Frühjahrsputz in Weißenfels

Frühjahrsputz in Weißenfels: Kampf den Dreckecken

Weißenfels - Rund 800 Helfer aus Weißenfels und den umliegenden Dörfern rückten an 50 Orten am Sonnabendvormittag den Hinterlassenschaften des Winters zu Leibe. Aber auch denen des Sommers. Kerstin Czepluch war mit mehreren Frauen der Stadtverwaltung am Schillerstein nahe des Bismarck-Turms damit beschäftigt, das Rondell wieder mit Schattengrün zu ...

08.04.2019, 09:30

Rund 800 Helfer aus Weißenfels und den umliegenden Dörfern rückten an 50 Orten am Sonnabendvormittag den Hinterlassenschaften des Winters zu Leibe. Aber auch denen des Sommers. Kerstin Czepluch war mit mehreren Frauen der Stadtverwaltung am Schillerstein nahe des Bismarck-Turms damit beschäftigt, das Rondell wieder mit Schattengrün zu bepflanzen.

Das war 2006 mal mit Gymnasiasten getan worden, doch der Bewuchs hatte den vergangenen heißen Sommer nicht überstanden. „Da hätten wir wohl trotz des Schattens gießen müssen“, sagte Frau Czepluch.

Frühjahrsputz in Weißenfels: Alle Hände voll zu tun

In Turmnähe war Heiko Winther dabei, eine völlig verunkrautete Fläche mit der Gartenfräse aufzulockern. Karin Hapke ebnete das Ganze mit dem Rechen und Andreas Heidrich erläuterte: „Hier soll eine Wiese mit Wildblumen entstehen. Damit wollen wir etwas für die Stadt tun.“ Und das gleich an mehreren Stellen. Die Initiative geht auf die Wählervereinigung „Wir Weißenfelser“ zurück, die etwas gegen das Insektensterben tun will. Laut Heidrich ist es ein längerfristiges Projekt, denn auch das regelmäßige Gießen sei notwendig, damit der Samen aufgeht, es grünt und blüht.

Alle Hände voll zu tun haben Mitglieder der Christus-Kirche, die von russischen Frauen unterstützt werden. Dort, wo es in der Naumburger Straße Freiflächen gibt, finden sich viele leere Schnapsflaschen, aber auch Unrat.

Frühjahrsputz in Weißenfels: Ein Sack voll mit benutzten Windeln

Im Eingangsbereich des alten Krankenhauses, das vor Jahren abgerissen worden war, standen Möbelteile, ein Fernsehgehäuse und sogar ein Sack voll mit benutzten Windeln. Wie Gemeindeleiter Reinhard Machus sagt, sei es jedes Jahr das Gleiche, aber man wolle der Stadt gern helfen. Und seine Frau Birgit spricht von einem Trauerspiel in einer Straße, die auch Touristen nutzen.

Am Bergerturm in Markwerben wird regelmäßig Unrat und Unkraut entfernt, sagt der Vorsitzende des Vereins Turmfalken, Hubert Schiller. Aber etwas zu tun ist immer. Und seit Sonnabend kann man an den Wochenenden wieder von 9 bis 18 Uhr den Blick übers Saaletal genießen, wie er sagt. Derzeit suche man Sponsoren und eine Firma, weil der 138 Jahre alte Turm verfugt werden muss. (mz)