Feuer im Dachstuhl

Feuer in der Trommelfabrik Weißenfels: Fahrlässige Brandstiftung

Weißenfels - Zwei Wochen nach dem Feuer in der ehemaligen Trommelfabrik in Weißenfels ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen wurde ein alter Ofen in der Trommelfabrik von Unbekannten beheizt“, sagte Polizeisprecher Dirk ...

Von Jan Iven 07.09.2016, 14:29

Zwei Wochen nach dem Feuer in der ehemaligen Trommelfabrik in Weißenfels ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen wurde ein alter Ofen in der Trommelfabrik von Unbekannten beheizt“, sagte Polizeisprecher Dirk Seyffarth.

Der Ofen in dem verfallenen Gebäude, in dem im Frühjahr Beräumungsarbeiten begonnen hatten, sei jedoch nicht mehr betriebsbereit gewesen. „Vom Ofen aus kam es zu einem Funkenflug, der den Dachstuhl in Brand gesteckt hat“, sagte der Polizeisprecher. 38 Feuerwehrleute waren vor Ort im Einsatz, um die Flammen zu löschen.

Trommelfabrik soll saniert werden

Das Feuer war von den Arbeitern bemerkt worden, die das Areal derzeit beräumen. Wie die MZ berichtete, hatte der neue Eigentümer der Trommelfabrik angekündigt, das denkmalgeschützte Gebäude für fünf Millionen Euro zu sanieren und als Kulturzentrum wiederzueröffnen. Gerüchte, denen zufolge die Arbeiter selbst illegal Holz in dem Ofen verbrannt hätten, bestätigte die Polizei nicht.

Die Männer seien von den Beamten vernommen worden. „Bisher konnten aber noch keine Tatverdächtigen ermittelt werden“, sagte der Polizeisprecher Dirk Seyffarth. Öffentliche Verdächtigungen und Spekulationen seien daher unangemessen.

Dass das Feuer während der Anwesenheit der Bauarbeiter auf dem Gelände ausgebrochen war, sei demnach aber auch nicht ungewöhnlich. „Es ist möglich, dass der Ofen bereits in der Nacht zuvor beheizt wurde und die Funken dann erst im Laufe des nächsten Tages auf das Dach übergesprungen sind“, sagt Polizei Dirk Seyffarth.

Der Projektleiter, der die Sanierung der ehemaligen Trommelfabrik betreut, hatte der MZ von mehreren Einbrüchen und Diebstählen auf dem Gelände berichtet. So hätten Unbekannte bereits vor dem Brand ein Loch in den neuen Zaun um das Areal geschnitten und Werkzeug gestohlen. Seitdem würden Werkzeuge auch nicht mehr in auf dem Gelände aufbewahrt.

OB Robby Risch äußert sich nicht zum Brand

Der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) wollte sich nicht direkt zu dem Brand äußern. Das Rathaus stehe wegen der Sanierung in Vorgesprächen mit dem verantwortlichen Projektleiter, hieß es nur. Weitere Schritte seien ein Bauantrag und die Sicherstellung des Denkmalschutzes. Stadtsprecherin Katharina Vokoun hatte der MZ aber auch schon mitgeteilt, dass die Planungen noch nicht so weit seien, wie es die Ankündigungen des Investors vielleicht vermuten lassen.

Der Projektleiter wollte sich von dem Feuer im Dachstuhl der Trommelfabrik allerdings auch nicht entmutigen lassen. „So schnell geben wir nicht auf“, hatte er nach dem Brand betont. Und wenn die eingeplanten fünf Millionen Euro für die Sanierung nicht reichen sollten, würde der Investor noch mehr Geld in die Hand nehmen.

Schadenshöhe unklar

Angaben über die Höhe des Schadens konnte der Polizeisprecher nicht machen. Das sei bei einem alten Gebäude in einem so schlechten Zustand auch nur schwer möglich, gab er zu bedenken. Die Ermittlungen zur fahrlässigen Brandstiftung dauern an. (mz)