Handel

Handel: Shoppen vor Ostern?

Weissenfels - Derweil ist offen, ob die Geschäfte eine Woche vor den Feiertagen im April öffnen dürfen.

Von Andreas Richter 12.03.2019, 06:00

Die Stadt Weißenfels plant in diesem Jahr drei verkaufsoffene Sonntage im Zentrum: eine Woche vor Ostern sowie an zwei Adventswochenenden mit Höfischer und Marienweihnacht im Dezember. Fünf Wochen vor dem ersten Termin ist jedoch noch unklar, ob die Geschäfte tatsächlich öffnen werden.

2018 wurde nicht geshoppt

Der erste verkaufsoffene Sonntag des Jahres ist am 14. April, am Ostermarkt-Wochenende eine Woche vor den eigentlichen Feiertagen vorgesehen. „Wir sind vorab mit der Gewerkschaft Verdi im Gespräch“, sagte der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). Was offenbar vor allem eine Lehre aus dem vergangenen Jahr ist. Denn 2018 hatte im Weißenfelser Zentrum kein einziger verkaufsoffener Sonntag stattgefunden. Die Gewerkschaft Verdi, die die Interessen der Arbeitnehmer im Einzelhandel vertritt, war erfolgreich dagegen vorgegangen.

Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen war jeweils kurz vorher entschieden worden, dass die Geschäfte im Zentrum zu bleiben müssen. Das hatte für reichlich Diskussionsstoff in der Stadt gesorgt. Nun sucht die Stadt  vorher den Dialog mit der Gewerkschaft, um Auseinandersetzungen vor Gericht zu vermeiden. Die Stadt werde der Gewerkschaft die Verfügung zu den verkaufsoffenen Sonntagen vorlegen, um zu klären, ob sie dagegen vorgehen will, sagte der OB. „Wir brauchen Sicherheit für unsere Planungen“, betonte Risch.

Chancen für dieses Jahr stehen gut

Die verkaufsoffenen Sonntage seien ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Einzelhandels im Wettbewerb mit der „Grünen Wiese“ und dem Internethandel. Die Chancen für einen verkaufsoffenen Sonntag im April schätzte Risch als gut ein. Elke Simon-Kuch, Vorsitzende des Stadtmarketingvereins in Weißenfels, begrüßte indes das aktuelle Herangehen der Kommune. „Wir brauchen die verkaufsoffenen Sonntage, deshalb  müssen wir vorher mit Verdi reden“, meinte sie angesichts der Erfahrungen des vergangenen Jahres.

Zugleich bekräftigte Simon-Kuch die Forderung nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Herangehen im Zusammenhang mit der Genehmigung verkaufsoffener Sonntage. Im vergangenen Jahr durften Geschäfte in der Weißenfelser Innenstadt im Umfeld der Höfischen Weihnacht am ersten Adventssonntag nicht öffnen, während zur gleichen Zeit  in Zeitz und Naumburg  verkaufsoffene Sonntage stattfanden.

Shoppen: Neues Format für den Samstag

Für dieses Jahr steht bereits fest, dass es zur zweiten Auflage des Weißenfelser Streetfood- & Kleinkunstfestivals am 4./5. Mai in der Weißenfelser Innenstadt keinen verkaufsoffenen Sonntag geben wird. „Wir werden als neues Format einen langen Einkaufssamstag anbieten“, kündigte Elke Simon-Kuch an.

Während Weißenfels also vorab den Dialog mit Verdi sucht, kommen irritierende Signale aus Halle. Dort will die Dienstleistungsgewerkschaft erstmals geplante Ladenöffnungen an Sonntagen vor Gericht stoppen. Die Stadt Halle plant vier verkaufsoffene Sonntage. Der erste soll bereits zum Ostermarkt am 7. April stattfinden. (mz)