Grabungen am Markt

Grabungen am Markt in Weißenfels: Archäologen finden Brunnen-Reste

Weißenfels - Der Weißenfelser Markt bleibt ein spannender Ort für Archäologen.

Von Andreas Richter 18.07.2017, 11:49

Der Weißenfelser Markt bleibt ein spannender Ort für Archäologen. Die jüngste Entdeckung: An der Nordseite der großen Baustelle sind Reste eines alten Brunnens freigelegt worden. Madeleine Fröhlich, die die archäologischen Grabungen vor Ort leitet, zeigt auf eine deutlich sichtbare helle, kreisförmige Umrandung - etwa fünf Meter im Durchmesser. „Die Tonschicht hat den Brunnen offenbar abgedichtet“, erklärt die Archäologin.

Ganz überraschend ist der neueste Fund allerdings nicht. Auf einem Stadtplan von 1741 sind auf dem zentralen Platz der Stadt kleine schwarze Punkte markiert - offensichtlich die Standorte von Brunnen. Schon länger bekannt sei ein solcher im südlichen Teil, so Fröhlich. Als um 1900 das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Weißenfelser Markt errichtet wurde, sei in dem Zusammenhang auch der Platz neu gestaltet und besagter Brunnen als Zisterne ausgemauert worden.

Zeit zwischen 1550 und 1740

Wann genau der Brunnen im nördlichen Bereich errichtet wurde, können die Fachleute derzeit nicht sagen. Madeleine Fröhlich kann die Zeit nur zwischen 1550 und 1740 eingrenzen. Mitte des 16. Jahrhunderts war der Markt wohl erstmals gepflastert worden. Reste dieses Pflasters sind bei den Grabungen am Markt jetzt ebenfalls gefunden worden. Da der Brunnen auf einem Plan von 1741 auftaucht, muss er also bis dahin errichtet worden sein. Wie lange er auf dem Markt stand, lässt sich ebenso wenig exakt bestimmen. Die Grabungsleiterin weiß nur: Auf einem Foto von 1880 ist an besagter Stelle kein Brunnen mehr zu erkennen.

In nächster Zeit soll die Fundstelle nun weiter untersucht werden. „Wir werden an verschiedenen Stellen Schnitte machen, um die Reste des Brunnens und dessen Umfeld näher zu erkunden. Auch Proben der Füllmasse im Inneren der Umrandung sollen nun näher betrachtet werden. (mz)