Folgen des Hitzesommers

Folgen des Hitzesommers: Um die Nadelbäume in Weißenfels steht es schlecht

Weißenfels - Der trockene und heiße Sommer hat den Nadelbäumen in Weißenfels besonders zugesetzt. Welche Folgen nun zu erwarten sind.

Von Tobias Schlegel 23.11.2018, 09:35

Den Nadelbäumen in Weißenfels geht es schlecht. Schuld daran hat der heiße und trockene Sommer in diesem Jahr, der letztlich dazu führen könnte, dass mehr Nadelbäume absterben als in der Vergangenheit. „Damit ist zu rechnen, genaue Prognosen können aber erst im kommenden Jahr getroffen werden“, erklärt Kerstin Czepluch, Sachgebietsleiterin Baumschutz bei der Stadtwirtschaft Weißenfels.

Besonders Fichten hat die Hitze zu schaffen gemacht

Besonders Fichten seien betroffen, die durch die Fichtenröhrenlaus bereits vorgeschädigt sind. Die Trockenheit habe nun ihr übriges dazu beigetragen, dass geschwächte Bäume absterben. „Die Bäume nehmen über das Wasser ihre Nährstoffe auf“, erklärt Kerstin Czepluch.

Fehlt den Bäumen Flüssigkeit, verhungern sie quasi. Außerdem sind sie anfälliger gegenüber anderen Schädlingen wie Pilzen. „Der Baum hat dann keine Kraft und kann seine Schutzbarriere nicht aufbauen“, sagt die Sachgebietsleiterin. Dass ein Baum geschwächt und geschädigt ist, erkenne man an den braungefärbten Nadeln.

Kranke Bäume können auch für Autofahrer gefährlich werden

Spätestens dann sollten die kranken Bäume von Experten überprüft werden, denn gerade die Bäume am Straßenrand stellen ein großes Unfallrisiko dar. So kann es schnell passieren, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume auf die Straße fallen.

Um das zu vermeiden, muss das Totholz, also der abgestorbene Teil des Baumes, beseitigt werden. „Das muss nicht automatisch bedeuten, dass der ganze Baum gefällt wird. Mitunter reicht es, das Totholz abzuschneiden“, meint Kerstin Czepluch. Gleichzeitig kann durch den Gewichtsverlust eine höhere Standfestigkeit erzielt werden. Allein schon aufgrund der Vegetation werden die Bäume regelmäßig hinsichtlich ihrer Standfestigkeit kontrolliert.

Wie sieht das bei Nadelbäumen im eigenen Garten aus?

Doch wie schaut das bei Bäumen auf privaten Grundstücken aus, für die nicht die Stadt, sondern der Eigentümer verantwortlich ist? Kerstin Czepluch verweist auf die Baumschutzsatzung. Für die Kernstadt Weißenfels gilt, dass Bäume mit einem Stammumfang von unter 80 Zentimetern vom Eigentümer problemlos gefällt werden können. Bei größeren Stammumfängen muss der Bürger bei der Stadt einen Antrag stellen und den Nachweis erbringen, dass der Baum ein Risiko darstellt.

In den Ortschaften müssen sich Eigentümer laut Kerstin Czepluch an die Naturschutzbehörde wenden. Die entscheidet dann, ob ein Antrag zum Fällen gestellt werden kann. (mz)