Feuerwehreinsatz in Wiedebach

Feuerwehreinsatz in Wiedebach : Scheune brennt komplett nieder

Weißenfels - Bei der Fleischerei Gabler in Wiedebach bei Langendorf hat es am Freitag gebrannt. Eine Holzscheune auf dem Familiengrundstück ist komplett den Flammen zum Opfer gefallen. Eine Frau zog sich schwere Verletzungen an der Hand zu. Sie hatte versucht, die Flammen zu löschen. Sie wurde in eine Spezialklinik gebracht. Drei Menschen mussten sich wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung untersuchen lassen. Ein Pferd in der Scheune konnte in der letzten Sekunde gerettet werden. Der Fleischerei- und Produktionsbetrieb Gabler ist aber nicht betroffen und läuft normal weiter, hieß es vor ...

Von Andrea Hamann-Richter 26.08.2016, 09:57

Bei der Fleischerei Gabler in Wiedebach bei Langendorf hat es am Freitag gebrannt. Eine Holzscheune auf dem Familiengrundstück ist komplett den Flammen zum Opfer gefallen. Eine Frau zog sich schwere Verletzungen an der Hand zu. Sie hatte versucht, die Flammen zu löschen. Sie wurde in eine Spezialklinik gebracht. Drei Menschen mussten sich wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung untersuchen lassen. Ein Pferd in der Scheune konnte in der letzten Sekunde gerettet werden. Der Fleischerei- und Produktionsbetrieb Gabler ist aber nicht betroffen und läuft normal weiter, hieß es vor Ort.

85 Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte vor Ort

Schon von Weitem war zu sehen, dass es in den kleinen Ort ein Unglück gegeben hatte. Dicker Qualm zog am späten Vormittag über die Dächer hinweg. 85 Feuerwehrleute, Polizisten und Mitarbeiter von Rettungsdiensten waren mit 25 Fahrzeugen vor Ort, um Herr der Lage zu werden. Das Löschen dauerte unter anderem so lange, weil sich in der Scheune Strohballen befanden.

Auch die Nachbarn waren geschockt. Rosemarie Braune, ihre Tochter Eva und deren Mann Michael Schlauf wohnen direkt nebenan. Rosemarie Braune hatte den Qualm zuerst bemerkt. Schnell holte sie den Gartenschlauch und versuchte den nur wenige Meter von ihrem Gartenzaun entfernten Brand zu löschen. „Dann wurde es aber zu heiß“, erinnerte sie sich später.

„Ich dachte noch, dass da jemand etwas verbrennt“, sagt ihre Tochter rückblickend. Dann erkannte Eva Schlauf die Lage und rief die Feuerwehr. Außerdem weckte sie ihren Mann. Der wollte eigentlich vorschlafen, um für die anstehende Nachtschicht fit zu sein. Daraus wurde jedoch nichts. Auch er versuchte, die Flammen zu löschen und damit von seinem Grundstück fernzuhalten. Später stand die Gruppe zusammen. Sie schaute zu, wie die Feuerwehr arbeitete. Rosemarie Braunes Hof und Garten waren für die Einsatzkräfte ein direkter Zugang zum Brand. Das war günstig, denn ganz in der Nähe befindet sich ein Hydrant.

Schwieriger Zugang zu Brandstelle

Rosemarie Braune schaute auf einen Flecken ihres Gartens direkt an der Grundstücksgrenze. Der Rasen war verbrannt und schwarz. Eine Seite eines prächtigen Oleanders war ebenfalls angesengt. Diesen Platz hatte ihre Schwiegertochter immer besonders gehegt und gepflegt, sagte die Frau mit Bedauern in der Stimme. Aber dann schaute sie sich um. Ihr war schlagartig klar, dass sie alle Glück gehabt hatten. „Als die Bäume drüben anfingen zu brennen, dachte ich, dass es jetzt auch auf uns übergreift“, sagte die 79-Jährige. Auf die wahrscheinlich 30 Jahre alte große Kiefer auf dem Grundstück der Schlaufs mit ihren langen und ausschweifenden Ästen hätte das Feuer ebenfalls leicht übergehen können. „Da hätte der Wind nur zu drehen brauchen“, sagte Michael Schlauf nachdenklich.

Schwierig war es, an den Brand heranzukommen, sagte der stellvertretende Stadtwehrleiter von Weißenfels, Steve Homberg. Die kleinen verwinkelten und sehr nahe beieinander stehenden Häuser waren der Grund. Durch die Nähe der Gebäude bestand auch tatsächlich die Gefahr, dass die Flammen übergreifen. Daher ließen die Wehren die Scheune kontrolliert abbrennen und konzentrierten sich darauf, die umliegenden Gebäude zu schützen, erklärte Einsatzleiter Heiko Thimm. Erschwerend war zusätzlich zu dem Feuer die vorherrschende Hitze. „Aber wir haben genügend Getränke anfahren lassen“, sagte Heiko Thimm. (mz)