Ausnahmesituation durch „Friederike“

Friederike in Weißenfels: Umstürzender Baum versetzte Kita-Kinder in Angst

Weißenfels - Der Spielplatz der Kita „Anne Frank“ in Weißenfels noch immer gesperrt. Die Erzieherin erinnert sich an die Ausnahmesituation, als Sturm „Friederike“ tobte.

Von Andrea Hamann-Richter 26.01.2018, 09:11

Es ist der 18. Januar gegen 14.30 Uhr. Die Drei- und Vierjährigen in der Kita „Anne Frank“ in Weißenfels spielen. Gerade haben sie gevespert und sind nach dem Mittagsschlaf gut ausgeruht. Die Stimmung ist entspannt. Plötzlich knallt es. Dachteile fliegen durch die Gegend und gegen das Fenster. „Friederike“ ist da.

Acht Tage nach dem Orkantief ist ein Spielplatz der Kita immer noch gesperrt. Eine große Tanne ist dort umgestürzt. An das, was sich an diesem Tag dort abspielte, erinnert sich die Erzieherin Kerstin Fietz noch gut.

Orkan „Friederike“ wirbelte ganze Dachteile vor Kita  in Weißenfels herum

Die Kinder schauen neugierig, was passiert ist. Es wird immer stürmischer. Sie bekommen Angst und weinen. „Es war sehr unheimlich“, sagt Kerstin Fietz. Es habe draußen ausgesehen, als ob es schneie. Nur, dass es eben keine Flocken, sondern Gegenstände, wie zum Beispiel große Teile des Daches des nebenstehenden Wohnblockes, gewesen seien.

Eines der Kinder hat dort sein Zuhause. Es bangt darum und auch um seine Eltern. Die Erzieherin beruhigt ihre Gruppe. „Ich habe aber auch Angst gehabt“, gibt Kerstin Fietz zu. Sie sieht, dass sich ein großer Baum auf dem Spielplatz der Kinder bedrohlich unter den Windböen neigt. Die Frau entscheidet von einem Moment auf den anderen, mit ihren Schützlingen den Raum zu verlassen. „Ich hatte Angst, dass der Baum in unsere Richtung kippt“, sagt sie. 

Orkan „Friederike“: Baum droht zu kippen, Kinder und Erzieherin suchten Schutz 

Die Jalousien werden noch schnell hinuntergelassen, um die Fensterscheiben zu schützen. Die Erzieherin geht mit ihren Kindern von der oberen Etage nach unten in den Teil des Gebäudes, welcher nicht von hohen Bäumen umgeben ist. So macht es auch noch eine andere Gruppe. Gemeinsam warten sie das Unwetter ab. Die Frauen und Kinder bekommen bald Gesellschaft. Es sind Eltern, die ihre Kleinen abholen wollen. Sie suchen in dem Haus aber erst einmal Schutz vor „Friederike“.

Die Straße wird durch die Feuerwehr abgesperrt, denn überall liegen Gegenstände herum. Weitere Eltern kommen, um ihre Lieben abzuholen. Sie erzählen von den chaotischen Zuständen auf den Straßen. Dass Bäume herumliegen und Strecken gesperrt sind. „Sie haben es aber pünktlich geschafft, auch wenn das für viele schwer war“, sagt Kerstin Fietz.

Orkan „Friederike“: Baum stürzte auf den Spielplatz 

Die Erzieherin kann daher auch pünktlich nach Hause fahren. Am nächsten Tag sieht sie, dass der Baum tatsächlich umgestürzt ist. Immerhin nicht auf das Haus, aber auf den Spielplatz. „Wir haben die Kinder auf die anderen Spielplätzen aufgeteilt. Gut, dass wir so viel Platz haben“, sagt Fietz. „So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt die Frau. Es war das erste Mal in ihrer mehrjährigen Tätigkeit als Erzieherin, dass sie solche Ausnahmesituation auf der Arbeit hatte.

Die Gesamtsumme aller Schäden, die Sturm „Friederike“ in den städtischen Kindereinrichtungen angerichtet hat, kann die Stadt noch nicht beziffern, teilt die Pressesprecherin Katharina Vokoun mit und zählt auf, wo es zu Schäden kam. Kleine Schäden gab es unter anderem an den Grundschulen Großkorbetha und Leißling und in der Kita in Tagewerben. Weiterhin fielen Bäume an den Grundschulen Langendorf, Uichteritz und Tagewerben um - so die Bilanz.

Wann der Baum in der Kita „Anne Frank“ weggebracht wird, konnte sie noch nicht sagen. Es sei ein Unternehmen beauftragt, welches die Schäden in der Stadt abarbeite. (mz)