Haltestellen in Weißenfels

Haltestellen in Weißenfels: Warum behindertengerechter Ausbau problematisch ist

Weissenfels - Weißenfels hat mit dem behindertengerechten Ausbau der Haltestellen begonnen. Warum das Ganze zur Herausforderung wird.

Von Andreas Richter 23.11.2017, 10:05

Die Stadt Weißenfels hat mit dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen begonnen. Die ersten Arbeiten finden jetzt am Haltepunkt an der Ecke Lassalleweg/Fritz-Gerasch-Weg statt. In den nächsten Monaten ist zunächst der Ausbau von zehn Haltestellen im Stadtgebiet geplant.

„Das Wartehäuschen an sich bleibt stehen. Wir reißen zunächst das alte Pflaster raus“, erklärte René Lange, Geschäftsführer der Weißenfelser Straßen- und Tiefbau GmbH, am Mittwoch den Auftakt der Arbeiten am Lassalleweg. Die einheimische Firma WST hat einen Rahmenvertrag mit der Kommune zur behindertengerechten Ausgestaltung der Bushaltestellen abgeschlossen.

In Weißenfels gibt es einschließlich der Ortsteile etwa 140 Bushaltestellen. Etwa 90 Prozent davon sind nicht oder nur teilweise behindertengerecht gestaltet. Wie andere Kommunen auch ist die Stadt nach dem Personenbeförderungsgesetz verpflichtet, bis zum Beginn des Jahres 2022 sämtliche Haltepunkte barrierefrei auszubauen. Allein die Planung ist dabei allerdings eine Herausforderung. „Jede Haltestelle ist anders“, sagte Gunter Schmidt, Sachbearbeiter Tiefbau bei der Stadtverwaltung. Ganz abgesehen von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten treffe das allein auf die Zuständigkeiten zu: Immerhin gibt es Anlieger-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen, an denen sich die Haltestellen befinden.

Nachdem sich Vertreter der Stadt, der Baufirma, der Personenverkehrsgesellschaft sowie der Senioren und Behinderten an einigen Baustellen ein Bild vor Ort verschafft haben, wollen die Akteure nun erste Erfahrungen sammeln. Die relativ abseits gelegene Haltestelle am Lassalleweg sei dafür gut geeignet, meinte René Lange.

Die Haltestellen, für deren Ausbau eine Prioritätenliste erstellt wurde, sollen unter anderem so gestaltet werden, dass sich die Bordsteine auf gleicher Höhe wie der Buseinstieg befinden. Im Umfeld der Haltestellen wird ein Blindenleitsystem mit Rillenplatten verlegt, das Sehbehinderte zum Wartehäuschen, zur Bustür oder zu einer Straßenquerung führt.

Noch nicht endgültig geklärt ist indes die Finanzierung des umfangreichen Ausbauprogramms. Die Kommune hatte sich im Sommer dieses Jahres dazu bekannt, in den nächsten Jahren rund 1,3 Millionen Euro zu investieren. Es wird damit gerechnet, dass das Land 2018 eine Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung der Kommunen auf den Weg bringt. (mz)