Grundschulen und drei Kitas sind an diesem Vormittag im Naturgarten unterwegs, um die Tiere zu besuchen, Spiele zu spielen und jede Menge Spaß zu haben. Dosenwerfen, Eierlaufen, ein Tierquiz und jede Menge mehr haben die älteren Jahrgänge der Ökowegschule für sie vorbereitet. An insgesamt zehn Stationen sammeln die kleinen Weißenfelser bei den verschiedenen Wettkämpfen Punkte, für die es Preise zu gewinnen gibt.

Wild in der Stadt

Besonders angetan hat es den Kindern der Stadtjäger Armin Deubel. Der berichtet ihnen von Wildtieren, die im Wald leben. Mittlerweile folgt das Wild aber immer wieder in die Stadt. „In der vergangenen Woche wurde ich zu einem Frischling gerufen, der in Weißenfels allein frei herumlief. Solche Jungtiere sollte man aber in Ruhe lassen, damit ihre Mutter sie wiederfinden kann“, erklärt der Jäger.

Zumal die Bache, wie das weibliche Wildschwein heißt, auch ziemlich wild werden kann, wenn es seine Jungen verteidigen muss. Die Kinder lauschen dem Jäger gebannt und finden die Geschichte von dem kleinen Wildschwein, das sich in Weißenfels verlaufen hat, offenbar sehr spannend.

Auch andere Wildtiere leben in der Stadt, etwa Marder, Eichhörnchen, Kaninchen oder vielleicht sogar hin und wieder ein Reh. „Natürlich fressen die gelegentlich auch Tulpen auf. Aber eigentlich haben die Tiere ja schon vor den Menschen hier gelebt, als es noch überall Wildnis gab“, sagt der Jäger.

Bereicherung in der Natur

Deswegen sollte man sich auch nicht zu sehr über die Tiere ärgern, sondern sie vielmehr als Bereicherung in der Natur sehen. „Und wenn man seinen Abfall nicht überall rumliegen lässt, dann kommen Ratten und Füchse, die man nicht so gern in der Stadt haben möchte, gar nicht erst her“, so Armin Deubel.

Denn auch mit den Füchsen ist das so ein Problem, da sie die gefährliche Tollwut haben und und durch einen Biss auch Menschen anstecken können. Davor warnt der Jäger die Kinder auch sehr ausführlich. „Niemals einen Fuchs anfassen, gerade wenn er keine Angst vor Menschen zu haben scheint“, sagt Armin Deubel.

Der Kindertag wird bereits zum vierten Mal von der Ökowegschule im Heimatnaturgarten veranstaltet. „Einige unserer Lehrer sind Fördermitglieder im Naturgarten und viele unserer Schüler sind sozial engagiert. Deswegen hat sich das für uns praktisch von allein ergeben“, sagt Lehrerin Ines Kunz. (mz)