Fördermittel für Weißenfels fehlt

Fördermittel für Weißenfels fehlt: Kein Geld für neues Badfreizeit

Weißenfels - Enttäuschung in Weißenfels: Die Hoffnung auf Fördermittel für die umfassende Sanierung des Freibades hat sich vorerst zerschlagen. „Unser Antrag ist nicht genehmigt worden“, sagte Viola Schikorr, Leiterin des Sport- und Freizeitbetriebes der Stadt.Rückblick. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Stadt Fördermittel aus einem Investitionsprogramm des Bundes zur Sanierung kommunaler Sport- und Kultureinrichtungen beantragt. Die bisherigen Planungen für die Sanierung des Bades gehen von Gesamtkosten in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro aus. Im Idealfall hätten rund 4,4 Millionen Euro Fördermittel fließen ...

Von Andreas Richter 30.03.2016, 05:00

Enttäuschung in Weißenfels: Die Hoffnung auf Fördermittel für die umfassende Sanierung des Freibades hat sich vorerst zerschlagen. „Unser Antrag ist nicht genehmigt worden“, sagte Viola Schikorr, Leiterin des Sport- und Freizeitbetriebes der Stadt.
Rückblick. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Stadt Fördermittel aus einem Investitionsprogramm des Bundes zur Sanierung kommunaler Sport- und Kultureinrichtungen beantragt. Die bisherigen Planungen für die Sanierung des Bades gehen von Gesamtkosten in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro aus. Im Idealfall hätten rund 4,4 Millionen Euro Fördermittel fließen können.

Doch die Realität ist eine andere. Das attraktive Förderprogramm, das der Bund einmalig aufgelegt hat, hat offenbar Begehrlichkeiten bei vielen deutschen Kommunen geweckt. Wie aus einer Zusammenstellung im Netz hervorgeht, erhalten in Sachsen-Anhalt nur zwei Kommunen, Oranienbaum und Osterburg, Fördergeld für die Sanierung von Sport- und Kultureinrichtungen. „Die Ablehnung hat uns ziemlich hart getroffen“, sagte Schikorr. Dabei hatte sich die Stadt von der Kommunalaufsicht des Landkreises noch bestätigen lassen, dass angesichts eines defizitären Haushalts eine sogenannte Notlage vorliegt. Genutzt hat allerdings auch das nichts. Eine Begründung für die Ablehnung des Fördermittelantrages gibt es laut Schikorr nicht. Offensichtlich habe die beantragte Gesamtsumme aller Kommunen die Mittel im Fördertopf weit überschritten.

Gescheiterter Versuch

Mit dem gescheiterten Versuch wird die Kommune in ihren jahrelangen Bemühungen um ein erneuertes Bad zurückgeworfen. Denn aus eigener Kraft ist die Stadt zu einer solchen Investition nicht in der Lage. Das Bad zwischen Weißenfels und Langendorf ist mittlerweile fast 60 Jahre alt. Über die neue Situation wird der Betriebsausschuss auf seiner nächsten Sitzung am 12. April beraten.

Ungeachtet der schlechten Nachrichten in Sachen Förderung wird das alte Freibad in der bevorstehenden Saison erneut geöffnet. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Betriebsausschuss bereits im Herbst gefasst. Die Eröffnung ist am Freitag, 27. Mai, geplant. Bis dahin muss der Sport- und Freizeitbetrieb erneut rund 50.000 Euro in die Hand nehmen, um das Bad für die neue Saison flott zu machen. So steht unter anderem wiederum die Reparatur des Betonbeckens an. Der marode Zehn-Meter-Sprungturm wird auch in diesem Jahr gesperrt bleiben. Ursprünglich war geplant, den nicht mehr nutzbaren Turm im Zuge der vom Bund geförderten Sanierungsmaßnahme abzureißen. Ein Abriss würde immerhin rund 30.000 Euro kosten.

Letzte Saison?

Ob dies die endgültig letzte Saison für das alte Bad sein wird, steht indes in den Sternen. Klar allerdings ist schon heute, dass die Vorbereitung auf eine weitere Saison mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre. Wie Viola Schikorr sagte, hat der Freizeitbetrieb vom Burgenlandkreis Auflagen zur Einhaltung der Trinkwasserverordnung erhalten. Danach muss künftig an allen Abnahmestellen im Bad Trinkwasserqualität gewährleistet sein, so genanntes Brauchwasser sei nicht mehr zulässig. Für die bevorstehende Saison hoffe der Betrieb darauf, dass der Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung vom Landkreis bestätigt wird.

Ungeachtet des Rückschlags will sich der Sport- und Freizeitbetrieb weiter um Fördermittel für einen Neubau bemühen. Man werde fristgerecht bis zum 30. Juni beim Landesverwaltungsamt Geld aus der Sportstättenförderung beantragen, kündigte die Betriebsleiterin an. (mz)