Grundsteuer in Weißenfels

Grundsteuer in Weißenfels: Soviel mehr müssen Hausbesitzer ab 2018 zahlen

Weißenfels - Auf Hauseigentümer und Wohnungsbesitzer in Weißenfels kommen im nächsten Jahr Mehrkosten zu.

Von Alexander Kempf 13.09.2017, 09:10

Auf Hauseigentümer und Wohnungsbesitzer in Weißenfels kommen im nächsten Jahr Mehrkosten zu. Denn die Stadt plant, die Grundsteuer zu erhöhen und dem Landesniveau in Sachsen-Anhalt anzupassen. „Für Eigentümer eines Einfamilienhauses fallen demnach beispielsweise Mehrkosten in Höhe von 3,68 Euro pro Jahr an. Für eine Eigentumswohnung steigt die Grundsteuer im Jahr 2018 zum Beispiel um 3,77 Euro“, rechnet die Verwaltung vor.

Was nach Kleinbeträgen klingt, rechnet sich in der Summe für die Stadt. Sie plant insgesamt mit Mehreinnahmen in Höhe von 122.000 Euro. Dafür soll die Grundsteuer B für Haus- und Wohnungseigentümer von derzeit noch 370 Prozent auf 380 Prozent angehoben werden. Noch stärker soll die Grundsteuer A für Eigentümer landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Flächen angehoben werden.

Hebesatz könnte von 270 Prozent auf 320 Prozent steigen

Der Hebesatz könnte von 270 Prozent auf 320 Prozent steigen. Zunächst muss aber der Weißenfelser Stadtrat dem Vorschlag im November 2017 zustimmen. Auch die Ortschaftsräte und der Finanzausschuss beraten noch zu diesem Thema.

Bisher liegen die Steuerhebesätze der Stadt Weißenfels noch unter den fixen Hebesätzen des Landes. Sachsen-Anhalt ermittelte 2016 die durchschnittlichen Steuerhebesätze aller Kommunen und schrieb sie für die bestehende Legislaturperiode als sogenannte fixe Hebesätze fest. Es unterstellt in seinen Berechnungen seither den Kommunen, dass sie diese mindestens erhebt. Wenn eine Stadt, wie bisher Weißenfels, geringere Steuerhebesätze beschließt, verzichtet sie demnach freiwillig auf Einnahmen vom Steuerzahler. Denn das Land gleicht den Differenzbetrag nicht in Form von weiteren Schlüsselzuweisungen aus.

Grundsteuer B liegt in Zeitz bei 400 Prozent

Trotz der bevorstehenden Anhebungen zahlen Hausbesitzer und Wohnungseigentümer in Weißenfels aber nicht mehr als in benachbarten Gemeinden. So liegt die Grundsteuer B in Zeitz bei 400 Prozent, in Merseburg bei 436 Prozent und im Kreissitz Naumburg sogar bei 450 Prozent. Weißenfels würde mit dem neuen Hebesatz das gleiche Niveau wie Hohenmölsen erreichen.

Die Anhebung erachtet man im Rathaus offenbar als alternativlos. „Ohne eine Erhöhung der Grundsteuer im Jahr 2018 müsste die Stadt Weißenfels die 122.000 Euro, die ihr durch Steuereinnahmen verloren gingen, aus Eigenmitteln ausgleichen“, erklärt Pressesprecherin Katharina Vokoun. Eine über den Landessatz gehende Steuererhebung werde nicht vorgeschlagen.

Ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft mit einer Fläche von beispielsweise 13 Hektar zahlt in Weißenfels nach der Anhebung der Grundsteuer B rund 4,85 Euro mehr pro Hektar, verdeutlich ein Rechenbeispiel der Stadtverwaltung. (mz)