Havarie am Markt

Havarie am Markt: Rohr vermutlich bereits vor mehreren Tagen gebrochen

Weissenfels - Als Ismail  Ibrahim am Sonntag um zehn Uhr morgens  seinen Imbiss am Weißenfelser Markt   aufschließen will, merkt er gleich, dass etwas nicht stimmt. Schon aus einem Abfluss an der Mauer  des Gebäudes quillt Wasser hervor. Der Syrer betritt sein Lokal und stellt fest, dass der Keller über zwei Meter hoch fast komplett mit Wasser vollgelaufen ist. Dort sind Küchengeräte untergebracht, die nun vermutlich unbrauchbar sind. Als er das Licht anmachen will, springt erst einmal die Sicherung raus.  Kurz darauf alarmiert seine Tochter Beri Ibrahim  die Feuerwehr. „Wir haben uns total erschrocken und wussten überhaupt nicht, wo das Wasser herkommt“, erzählt sie der Mitteldeutschen ...

Von Jan Iven

Als Ismail  Ibrahim am Sonntag um zehn Uhr morgens  seinen Imbiss am Weißenfelser Markt   aufschließen will, merkt er gleich, dass etwas nicht stimmt. Schon aus einem Abfluss an der Mauer  des Gebäudes quillt Wasser hervor. Der Syrer betritt sein Lokal und stellt fest, dass der Keller über zwei Meter hoch fast komplett mit Wasser vollgelaufen ist. Dort sind Küchengeräte untergebracht, die nun vermutlich unbrauchbar sind. Als er das Licht anmachen will, springt erst einmal die Sicherung raus.  Kurz darauf alarmiert seine Tochter Beri Ibrahim  die Feuerwehr. „Wir haben uns total erschrocken und wussten überhaupt nicht, wo das Wasser herkommt“, erzählt sie der Mitteldeutschen Zeitung.

Sofort rückt die Feuerwehr mit einem Rüstwagen und einem Mannschaftswagen an. Die  vier Helfer schließen eine Tauchpumpe im Keller des Imbiss an, die 400 Liter Wasser in der  Stunde abpumpen kann. Das Wasser wird mit Schläuchen nach draußen  zu einem Gully an der Straße geleitet. „Die Feuerwehrleute haben gute Arbeit geleistet. Etwa fünf Minuten nach meinem Anruf waren sie schon bei uns“, sagt Beri Ibrahim sichtlich beeindruckt.

Doch nun beginnt die eigentliche Arbeit für die Einsatzkräfte. Die Feuerwehrleute müssen herausfinden, wo das ganze Wasser eigentlich her kommt. Zunächst herrscht etwas Verwirrung. Gab es einen Wasserrohrbruch? Sind auch Nachbarhäuser betroffen? Wie weit reicht der Wasserschaden? Und welche Gebäude an der Südseite des Weißenfelser Marktes  sind eigentlich unterkellert? Die Feuerwehrleute gehen von Tür zu Tür und versuchen, die Eigentümer  der  Häuser zu erreichen. Denn die Helfer brauchen dringend die Schlüssel, um die Gebäude am Markt  überprüfen zu können.

Doch wie sich herausstellt, verfügt an der Südseite des Marktes neben dem Imbiss glücklicherweise nur noch die derzeit geschlossene Eisdiele über einen Keller. Auch in der Redaktion der Mitteldeutschen Zeitung am Markt schaut die Feuerwehr vorbei, doch dort gibt es ebenfalls keinen Keller.

Oben an der Großen Burgstraße finden die vier Feuerwehrleute gleich zwei leerstehende Gebäude, deren Keller mit Wasser vollgelaufen sind: Die alten Ritterstuben und die ehemalige Buchhandlung. Letzteres Gebäude ist auch der höchste vollgelaufene Keller, wie die Feuerwehrleute feststellen können. Dort muss sich ein Rohrbruch befinden. Doch die Feuerwehrleute können  ihn nicht zunächst nicht finden. Zumindest wird in dem Gebäude das Wasser abgedreht. Nun läuft auch keiner weiteres Wasser mehr in die Keller unten am Markt.

Die Feuerwehrleute schließen zwei weitere Tauchpumpen an, um die Keller  an der Eisdiele  und an der alten Ritterstube zu leeren. Keine Angaben gibt es von der Feuerwehr über das Gebäude weiter oben an der Großen Burgstraße, in dem ein Rohr gebrochen ist.  Allerdings erfuhr die MZ aus Feuerwehrkreisen, dass es vermutlich bereits vor mehreren Tagen zu dem Rohrbruch gekommen ist. Demnach soll es länger dauern,  bis mehrere Keller geflutet sind. Die Einsatzkräfte konnten sich auch nicht daran erinnern, dass es bereits einen derart heftigen Rohrbruch in Weißenfels gegeben hat. Bis in den späten Nachmittag hinein waren sie damit beschäftigt, die Keller zu leeren. Der Weißenfelser Karnevalsumzug wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, auch wenn er direkt an der Einsatzstelle vorbeiführte.

Wie die Kreisleitstelle in Naumburg mitteilt, haben die Feuerwehrleute die Gebäude  auch am späteren Abend  noch einmal aus Sicherheitsgründen kontrolliert. (mz)