Halbzeit für „Sportsfreunde“

Halbzeit für „Sportsfreunde“: Museum im Schloss bereitet eine besondere Ausstellung vor

Weißenfels - Das Weißenfelser Museum im Schloss bereitet eine besondere Ausstellung vor. Warum das nicht im stillen Kämmerlein passieren soll.

Von Andreas Richter 07.01.2019, 12:00

Geht es nach Museumsleiter Aiko Wulff, dann werden die Weißenfelser in diesem Jahr so einige Überraschungen erleben. „Wir wollen weg vom alten Typ Museum, rein in die Stadtgesellschaft“, kündigt Wulff an. Und weil es dafür gerade in Weißenfels kaum ein besseres Thema geben dürfte als den Sport, trägt das hoffnungsvolle Vorhaben dann auch den Namen „Sportsfreunde“.

Im Museumsfundus gestöbert

Gerade ist Halbzeit für ein Projekt, das Geschichte und Geschichten rund um den Weißenfelser Sport in den Blickpunkt rücken will. In einer ersten Phase wurde im vergangenen Jahr ordentlich gestöbert im Fundus des Museums. Material wurde geordnet und gesichtet und dabei so manche Entdeckung gemacht. Wer etwa weiß, dass in Weißenfels 1964 DDR-Meisterschaften im Wasserski stattgefunden haben? Kontakte zu ehemaligen Sportlern halfen, so manch inte-ressante Geschichte ans Tageslicht zu holen. So manch aufschlussreiches Exponat wird später in einer Ausstellung über den Weißenfelser Sport zu sehen sein. Nur ein paar davon - Medaillen, Wimpel, Schuhe oder Sportgeräte - sind derzeit in einer kleinen Vitrine im Museum zusammengestellt. Die große Ausstellung soll als Schlusspunkt des zweijährigen „Sportsfreunde“-Projekts im Dezember dieses Jahres eröffnet werden.

Bis dahin weitere interessante Objekte zusammenzutragen, das ist nun eine Aufgabe einer Projektgruppe, die sich um die „Sportsfreunde“ kümmert. „Der Weg ist das Ziel. Es geht nicht schlechthin um Gegenstände, sondern um die Geschichten dahinter“, sagt Aiko Wulff, seit knapp zwei Jahren Chef des Weißenfelser Museums. Was er damit meint: Die Weißenfelser sollen einfach mitmachen, sollen durch verschiedene Aktionen auf dem Weg zur Ausstellung mitgenommen werden. „Wir wollen die Menschen überraschen und begeistern“, macht Andrea Wieloch als Leiterin der dreiköpfigen Projektgruppe neugierig. Allzu viel verraten will die Medienwissenschaftlerin aus Berlin allerdings noch nicht - schließlich wären es dann keine Überraschungen mehr. „Alles ist denkbar“, deutet immerhin Aiko Wulff an - von Aktionen in einem leerstehenden Haus im Stadtzentrum bis hin zum Wettbewerb im Gummistiefelweitwurf auf dem Schlosshof.

Auf einem Workshop im Dezember wurde über erste Ideen gesprochen. Mittlerweile sitzen zahlreiche Partner im „Sportsfreunde“-Boot: Tennisclub und Ruderverein, der Kreissportbund und der Verein für Gesundheitssport. Oder auch der Basketball-Fanclub „Das Rudel“. Der Verein hat sich lange Zeit um das Weißenfelser Basketball-Museum gekümmert, bis es geschlossen werden musste. Die seitdem nicht mehr gezeigten Objekte sollen nun die vorgesehene Ausstellung bereichern. Für einen geplanten Audio-Walk soll eine Künstlerin einbezogen werden, die bereits Erfahrungen mit derartigen Angeboten hat.

Förderung vom Bund

Im Frühjahr, so der Plan, soll das „Sportsfreunde“-Projekt im Weißenfelser Stadtgebiet ein Gesicht bekommen. Dankbar sind die Organisatoren schon jetzt dafür, dass das Vorhaben mit 150 000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. 20 000 Euro steuert die Kommune für ein ehrgeiziges Projekt bei, das die Weißenfelser für ihre Sportstadt begeistern soll. (mz)