Gestiegene Investitionen

Gestiegene Investitionen: Zwei Ratssäle für die Stadt?

Weißenfels - Im Ratssaal am Kloster stehen in diesem Sommer entgegen ursprünglichen Planungen keine Bauarbeiten an. Das hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) auf MZ-Anfrage bestätigt. Frühestens Ende des Jahres sei nunmehr mit Bauarbeiten in dem Gebäude nahe des Gymnasiums zu ...

Von Andreas Richter 07.07.2016, 08:37

Im Ratssaal am Kloster stehen in diesem Sommer entgegen ursprünglichen Planungen keine Bauarbeiten an. Das hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) auf MZ-Anfrage bestätigt. Frühestens Ende des Jahres sei nunmehr mit Bauarbeiten in dem Gebäude nahe des Gymnasiums zu rechnen.

Arbeiten teurer als geplant

Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung hatte Carmen Rex, Abteilungsleiterin Hochbau bei der Stadt, die Räte mit der Nachricht konfrontiert, dass die Arbeiten teurer werden als geplant. In dem Gebäude befinden sich der Ratssaal in der ersten Etage sowie eine Turnhalle im Erdgeschoss. Das Problem: Das Haus entspricht weder den heutigen Anforderungen an den Brandschutz noch ist es barrierefrei. Seit 2009 gab es mittlerweile mehrere Anläufe zum Umbau des Hauses. Nachdem erste Schätzungen von Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro ausgegangen waren, hat die Stadt im aktuellen Haushalt rund 220.000 Euro für die Bauarbeiten eingeplant. Mittlerweile liegen die vom Planungsbüro geschätzten Kosten bei rund 380.000 Euro.

Aufwendige Sicherungsmaßnahmen

Carmen Rex begründete die Steigerung unter anderem damit, dass zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des auf schwierigem Baugrund befindlichen Gebäudes ergriffen werden müssen. Bei vorbereitenden Untersuchungen sei zum Beispiel eine erhebliche Wandneigung des Gebäudes festgestellt worden. Weshalb sich bereits Risse in Wänden gebildet hätten. Deshalb müsse der geplante Fahrstuhl auf Pfählen gegründet werden, um eine zusätzliche Belastung zu vermeiden. Als erheblichen Kostenfaktor nannte Rex zudem die Tatsache, dass die Heizungsanlage aufgrund der baulichen Gegebenheiten nunmehr im Dachgeschoss eingebaut werden müsse.

Der Ratssaal am Kloster ist seit Jahren Schauplatz der Sitzungen des Weißenfelser Stadtrates sowie seiner Ausschüsse. Die Empore im zweiten Obergeschoss, auf der die Gäste der öffentlichen Sitzungen Platz nehmen, ist aus Gründen des Brandschutzes eigentlich nur für 15 Personen zugelassen.

Investition überhaupt nötig?

Da nun in den kommenden beiden Jahren für knapp zwei Millionen Euro die Sanierung des Rathauses am Markt fortgesetzt werden soll, ist eine Diskussion darüber aufgekommen, ob sich die Stadt künftig überhaupt zwei Sitzungssäle leisten will. Befindet sich doch im Rathaus am Markt ebenfalls ein Sitzungssaal, in dem der Rat in früheren Jahren seine Beratungen durchgeführt hat.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung stellte Clemens Wanzke (Fraktion Bürger für Weißenfels/Landgemeinden) jedenfalls die Frage in den Raum, ob denn angesichts der bevorstehenden Rathaussanierung die Investition im Ratssaal am Kloster wirklich notwendig sei. Worauf Jörg Freiwald, Vorsitzender des Stadtrates, mit einem klaren Ja antwortete. Der Sitzungssaal im Rathaus sei zu klein für den heute 41-köpfigen Stadtrat, sagte er. Auch wenn, wie derzeit vorgesehen, eine mobile Trennwand zwischen dem großen Saal und einem benachbarten kleineren Raum eine bestimmte Flexibilität ermöglicht. Ähnlich äußerte sich Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). (mz)