Fluthilfe für Uichteritz

Fluthilfe für Uichteritz: Vier Jahre nach der Flut kommt der Geldsegen

Uichteritz - Das Hochwasser nach dem Unwetter hat die Lobitzscher Straße schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nun können die Schäden in Uichteritz beseitigt werden.

Von Holger Zimmer 20.07.2017, 13:35

„Bis Ende Oktober werden wir planmäßig in der Lobitzscher Straße brauchen“, sagt Jürgen Kuspick. Der Mitarbeiter der Weißenfelser Stadtverwaltung zieht nach viereinhalb Monaten auf der Uichteritzer Baustelle ein Zwischenfazit. Vier Jahre nach dem Hochwasser wird hier in einer Gemeinschaftsbaumaßnahme die Kreisstraße unter Federführung des Burgenlandkreises grundlegend saniert.

Flut 2013 in Sachsen-Anhalt: Lobitzscher Straße in Uichteritz stand wochenlang unter Wasser

Sie stand 2013 wochenlang unter Wasser. Insgesamt werden 1,25 Millionen Euro investiert, rund 80 Prozent davon fließen nun über die Fluthilfe. Mit dabei sind außer der Telekom alle Ver- und Entsorgungsträger. Kuspick ist aber wenigstens froh, dass in Höhe des ehemaligen Dachdeckerbedarfshandels Freileitungen mit Telefonkabel verschwinden werden. „Auch das hat schon Überzeugungskraft gekostet.“

Kabel und Rohre sind in der Straße und auf einer Länge von fast 350 Metern sind auch die U-Elemente für den Röhlitzbach verlegt. Anwohner Olaf Rosche kritisiert, dass die nicht hoch genug sind, so dass bei seinem am tiefsten gelegenen Grundstück im Katastrophenfall wieder zuerst das Wasser überschwappen dürfte. Er hofft aber, dass es künftig mit dem ins Auge gefassten Deichbau an der Saale nicht mehr soweit kommt.

Nach dem Hochwasser 2013: Das wird an der Lobitzscher Straße in Uichteritz getan

Kuspick kann da nur die Hände heben, denn bei einer Anwohnerinformation Ende Oktober hatten Bürgermeister und Ortschaftsrat gefordert, dass nicht alles in Beton ausgeführt, sondern im oberen Teil naturbelassen gebaut werden soll. Sprich: Es gibt eine Anböschung, durch die letztlich auch mehr Wasser bei Starkregen abfließen kann. Die Hänge werden teilweise mit Wasserbaupflaster befestigt, vor allem aber wird Rasen gesät. Bäume und Büsche werden nicht gepflanzt, weil deren Wurzeln Schaden an der Bebauung anrichten würden.

Einheitliche neue Betonbrücken führen jetzt zu allen Grundstücken. Derzeit sind die Bauleute dabei, die Grundstückseinfahrten zu pflastern. Das gleiche graue Betonpflaster wird gegenüber auf dem Fußweg verlegt.

Bevor die Straße selbst gebaut werden kann, wird an der Zufahrt zur Mittelgasse die Brücke neu gebaut. Auch hier werden Betonelemente gesetzt und das Bauwerk wird insgesamt etwas flacher, so dass es besser befahrbar ist. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll der Bachverlauf hier im Zuge der Sanierung der Straße bis zum Erdmann-Neumeister-Platz in Höhe der alten Schule weiter befestigt werden. Um den Straßenbau geht es auf rund 150 Metern.

Übrigens werden in der Lobitzscher Straße saaleseitig keine Pkw-Stellplätze gebaut. Der Platz reiche nur für einige wenige, was zu unnötigen Diskussionen führen würde. Jürgen Kuspick sagt deshalb: „Schließlich hat ja jeder die Chance, auf seinem Grundstück zu parken.“ (mz)